Flachnaht mit der Nähmaschine

Die falsche Flachnaht mit der Nähmaschine

Macht man mit der Overlock eine Flachnaht, sieht die Rückseite aus wie einzelne Striche. Diesen Leiterstich kann man auch mit der Nähmaschine erzielen.

Wie entsteht der Leiterstich?

Im Prinzip wird hier ähnlich genäht wie beim Blindstich. Zumindest das Falten geht schon mal gleich:

Bügeln Sie Ihren Saum um. Bei Stoffen, die sich nicht gut bügeln lassen, befestigen Sie den Saum mit ein paar Stoffklammern

Legen Sie ihn mit der linke Stoffseite nach oben hin und schieben Sie Saum und Stoffvorderseite zusammen, so dass sie rechts auf rechts zusammenkommen.

Die Schnittkante soll dabei ca. 5 mm über die soeben gelegte Bruchkante überstehen.

So kommt der Stoff dann unter den Nähfuß. Wir nähen hier mit dem Raupennahtfuß von JANOME, damit sich der Jersey nicht wellt. Zusätzlich haben wir nach den ersten Versuchen eine hitzelösliche Folie untergelegt. Mit Folie lassen sich die Stiche später leichter aufziehen. Sie können auch wasserlösliche Folie verwenden und bei dickeren Stoffen ohne Folie arbeiten.

Stellen Sie Ihre Nähmaschine auf einen Zickzackstich ein. Erhöhen Sie die Stichbreite, soweit es geht. In unserem Fall Stichbreite 6. Die Stichlänge sollte 2-3 mm betragen. Je nachdem, wie weit Sie die Striche später zusammen haben möchten.

Die Oberfadenspannung wird gesenkt, so weit wie möglich. Testen Sie vorher auf einem Probestück. Ist sie zu niedrig, könnten Fehlstiche auftreten. Bei der JANOME 230 DC stand sie auf 1.

Nähen Sie nun so, dass die Nadel rechts nur in die eine Stofflage sticht, links durch alle Lagen. Die Bruchkante befindet sich dabei ungefähr in der Mitte. Die exakte Position für Ihren Stoff müssen Sie nach den ersten Probenähten abschätzen. Beim Raupennahtfuß kann man sich gut an den beiden roten Strichen orientieren.

So sieht die Naht von links dann aus.

Und so nach dem Wenden auf die rechte Stoffseite. Es ist gut zu erkennen, dass der Unterfaden den Oberfaden langgezogen hat. Entfernen Sie die Folie schon mal durch Abreißen (daher hier kein wasserlösliches Vlies verwenden, dass lässt sich schlecht abreißen).

Jetzt klappen Sie den Saum wieder nach unten.

Und ziehen daran. So treten die Leiterstriche zum Vorschein.

Den Überstand über der Naht können Sie mit einer Applikationsschere zurückschneiden, wenn Sie möchten. Entfernen Sie den Rest der Folie durch Wegbügeln (oder Auswaschen).

Falsche Flachnaht auf Sweat

Je dicker der Stoff, desto schmäler wird der Leiterstich bei gleicher Einstellung.

Bei diesem Sweat haben wir mit dem Satinfuß genäht, auch er läuft gut auf der Bruchkante. Da sich der Stoff schlecht bügeln ließ, wurde mit Stecknadeln gearbeitet.

Tipp:

Bügeln Sie immer nur die Saumkante, nicht die Bruchkante, die für die Flachnaht (oder den Blindstich) gelegt wird. Diese Bügelkante wird sonst vor allem beim Blindstich hinterher sehr auffallen.

Alles andere wird genäht wie oben gezeigt. Nutzen Sie die volle Stichbreite Ihrer Nähmaschine aus. In diesem Beispiel war die maximale Breite 7 mm (JANOME 230 DC).

Die fertige „Flachnaht“.

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