Kordelaufnäheinsätze

Die BERNINA Kordelaufnäheinsätze für den Rulerfuß Nr. 72/72S

Wenn Sie bereits einen Rulerfuß Nr. 72 oder Nr. 72S besitzen, können Sie diesen mit einem Handgriff zu einem Kordelaufnähfuß umbauen. Das geht ganz einfach mit den Kordelaufnäheinsätzen von BERNINA. Wir haben hier ein paar Tipps und Beispiele für die Verwendung dieser kleinen Erweiterung.

Sie können mit den Einsätzen ganz normal Freihandnähen und dabei eine Kordel auf den Stoff aufbringen. Wir haben bei diesen Kissen verglichen, mit welchem Nähfuß und das besser gelingt: Mit dem Kordelaufnähfuß Nr. 43 oder mit den Kordelaufnäheinsätzen am Fuß. Nr 72.

Stärkere Garne, bei denen wir die Gr. 2 oder 3 brauchten, konnten mit beiden Nähfüßen gleich gut aufgenäht werden, beim Freihandnähen fanden wir die transparente Sohle der Nr. 43 jedoch angenehmer. Dünnere Kordeln oder Garne (für die Gr. 1) konnten mit dem Kordelaufnähfuß Nr. 43 nicht angenäht werden, hier war der Rulerfuß mit einem Kordelaufnäheinsatz im Vorteil.

Da die Verwendung von Rulern das Hauptargument für die Einsätze ist, zeigen wir Ihnen die Anwendung auch bei dieser Technik:

Welche Größe?

Um die passende Größe zu wählen, sollten Sie unbedingt eine Probe mit dem entsprechenden Ruler/Freihandmuster machen. Denn nicht nur die Dicke der Kordel ist ausschlaggebend, auch das Material und die Richtungen, in die genäht wird. Baumwollgarne ließen sich schwerer verarbeiten als Wollgarne, sie tendieren schneller dazu, im Loch stecken zu bleiben. Hier sehen Sie unsere drei im Beispiel verwendeten Garne mit den entsprechenden Einsätzen.

Die Kordel einführen

Der Einsatz wird von unten fest eingedrückt und dann der Rulerfuß montiert. Versenken Sie den Transporteur. Kontrollieren Sie die Höhe, der Stoff sollte sich noch unter dem Fuß bewegen lassen. Zum Ausgleich können Sie an der goldenen Schraube drehen und auch den Nähfußdruck verstellen, im negativen Bereich wird der Fuß angehoben.

Vernähen Sie den Faden auf der Stelle.

Spannen Sie die Kordel von links nach rechts vor dem Faden, drücken Sie ihn nach hinten und senken Sie die Nadel einmal ab.

Heben Sie die Nadel wieder an. Der Faden hat nun eine Schlaufe um die Kordel gelegt. Heben Sie den Nähfuß an.

Ziehen Sie am vernähten Faden, dadurch wird die Kordel durch das Loch gezogen. Legen Sie den Anfang der Kordel nach rechts weg.

Rulerwork mit den Kordelaufnäheinsätzen

Das war es schon, Sie können mit dem Rulern loslegen. Die Kordel / das Garn sollte dabei immer von vorne auf den Nähfuß zulaufen und keinen Zug ausüben.

Die Kordel verstopft das Loch

Besonders bei festen Kordeln oder Baumwollgarnen kommt es vor, dass die Kordel das Loch verstopft. Passiert das oft, sollten Sie beim Einsatz die nächste Größe wählen. Läuft es sonst gut und es passiert nur selten, halten Sie an, sobald Sie spüren, dass die Nadel sich schwer tut. Sie könnte sonst abbrechen.

Heben Sie den Nähfuß an und drücken Sie den Stoff nach unten. Meist löst sich die verdickte Stelle dann schon nach unten.

Hat sie ein Knäuel gebildet, so wie hier, ist es besser, ein paar Stiche des Nähgarns aufzutrennen und neu anzusetzen. Durch das dicke Garn wird die Stelle ja direkt kaschiert.

Garne, die selbst bei größerem Loch zum Verstopfen neigen, sollten möglichst gerade auf den Rulerfuß zulaufen. Streichen Sie das Garn regelmäßig glatt, ohne es zu spannen. Testen Sie, ob es nicht besser ist, das Projekt zu drehen. Beim Nähen nach vorne verstopft das Loch schneller als beim Nähen nach hinten. Die Stichlänge sollte nicht zu klein sein und auf der Stelle nähen ist zu vermeiden.

Hier haben wir drei verschiedene Garne mit einen Chevron-Ruler aufgenäht, wobei wir alle drei Größen der Einsätze verwendet haben. Schwarz Gr. 1, Meliert Gr. 2 und Gemustert mit Gr. 3.

Tipp vom nähRatgeber:

Die Gr. 3 der Kordelaufnäheinsätze können Sie als Design Stitching Line Disc nutzen. Denn wenn man das Muster vorher testen möchte, kann man den Ruler ja nicht einfach mit dem Stift abfahren. Die Einsätze haben den gleichen Durchmesser wie ein Rulerfuß und ein Bleistift passt gut hindurch.

Sticken mit den Kordelaufnäheinsätzen

Den Rulerfuß kann man in der Software aktuell noch nicht auswählen. Er ist etwas größer als der Stickfuß Nr. 26, sollte aber normalerweise nicht am Rand anstoßen. Können Sie in Ihrer BERNINA diesen Fuß aktiveren, tun Sie es trotzdem. Damit ist sichergestellt, dass der Rahmen sich frei bewegen kann.

Die Stickmotive sollten möglichst in einem Durchgang ohne Absetzen gestickt werden können und für Couching ausgelegt sein. Also nicht zu dicht und wenig Überkreuzungen.

Das Einfädeln der Kordel funktioniert beim Sticken genauso, wie oben gezeigt. Halten Sie die Fäden am Anfang fest, deaktivieren Sie das Schneiden von Sprungstichen und auf jeden Fall die Fadenentfernungsfunktion.

Das Garn / die Kordel sollte von vorne locker auf den Fuß zulaufen, wir führen ihn dabei mit der Hand. Nicht zu schnell sticken. Tipp: Sticken Sie mit dem Pedal! Dann haben Sie die volle Kontrolle und können jederzeit anhalten.

Die Höhe können Sie über das goldene Stellrad anpassen. Anfang und Ende der Kordel können Sie mit einer Stopfnadel durch den Stoff nach hinten ziehen und verknoten.

Wir haben das selbst erstellte Design mit einem Polyester-Farbverlaufsstrickgarn auf Jersey gestickt (hinten MADEIRA Weblon Stable aufgebügelt, vorne MADEIRA Avalon Film). 

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