Versäuberungstreifen Streberstreifen

Der Streberstreifen 2.0 – eine Versäuberungstechnik

Ein beliebtes Tutorial auf dem nähRatgeber ist der Versäuberungsstreifen für den hinteren Halsausschnitt, der auch gerne mal Streberstreifen genannt wird.

Warum? Weil man ihn beim Tragen nicht sieht, er aber dem Näher oder der Näherin des Shirts ein gutes Gefühl gibt, sein Bestes gegeben zu haben.

Sie nähen gerne den Streberstreifen und finden es fast schade, dass man ihn nicht sieht? Dann haben wir hier den Streberstreifen 2.0:

Die Nähtechnik ist eigentlich die gleiche, nur dass auf der rechten statt auf der linken Seite gearbeitet wird. Ein paar Punkte sind dabei zu beachten, diese sind in der Anleitung erwähnt.

Bereit, ein Streber zu werden?

Vorbereitungen

Das Shirt wird bis auf den Halsausschnitt fertig gearbeitet.

Für einen gleichmäßigen Übergang an den Schultern sollten Sie nicht mit der Overlock zusammennähen, sondern nur die Kanten versäubern und die Naht mit der Nähmaschine nähen. Anschließend die Nahtzugaben auseinander bügeln.

Versehen Sie dann den Halsausschnitt mit einem links auf links gefalteten Stoffstreifen, so wie in diesem Tutorial beschreiben: Halsbündchen ohne Messen.

Achtung!

Sie nähen den Streifen nicht wie gewohnt auf die rechte Stoffseite, sondern auf die linke, so dass die Schnittkante später außen liegt.

Auch hier sollten Sie den Rundenschluss mit der Nähmaschine vornehmen. Mit der Schnittbreite Ihrer Overlock bestimmen Sie hier, wie breit der Versäuberungsstreifen wird. Dies sollten vor allem Nutzer einer Overlock mit einer Schnittbreite von 9 mm hin und wieder nutzen!

Versäuberungsstreifen anbringen

Schneiden Sie sich einen Stoffstreifen zu, der mindestens zwei mal so breit ist wie Ihre Overlocknaht. Er sollte länger sein als der Ausschnitt, die endgültige Länge wird beim Stecken bestimmt. Wir verwenden immer zwischen 4 und 5 cm in der Breite, der Überstand wird ohnehin später abgeschnitten. Weniger als 3 cm sollten es nicht sein.

Diesen Schritt sollten Sie auf einer Schneiderbüste vornehmen. Schlagen Sie den Einfassstreifen am kurzen Ende 1 cm auf die linke Stoffseite um und stecken Sie ihn dann mit der rechten Stoffseite von oben auf die Overlocknaht.

Stecken Sie den Streifen rundherum auf die Overlocknaht und dehnen Sie ihn dabei leicht. Es ist nicht nötig, ihn wie beim Annähen des Halsbündchens zu dehnen.

Am Ende der Runde schlagen die den Streifen auf links, so dass die Bruchkanten aneinanderstoßen.

Kürzen Sie jetzt den Streifen 1 cm nach dem Umschlag.

Nehmen Sie das Shirt von der Büste und lösen Sie die Nadeln von Anfang und Ende.

Legen Sie die kurzen Enden rechts auf rechts aufeinander und stecken Sie sie fest.

Dann werden die Enden zusammengenäht und auseinander gebügelt.

So sieht der festgesteckte Streifen dann aus. Zur Kontrolle: Er liegt mit der rechten Stoffseite auf der Overlocknaht und auf der linken Stoffseite des Shirts.

Nun steppen Sie den Streifen von der Overlocknaht aus fest. Benutzen Sie dafür einen dehnbaren Stich, zum Beispiel den Elastikstich (nicht den Dreifachgeradstich!).

Eine Begründung dazu lesen Sie HIER.

Nähen Sie knapp links von der Overlocknaht. Wir stellen dafür den Stich eine Position nach links und orientieren uns mit der Markierung auf dem Nähfuß an der Overlocknaht.

Warum ein elastischer Stich, wenn später noch zwei Geradstiche folgen?

Beim Streberstreifen im hinteren Halsausschnitt haben wir angemerkt, dass ein Geradstich ausreicht. In diesem Fall muss der übernähte Bereich auch nicht dehnbar sein, weil er nur ein Drittel des Ausschnittes einnimmt.

Hier nähen wir jedoch am gesamten Ausschnitt und in diesem Moment erst mal „nur“ auf vier Lagen Stoff. Beim folgenden Geradstich sind es schon sechs Lagen. Je mehr Material, desto dehnbarer ist auch ein Geradstich, da mehr Fadenmenge in den Stoff gebracht wird. Haben Sie Bedenken, dass der Geradstich reißen könnte, nähen Sie diese Nähte mit METTLER Seraflex.

Trotzdem ist diese Art nicht für eng anliegende Ausschnitte gedacht.

Versäuberungsstreifen absteppen

Der Streifen ist angenäht.

Fassen Sie nun den Streifen und schlagen Sie ihn um die Overlocknaht herum. Versuchen Sie dabei, einen gleichmäßgen Streifen zu erzeugen. Bildet sich in der hinteren Mitte eine Ausbuchtung, schneiden Sie die Nahtzugaben vom Rundenschluss zurück. 

Befestigen Sie den Streifen mit Klammern.

Jetzt sollten eine Farbe passend zum Stoffstreifen einfädeln. Auf dem Streberstreifen treten die Stiche sehr in den Vordergrund, man wird jede Unebenheit sehen.

Legen Sie das Shirt mit der rechten Stoffseite nach oben unter die Nähmaschine. Das Halsbündchen schlagen sie nach links, die ummantelte Overlocknaht liegt rechts. Stellen Sie sicher, dass sich der Stoff auf der Unterseite nicht einrollt und sie versehentlich eine weitere Lage mit festnähen. 

Nähen Sie den umgeschlagenen Stoffstreifen mit einem Geradstich fest, erhöhen Sie dabei die Stichlänge. Hier eignet sich gut ein Kantensteppfuß.

Danach wird der überstehende Stoff mit der Applikationsschere zurückgeschnitten.

Zwischendurch zu bügeln ist immer gut, aber jetzt sollten Sie es auf jeden Fall tun. Bügeln sie die eingefasste Overlocknaht auf die rechte Stoffseite. Sie können Sie auch mehrmals feststecken.

Steppen Sie dann die Overlocknaht auf der rechten Stoffseite fest.

Fertig ist Ihr Streberstreifen 2.0!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Tragen. Sollten Sie nach unseren Tutorials genäht haben, markieren Sie uns gerne auf Instagram mit @naehratgeber.

Alle Rechte an dieser Anleitung liegen bei nähPark Diermeier. Die Anleitung darf nicht weitergegeben oder als eigene ausgegeben werden. 

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Eine Antwort auf „Der Streberstreifen 2.0 – eine Versäuberungstechnik“

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