Die Bernina Toolbox – individuelle Untersetzer sticken

Im zweiten Teil des Tutorials für die Bernina Toolbox geht es an die Stickmaschine. Im ersten Teil hat uns Sara Öchsner gezeigt, wie man die Stickdatei erstellt und hier können Sie sehen, wie sie anschießend gestickt wird.


Als Stickanfängerin habe ich mich gefragt, ob es eine einfache Möglichkeit gibt, Stickmuster nicht von Grund auf selbst zu erstellen, aber vorhandene auf die eigenen Wünsche anzupassen.

So bin ich auf die Toolbox von BERNINA aufmerksam geworden. Der erste, riesige Vorzug dieses Programmes ist, dass es nicht nur auf Windows, sondern auch auf dem Mac läuft. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass man auf die BERNINA-Cloud mit ihren Stickmustern auch mit den iOS-Geräten zugreifen kann. Dies ermöglicht es einem, bequem vom Sofa aus mit dem iPad oder iPhone aus arbeiten zu können.

Heute stelle ich euch also diese Sticksoftware vor, zeige euch, wie man aus vorhandenen Designs individuelle Stickmuster abwandeln und diese dann mit der Stickmaschine zu wunderschönen Untersetzern verarbeiten kann. Warum ich mich für Untersetzer entschieden habe? Sie bieten dank der kleinen Fläche eine wunderbare Möglichkeit für Einsteiger wie mich und sind dennoch besondere Erinnerungsstücke oder Geschenkideen für liebe Menschen.

Bevor wir uns an die Stickmaschine setzen, arbeiten wir uns zunächst in die Toolbox ein, schauen uns die verschiedenen Funktionen an und wählen dann die Motive aus, die wir abwandeln möchten. Wie ihr die Toolbox auf eurem Computer installiert, erfahrt ihr direkt auf BERNINA oder im Handbuch der Toolbox, darauf gehe ich hier nicht weiter ein. Für alle, die sich die Software erst einmal anschauen möchten – ich weiß, die Vollversion ist nicht günstig – kann sich die 30-Tage-Testversion problemlos herunterladen. Auch mit der Testversion erhält man eine gewisse Anzahl an Stickmustern. Wenn die Tage abgelaufen sind, lassen sich die Stickmuster dennoch mit einem USB-Stick auf die Nähmaschine übertragen.
Außerdem ist es möglich, die Toolbox in einzelnen Bausteinen zu kaufen. Ihr sucht euch bspw die Vollversion zum Lettering (also Erstellen von Schriftzügen) aus und zahlt nur diesen Teil. So könnt ihr euch Stück für Stück eure Toolbox zusammenstellen.

 

Zu der Stickmaschine benötigt ihr zusätzlich den entsprechenden Stickrahmen, das zu bestickende Material (hier Bastelfilz in 5mm Dicke und als Rückseitenstoff habe ich mich für beschichtetet Baumwolle entschieden), selbstklebendes Stickvlies (bspw. Filmoplast), eine Stick- bzw. Applikationsschere, einen Markierstift und eine Schablone für eure Untersetzer (Kreis mit 12cm Durchmesser).

 

Spannt das Filmoplast in den Stickrahmen.

 

 

 

 

 

Ritzt vorsichtig die Oberseite an, so dass ihr sie abziehen könnt.

 

 

 

 

 

Legt den Bastelfilz darauf und streicht ihn fest.

 

 

 

 

 

Bereitet eure Stickmaschine vor: setzt das Stickmodul, die Sticknadel, das Füßchen, die Stickplatte und die Unterfadenspule ein, versenkt den Transporteur und steckt den USB-Stick mit euren Dateien in die Maschine. Diese ist nun bereits ausgewählt. Fädelt das erste Stickgarn ein.

 

 

 

Damit der Filz gar nicht mehr verrutscht, lasse ich die Maschine einen Heftrahmen nähen.

 

 

 

 

 

Startet diesen.

 

 

 

 

 

So sieht das dann aus.

 

 

 

 

 

Anschließend lasst ihr die Maschine die erste Garnfarbe sticken.

 

 

 

 

 

Schneidet danach die Fäden ab und fädelt die nächste Farbe ein. Diesen Vorgang wiederholt ihr so oft, bis eure Motive fertig gestickt sind.

 

 

 

 

Nehmt das Stickmotiv aus dem Rahmen und entfernt vorsichtig den Heftfaden.

 

 

 

 

 

Schneidet anhand der Kreisschablone sowohl die Oberseite aus Filz, als auch die Unterseite aus beschichteter Baumwolle aus.

Eure geübten Augen werden es sehen: an zwei Stellen war mein Motiv zu nah am Rand des Stickrahmens, so dass mir der Oberfaden gerissen ist: die rechte lilafarbene Blume und der untere Rand des Teebeutels weisen einen kleinen Fehler auf. Das finde ich persönlich nicht schlimm, sondern habe daraus gelernt und das zweite Stickmotiv noch etwas verkleinert, so dass alle Stellen gut ausgestickt werden konnten.

 

Auf der Rückseite entfernt ihr das Klebevlies soweit vom Rand, dass es von außen nicht mehr sichtbar ist. Legt die beschichtete Baumwolle links auf links auf den Filzkreis und vernäht diese knappkantig mit eurer bereits umgebauten Nähmaschine.

 

 

 

 

Passt auf Wunsch eure Garnfarbe den zwei Lagen des Untersetzers an, so ist die Naht nachher kaum zu sehen. Alternativ könnt ihr natürlich auch eine Kontrastfarbe und einen Zierstich wählen, falls ihr die Naht gut sichtbar machen wollt.

 

 

 

 

Auch die beiden Kaffeeuntersetzer habe ich gestickt und fertig genäht.

 

 

 

 

 

Danke an Sara Öchsner von Sara & Tom für das tolle Tutorial!

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