Bassd scho Stickdatei

Sublimieren von Pixel-Stickmustern

Die kleinen Pixel-Patches aus unseren beiden Serien oder die, die Sie vielleicht mit der Bernina Designer Plus V9 selbst gestaltet haben, müssen besonders beim Sticken als FSC (Freestandig CrossStitch) mit wenig Farben auskommen. Sonst gäbe es auf der Rückseite zu viele Knoten und durch die Pixelgröße ist man ja auch etwas eingeschränkt.

Was nicht heißt, dass man Pixelmotive nicht auch mit Farbverläufen oder kleinen Mustern sticken kann, man kann ja noch sublimieren!

Einen ersten Eindruck davon haben Sie vielleicht schon bei unserem Valentinstagsfreebie bekommen. Dort werden die Bereiche verschieden stark eingefärbt.

Wenn Sie die Motive für sich selbst sticken, kann man auch so arbeiten, dass die Schrift oder ein anderer gewünschter Teil der Stickerei richtig weiß bleibt. Oder durch verschiedene Farben den Bereich definieren, wo man das Muster sehen soll.

Grundlagen:

Wir haben schon ein paar Beiträge zum Thema Sublimation von Stickereien, diese finden Sie am Ende verklinkt. Grundsätzlich gilt:

+ Polyesterstickgarn nimmt die Farbe an.

+ Naturfaserstickgarne nehmen die Farben nicht an. Das sind zum Beispiel Baumwolle, Viskose oder auch Lyocell.

Das Stickgarn darf für die Pixelmotive jedoch nicht dicker sein als normales Polyesterstickgarn (meist mit 40 angegeben).

Im ersten Schritt wird immer die Grundlage gestickt. Hier kann mit Polyesterstickgarn gearbeitet werden. Wir sticken bevorzugt auf zwei Lagen wasserlöslichem Stickvlies.

Bereich für Sublimation durch das Material festlegen

Solange Sie Farbe beim Garn verwenden, können Sie den einzufärbenden Bereich einfach durch das Material definieren.

Sticken Sie alles, was das Sublimationsmuster annehmen soll, mit weißem Polyesterstickgarn. Was nicht eingefärbt wird, mit farbigem Viskosegarn. In unserem Fall sticken wir also den weißen Bereich mit Polyester und die blaue Schrift mit Rayonstickgarn.

Vor allem bei weißen oder anderen hellen Farbtönen kann sich trotzdem ein Schatten der Sublimationsfarbe auf das Garn legen. Oft wird er beim Waschen heller, aber wenn die Farbe schön strahlend bleiben soll, schützt man sie besser durch Folie vor den Dämpfen.

Bereich durch Stickfolie eingrenzen

Damit die Folie den gewünschten Bereich optimal abdeckt, muss eventuell die Stickreihenfolge angepasst werden.

Beispiel:

Wir sticken das Label „Bassd scho“ und der Text soll weiß sein, der Hintergrund soll eingefärbt werden.

Dafür muss der Text mit Rayongarn gestickt werden und mit wasserlöslicher Folie vor der Farbe geschützt werden. Also wird er vor dem Hintergrund gestickt. Wir überspringen also die Farbe zwei für den Hintergrund, sticken erst Farbe drei für den Text.

Prinzip: Was eingefärbt werden soll, muss zum Schluss gestickt werden.

Wir sticken also den Untergrund in Polyester, dann den Text mit Rayon und decken diesen dann mit zwei Lagen Avalon Film ab.

Die Folie am besten mit Malerkrepp fixieren und dann die letzte Farbe mit Polyester sticken.

Stickmuster sublimieren

Jetzt wird sublimiert. Die Pixelmotive werden ausgeschnitten und dann ein passendes Sublimationspapier gesucht. Es sollte ein bisschen größer zugeschnitten werden als das Motiv.

Tipp: Enthält das Motiv Konturen, die scharf übertragen werden sollen, die Patches vorpressen. 

Schützen Sie Ihre Unterlage mit Backpapier vor Verfärbungen, legen Sie das Stickmotiv mit der rechten Seite nach oben hin und dann das Sublimationspapier mit der rechten Seite nach unten darauf. Mit hitzebeständigem Klebeband kann es gegen Verrutschen gesichert werden.

Nach Herstellerangaben pressen (im Allgemeinen zwischen 190 und 205 Grad, um die 40 Sekunden). Für eine gute Übertragung auf den unebenen Untergrund sollte der Anpressdruck erhöht werden. Die Version mit farbigem Viskosegarn sieht dann fast schon so aus wie am Ende, die mit der Abdeckung aus wasserlöslicher Folie nicht. Denn die Folie nimmt die Farbe auch an.

Ab damit ins Wasserbad! Waschen Sie die Folie nicht nur unter fließendem Wasser ab, sondern weichen Sie die Teile ruhig 15 Minuten ein.

Hier sehen Sie nochmal den Unterschied zwischen den Farben des Sublimationspapiers und dem Endergebnis.

Dann nochmal gut abspülen. Alternativ kann man die FSC-Stickmuster auch einfach in einem Wäschesack mit in die Waschmaschine geben.

Trocknen lassen, fertig!

