Paspelfuß Janome

Wie näht man mit dem Paspelfuß?

Paspeln sind sowohl an Kleidung, als auch an Heimdeko oder Taschen ein dekoratives Element. Mit einem Paspelfuß für die Nähmaschine gelingt das gleichmäßige Herstellen oder Annähen schnell und sicher.

Hier sehen Sie die Anwendung eines Paspelfußes von JANOME am Modell 230 DC, das Prinzip ist jedoch bei allen Nähmaschinenfüßen gleich.

Stoff vorbereiten

Sie benötigen einen geraden Stoffstreifen. Schneiden Sie diesen am besten mit einem Rollschneider. Wie Sie mit zwei Linealen Streifen schneiden, zeigen wir in diesem Beitrag: Streifen schneiden.

Benötigen Sie eine lange Paspel, müssen Sie die Stücke noch aneinandersetzen, auch hierzu gibt es auf dem nähRatgeber etwas zu lesen: Schrägstreifen ansetzen (Beitrag folgt).

Um das später An- oder Einnähen zu erleichtern, können Sie den Streifen gleich in der richtigen Breite zuschneiden. Diese berechnen Sie wie folgt:

Zwei mal Nahtzugabe plus den Umfang der Kordel

Legen Sie die Kordel mittig auf die linke Stoffseite. Um ein Herausrutschen zu vermeiden, können Sie die Kordel am Anfang des Stoffstreifens mit ein paar Stichen festnähen.

Schlagen Sie den Stoff fest um die Kordel herum.

Wenn Sie möchten, können Sie den Stoff mit einer Stecknadel befestigen, bis Sie ihn unter dem Nähfuß haben.

Paspel herstellen

Montieren Sie den Paspelfuß und wählen Sie einen Geradstich aus.

Ihr Garn sollte farblich zur Paspel passen.

Legen Sie den Streifen mit der Kordel unter den Nähfuß. Streichen Sie die Kordel mit dem Fingernagel so weit wie möglich nach links und legen Sie die Stoffkanten aufeinander.

Passen Sie die Nadelpositon der Kordel an. Sie sollte fest umschlossen werden. Achten Sie darauf, die Nadel nicht zu weit zu verstellen, damit sie nicht den Nähfuß berührt.

Drehen Sie dazu am Handrad und testen Sie die Einstichstelle.

Tipp:

Wenn Sie die Paspel später zwischen zwei Lagen einnähen wollen, gehen Sie von der zuletzt gewählten Einstichstelle wieder einen Punkt zurück nach rechts. Beim Einnähen stellen Sie die Nadel dann um diesen Punkt weiter nach links, so wird die Naht zum Herstellen der Paspel beim Einnähen verdeckt.

Vernähen Sie und beginnen Sie dann damit, die Paspel herzustellen. Schieben Sie die Kordel immer in die Mitte des Streifens, legen Sie die Stoffkanten übereinander und streichen Sie die Kordel nochmal nach links.

So nähen Sie nun die Paspel fertig.

Nun gibt es unterschiedliche Varianten, wie Sie die Paspel weiter verarbeiten.

Paspel an eine Stoffkante nähen

Legen Sie Stoff und Paspel zusammen unter den Nähfuß, die Stoffkanten der Paspel liegen dabei auf der Kante des Stoffes. Die rechte Stoffseite zeigt nach oben. Da der Paspelfuß zwei Vertiefungen hat, können Sie die Paspel rechts- oder linksseitig annähen.

Stellen Sie Ihre Nadel eine Position weiter nach links (wenn Sie wie in diesem Fall, den Stoff links liegen haben) und nähen Sie die Paspel an.

Danach klappen Sie die Paspel um, so dass die offenen Kanten auf der Rückseite des Stoffes liegen. Bügeln Sie die Paspel und steppen Sie sie dann mit einem Stich Ihrer Wahl fest.

 

Paspel einnähen

Möchten Sie die Paspel zwischen zwei Stofflagen nähen, legen Sie die zweite Lage mit der rechten Stoffseite nach unten obenauf.

Nun können Sie die Paspel so belassen, oder auf eine Seite bügeln und den Stoff von rechts absteppen.

Designbeispiel

Wir haben hier ein Kissen mit dem Paspelfuß gestaltet. 

Die Kante wurde dann natürlich auch mit einer Paspel genäht, hierzu haben wir noch ein paar Tipps für Sie:

Bereiten Sie eine Paspel vor, die lange genug ist für ihr Kissen (Überstand mind. 10 cm). Bei einem Kissen in 40 x 40 cm also 170 cm lang.

Beginnen Sie in der Mitte einer Seite und klammern Sie die Paspel ein Stück weit auf der rechten Stoffseite fest.

Legen Sie beides unter den Nähfuß, die Nadelposition ist gleich wie beim Herstellen.

Nähen Sie bis 1 cm vor der Ecke (hier mit einer Stecknadel markiert).

Vernähen Sie und nehmen Sie den Stoff unter dem Nähfuß heraus.

Knipsen Sie die Paspel mehrmals vor und hinter der Vernähstelle ein, schneiden Sie nicht in die Naht.

Legen Sie die Paspel um die Ecke, klammern Sie sie kurz fest.

Legen Sie den Stoff wieder unter den Nähfuß, die Paspel in der linken Vertiefung und beginnen Sie genau an der vorherigen Vernähstelle erneut zu nähen.

Geübte Näher können die Paspel schon ein paar Zentimeter vor der Ecke einschneiden und lassen die Nadel im Stoff stecken, während er um 90 Grad gedreht wird.

Nach der letzten Ecke kommen Sie wieder zum Anfang. Nähen Sie auf bis ca. 5 cm hin. Legen Sie das Anfangsstück schräg zur Seite heraus.

Legen Sie das Ende gerade über den Anfang und nähen Sie langsam über beide Paspelteile, achten Sie darauf, dass nichts verrutscht. Sie können hierfür den Nähfußdruck senken.

Sind Sie am Nahtanfang angekommen, legen Sie das Ende ebenfalls schräg heraus.

Nähen Sie gerade über die Paspel.

So sieht das nach dem Darübernähen aus.

Schneiden Sie die Überstände ab und legen Sie die Kissenrückseite rechts auf rechts auf die Vorderseite.

Anleitungen für Kissenhüllen und die verschiedenen Verschlüsse finden Sie am Endes dieses Beitrags. Wir haben uns für einen Hotelverschluss entschieden.

Sie könnten hier, wie oben gezeigt, die Paspel quasi blind einnähen, durch die Vertiefung wird der Nähfuß immer entlang der Paspel laufen.

Exakter wird es, wenn Sie von der anderen Seite arbeiten. Sie sehen hier also die linke Stoffseite der Kissenvorderseite.

Stellen Sie jetzt die Nadel eine Position weiter nach links als beim Herstellen. Sie sehen die vorher genähte Naht und können so kontrollieren, ob die Nadel ein bisschen weiter links einsticht als vorher. Dann wird die Paspel von der rechten Seite noch sauberer aussehen.

An den Ecken versenken Sie die Nadel im Stoff, heben den Nähfuß an und drehen den Stoff um 90 Grad.

Jetzt noch die Kanten versäubern, Kissen wenden und füllen. 

Auch die Paspeln auf dem Vorderteil wurden mit dem Paspelfuß genäht.

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