Nadelkunde – Die Ledernadel 130/705 H LL

Was ist das Besondere an Ledernadeln?

Für welche Materialien kann ich Ledernadeln noch verwenden?

Immer mehr Haushaltsnähmaschinen haben die Leistungsfähigkeit, Leder zu verarbeiten. Perfekte Ergebnisse erzielt man jedoch immer nur mit der optimalen Nadel. Um ein paar Fragen zu beantworten, haben wir hier Infos über die Ledernadel für Sie.

Muss es immer die Ledernadel sein?

Nein. Es kommt darauf an, welches Leder Sie zu welchem Zweck verarbeiten. Zum Sticken ist eine Ledernadel nicht geeignet und würde mehr Schaden anrichten, da die meisten Stickdateien zu viele Stiche nebeneinander erzeugen.

Bei dickem oder hartem Leder wird sich die Maschine mit einer Ledernadel jedoch leichter tun als mit einer Universalnadel.

Die Besonderheit der Ledernadel

Der einzige Unterschied zur Universalnadel liegt in der Spitze. Aber die hat es in sich. Sie schneidet sich regelrecht durch das Leder, diese Schneidespitze ist gut zu erfühlen. Zum Erkennen der Ledernadel ist es jedoch nicht nötig nachzufühlen, sie hat wie die meisten Schmetz-Nadeln eine Farbmarkierung. Das Erkennungsmerkmal der Ledernadel ist braun. Sie ist in folgenden Stärken erhältlich: 70, 80, 90, 100, 110, 120.

Die Bezeichnung der Ledernadel lautet 130/750 H LL. 130/705 H ist klar, das übliche Haushaltsnadelsystem. Aber LL?

LL bedeutet LederLinksspitze

Haben Sie sich eine Ledernadel schon mal genau angesehen? Die Spitze ist bei ihr nicht in der Mitte, sondern links. Je höher die Nadelstärke, desto besser ist der Versatz zu erkennen.

Aber wozu?

So funktioniert die Nadel ähnlich wie ein einseitig geschliffenes Messer. Es wird ein kleinerer Winkel erzeugt, der besser ins Material eindringt.

Für welche Materialien verwendet man Ledernadeln?

Eine Ledernadel schneidet sich durch das Material. Daher ist sie nicht für gewebte oder gewirkte Stoffe geeignet, weil sie die einzelnen Fasern zerschneiden würde. Verwenden Sie sie für Leder, das so fest ist, dass es sich mit einer Universal- oder Microtexnadel nicht gut nähen lässt (Geräuschentwicklung beim Nähen). Sie können Sie ebenso für Kunstleder oder LKW-Plane nutzen, die bei anderen Nadeln Probleme bereiten.

Oft wird behauptet: "Keine Ledernadel verwenden, sie macht euch das Material kaputt."

Wir sagen: Loch ist Loch. Egal, mit welcher Nadel Sie nähen, bei Materialien wie Kunstleder, Leder oder Wachstuch sieht man jede Naht. Auftrennen sollte also immer vermieden werden.

Was bei der Schneidespitze zu beachten ist: Die Stichlänge sollte nicht zu klein sein, sonst produziert man eine Perforationslinie. Als Mindeststichlänge empfehlen wir Stichlänge 3.

Hier haben wir einen Vergleich auf festem Kunstleder genäht.

Die Reihe mit der Ledernadel macht den ruhigeren Eindruck, größere Unterschiede sind nicht zu erkennen. Allerdings ist das Nähgeräusch bei Universal- und Jerseynadeln weniger schön. 

Unsere Empfehlung:

Beginnen Sie immer erst mal mit der Universalnadel (alternativ der Super-Universalnadel), solange Ihr Material nicht extrem aus der Reihe fällt. Tut sich diese Nadel schwer, wird schnell stumpf oder bricht, wechseln Sie bei Leder oder lederähnlichen Materialien zur Ledernadel. Verwenden Sie die Ledernadel jedoch nie für gewebte oder gewirkte Stoffe.

Zum Sticken hat sich die Schmetz Titan-Stichnadel in unserem Tests bewährt.

Schmetz Nadeln sind durch das Farbringsystem ja sehr leicht zu erkennen. Zur Aufbewahrung gibt es noch einen Tipp:

Einen Eiswürfelbehälter mit Stücken eines Schwamms auspolstern. Neue Nadeln sind in der Packung, benutzte stecken im Schwamm. 

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