Tutorial von Ganzmeinding: Taschenbaumler mit dem Kreisstickapparat von BERNINA

Wie wäre es mit hübschen Taschenbaumlern für eure Mama, Tochter, Schwester, Tante, Oma, Freundin oder einfach für euch selbst?
Claudia von Ganzmeinding hat ein Tutorial für hübsche Taschenbaumler mit dem BERNINA Kreisstickapparat geschrieben. Nutzer anderer Marken müssen darauf aber nicht verzichten, wir haben die Alternativen am Ende des Beitrags aufgelistet.

Tutorial

Die hübschen Teile sind gar nicht schwer zu machen.

Ihr braucht dafür neben ein paar anderen Kleinigkeiten nur einen Kreisstickapparat für eure Nähmaschine, Kunstleder und ggf. SnapPap.

Im Set ist der Apparat mit zwei Schrauben und einem speziellen Schraubenzieher enthalten.

Für die Taschenbaumler braucht ihr zusätzlich zum Kreisstickapparat und zum Kunstleder ggf. SnapPap,  außerdem einen Nähfuß mit Gleitsohle, eine Microtexnadel, eine feine Nähnadel, Style-Vil, Vlieseline H250 oder etwas stärker, Stickgarn, Band für die Aufhängung, nach Wunsch Perlen, Karabiner etc.

Schneidet 10 cm x 10 cm große Quadrate zu: für die Vorderseite aus Kunstleder, für die Rückseite aus SnapPap (oder Kunstleder, Samtstepper...), für die Polsterung aus Style-Vil und zur Verstärkung aus Vlieseline. Die Vlieseline bügelt ihr ganz vorsichtig auf die Rückseite des Vorderteils auf. Achtung, nicht zu heiß, sonst schmilzt das Kunstleder!
Dann markiert ihr auf der Rückseite den Mittelpunkt.

Den BERNINA Kreisstickapparat bringt ihr nun an, wie in der Anleitung beschrieben. Ich habe ein Füßchen mit Gleitsohle verwendet, damit sich das Kunstleder gut verarbeiten lässt.

Nehmt den kleinen Stöpsel, der den Dorn abdeckt, ab. Passt gut auf ihn auf, der kleine transparente Stöpsel neigt dazu, spurlos zu verschwinden.

Jetzt piekst ihr das Kunstleder an der Markierung mit der linken Seite nach unten auf den Dorn und steckt den kleinen Stöpsel wieder auf.

Schiebt alles in die kleinste Durchmesserposition, stellt einen sehr geringen Füßchendruck ein (ca. 10) und setzt eine Microtexnadel ein.

Zum Nähen verwendet ihr am besten Stickgarn, das hat einen tollen Glanz. Dann sucht ihr euch einen Zierstich aus. Achtet dabei darauf, dass er sich mit eurem Füßchen auch nähen lässt und nicht einen offenen Stickfuß erfordert.

Mit geringer Geschwindigkeit könnt ihr jetzt die erste Runde nähen.

Am Rundenende müsst ihr langsam werden und schauen, ob der Rapport hinkommt. Zum Ausgleich könnt ihr das Material etwas festhalten oder am Schluss Geradstiche nähen (dabei die Nadelposition beachten). Auf dem Foto hier seht ihr, dass ich bei der ersten Runde ein paar Geradstiche nähen musste, damit das Muster passt.

Schiebt den Dorn eine oder zwei Stufen weiter und näht dann die nächste Runde. Ihr könnt nur einen Stich (siehe meine schwarz-weiße Variante) oder mehrere verwenden, ihr könnt euch für eine oder mehrere Farben entscheiden.

Wichtig ist, dass ihr am Ende der Runde den Faden einige Zentimeter lang lasst. Ich habe bis zu einem Durchmesser von maximal 7,5 cm gestickt.

Seid ihr mit euren Musterrunden fertig, nehmt ihr euer besticktes Vorderteil ab und zieht die Fadenenden mit einer feinen Nähnadel auf die Rückseite.
Auf der Rückseite verknotet ihr die Fadenenden einfach miteinander, damit sich nichts aufziehen kann. Die überstehenden Enden dann abschneiden.

Nun wird alles wie ein Sandwich gestapelt:

Piekst zuerst die Rückseite mit der rechten Seite nach unten auf ...

... dann folgt das Deco-Vil ...

... anschließend ein ca. 18 cm langes Aufhängeband, mittig gelegt.

Zum Schluss das bestickte Vorderteil. Versucht, das gleiche Loch wieder zu treffen und legt alles schön passgenau aufeinander. Vorsicht, dass das Band ordentlich liegt!

Verwendet unbedingt ein farblich passendes Untergarn, denn das ist auf der Rückseite zu sehen! Nun näht ihr mit einem Zickzack-Stich mit ca. 2 mm Stichbreite und 0,8 mm Stichlänge das "Sandwich" zusammen. Stellt den Kreisnäher so ein, dass ihr in einem kleinen Abstand zum letzten Muster nähen könnt. Während des Nähens könnt ihr alles etwas plattdrücken und, falls nötig, ein bisschen schieben, um den Transport zu erleichtern.
Ist der Kreis geschlossen, die Fäden etwas länger abschneiden und in die Naht ziehen.
So sieht die Rückseite aus. Der Rand wird nun bis auf ca. 3 mm zurückgeschnitten. Arbeitet hier sehr sorgfältig und setzt die Schere während des Schneidens der Rundung am besten nicht ab.

Schneidet zuerst grob um die Austrittsstelle des Bandes herum. Mit einer kleinen Schere könnt ihr dann hier die Lagen einzeln zurückschneiden. Dabei unbedingt aufpassen, dass ihr das Band nicht versehentlich durchtrennt.

Fast fertig!

In manchen Materialien verschwindet das durch den Dorn verursachte Loch wieder, in manchen bleibt es sichtbar. Um es zu verdecken oder einfach auch nur zur Dekoration könnt ihr Perlen aufnähen.

Dazu farblich passendes, stabiles Garn doppelt legen und das Ende ca. 5 cm vom Ende entfernt verknoten. Mit einer feinen aber stabilen Nadel einen ersten Stich von unten nach oben und zurück durch alle Lagen nähen. Dann die beiden Fäden miteinander verknoten und nun mit dem langen Fadenende auf beiden Seiten eine Perle aufnähen.

Wenn euch der helle Rand stört, dann könnt ihr ihn mit einem Textilmalstift anmalen.

Fertig! Jetzt könnt ihr den Anhänger mit einem Karabiner oder einem Ring an eure Tasche oder euren Schlüsselbund hängen.

Es macht total Spaß, mit verschiedenen Materialien, Farben, Zierstichen und Aufhängungen zu experimentieren. Ich konnte gar nicht mehr aufhören, wie ihr unschwer erkennen könnt...

Danke an Claudia von Ganzmeinding für das Tutorial!

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