Weitere Beispiele zur Motivauswahl:

Das richtige Motiv und die passenden Farben zu finden, braucht etwas Übung. Auf dem Trägerpapier sind Sublimationsmuster ja immer heller als nach dem Erhitzen und auf den kleinen Teilen kommt auch nicht jedes Muster gut rüber. Hier ein paar Beispiele, die nicht den geplanten Effekt hatten.

Zu feines Muster

Das Herz ist ja hübsch, aber der pinke Bereich sollte eigentlich ein Strickmuster darstellen. Das würde man jedoch nur auf einem glatten Untergrund erkennen. Die Pixel schlucken viel von einem Muster.

Deckt man weiße Naturfasern nicht mit Folie ab, nehmen Sie einen Teil Farbe an. Das schwächt den Kontrast, kann aber auch schön aussehen.

Zu wenig Kontrast

Beim dunkelbraunen „Bassd scho!“ ist der Kontrast zur Schrift gut, aber hier ist wie beim rosa Herz die Musterung der Sublimationsvorlage nahezu verschwunden, der der Kontrast innerhalb des Musters zu schwach war.

Beim orangen „Bassd scho!“ haben wir beim H keinen Kontrast mehr, was das Lesen schwer macht.

Noch schlimmer unten beim Label „Made with Husqvarna Viking“. Die Kombination aus Schriften (also feinen Motiven) und einer starken Musterung ist schwierig und wäre wahrscheinlich nur mit weiß oder pink lesbar gewesen.

Einzufärbender Bereich

Wechselt man das Material, entstehen ganz unterschiedliche Effekte. Hier ein Motiv mal mit Polyester im Hintergrund und mal im Text. Der Gegenspieler war dunkelblaues Madeira Sensa Green, also Lyocell. 

Wie man hier sieht, geht es mit dem passenden Muster viel besser und ist bei beiden Versionen gut lesbar.

Fertige Sublimationsmotive nutzen

Wenn Sie die Struktur der Pixel-Patches mögen, können Sie sie auch einfach komplett sublimieren. Einfach mit Polyester durchsticken und das Labelmotiv aufsublimieren, wie hier mit den Patches von Kasia:

Für diese Technik kann eigentlich jedes unserer Pixelmotive genutzt werden. Das Label NÖ! wurde zum Beispiel auf das Valentinsfreebie mit dem Herz gestickt.

Je nach Stickmaschine muss dazu nur der Einfarbmodus aktiviert werden, dann stickt die Maschine, ohne anzuhalten. Schneller und sauberer wird es, wenn die Datei komplet auf uni ausgelegt ist. Bei Kasia bekommen Sie zu den Sublimations-Patches die passende Stickdatei.

Für noch mehr kreativen Spielraum lohnt es sich auf jeden Fall, sich mit dem Digitalisieren von Stickmustern zu beschäftigen. Falls Sie sich aber jetzt auf die Suche nach einer Sticksoftware machen, beachten Sie, dass nicht jede Software die gleichen Techniken erzeugen kann. Das gilt unter anderem auch für den Kreuzstich, insbesondere den Knötchenstich zum Pixeln.

Wir werden nach und nach in den Programmen checken, ob die Technik möglich ist. Der aktuelle Stand:

  • Bernina Creator V9: geht nicht
  • Bernina Designer Plus V9: geht
  • Hatch 3: geht nicht
  • MySewnet: geht nicht

Wie man diese Motive erstellt, erklären wir in einer Serie, die mit den Basics des Kreuzstiches beginnt: Teil 1. In wenigen Tagen erscheint der Abschlussbeitrag für die freistehende Technik FSC.

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18 hours ago

Unsere Infos bekommt ihr nicht nur auf www.naehratgeber.de, sondern auch auf dem Youtubekanal des nähParks. Jeden Freitag um 20 Uhr gibt es ein neues Video zu den Themen Nähen, Sticken, Overlocken, Covern oder Plotten.
Heute Abend geht das Video zur Stickschrift Headliner online, große Buchstaben mit Stickschaum, die so richtig auffallen. Da Sticken mit Stickschaum nicht so ganz ohne ist, haben wir im Video direkt noch einen Tipp für die Janome MC 550E. Und wer die Technik mit Stickschaum und Applizieren erst mal ausprobieren will, kann sich immer noch das Herz als Freebie bei uns holen.
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Fringe und Sublimation? Was kommt dabei raus? Das erklären wir euch in diesem Video.
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Wie kommt das Stickmuster eigentlich in die Stickmaschine?
Da gibt es aktuelle ja verschiedenen Möglichkeiten, die gängigste ist der USB-Stick. Auch wenn das für erfahrene Sticker einfach klingt, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat, gibt es da viele Fragen und auch einige Stolpersteine. Was ist FAT32? Warum zeigt meine Stickmaschine keine Muster an? Mein Computer kann diese Stickmuster ja gar nicht öffnen!
Wir zeigen jetzt auf dem nähRatgeber Schritt für Schritt, wie das Stickmuster vom PC auf die Stickmaschine kommt. Ihr findet diesen Beitrag, wie viele andere interessante Themen rund um das Sticken und die Technik dazu, auf www.naehratgeber.de in der Kategorie "Ratgeber - Sticken". Ihr habt noch Fragen? Immer her damit!
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