Raupennahtfuß Janome Set

Der Raupennahtfuß von JANOME

Es gibt Nähfüße, die hat jeder Hersteller im Sortiment und es gibt Spezialfüße, die gibt es nicht für jede Nähmaschine. So ist es mit dem Raupennahtfuß von JANOME. Der kleine Exot fällt aber nicht nur optisch aus der Reihe, er bringt auch noch Zubehör mit. Allerdings kann er zum Teil nicht mal bei den aufgelisteten passenden Modellen einfach so benutzt werden.

Da wir schon während des Schreibens dieses Artikel mehrfach nach der Kompatibilität mit anderen Marken gefragt wurden, fügen wir am Ende des Beitrags eine Liste an, an welchen Modellen wir es bereits für unsere Kunden getestet haben und was eventuell beachtet werden muss.

Der Raupennahtfuß kommt in einer praktischen Box, in der auch die Anbauteile aufbewahrt werden. Enthalten sind:

  • Drei Säumer

  • Ein Blindstichvorsatz

  • Ein Schrägbandeinfasser

Die Montage

Der Raupennahtfuß wird angeklickt, wie alle anderen Snap-On Sohlen auch. Kommen wir nun zu dem Punkt, was Sie bei der Stichauswahl beachten müssen. Sie sehen den Fuß hier am Modell JANOME 230 DC montiert, Stich Nr. 00, also Geradstich links.

Jetzt Stich Nr. 01, Geradstich Mitte. Die Nadel befindet sich allerdings nicht in der Mitte.

Hier sehen Sie den Grund dafür. Das Modell 230 DC hat Snap-On-Sohlen mit nicht mittigem Steg. Bei JANOME gibt es drei verschiedene Nähfußsysteme und ein Teil davon hat den Steg wie oben im Bild nicht mittig. Der Steg des Raupennähfußes ist jedoch in der Mitte.

Das hat zur Folge, dass Sie bei einem Zickzackstich nicht die volle Stichbreite (im Fall der 230 DC 7 mm) ausnutzen können.

Wir haben ein paar Tests gemacht, der Fuß nimmt auch bei 7 mm Stichbreite keinen Schaden, aber er wird beim rechten Einstich immer ein bisschen zur Seite gedrückt, was dann für eine unruhige Naht sorgen kann.

Bis 6 mm Stichbreite kann der Fuß problemlos verwendet werden.

Was näht man mit dem Raupennahtfuß?

Sie können ihn eigentlich für alle Nähte benutzen, seine Vorteile zeigen sich jedoch besonders bei dehnbaren, voluminösen oder schwer zu transportierenden Stoffen. Die Einsatzgebiete sind also ähnlich wie beim Obertransportfuß. Die Raupen bewegen sich mit, wenn der Transporteur den Stoff weiter zieht, somit verschieben sich die Stofflagen nicht.

Wir haben damit Jersey gesäumt.

Oder Style Vil zwischen zwei Lagen Stoff abgesteppt.

Auch auf Kunstleder sorgte der Raupennahtfuß für eine gleichmäßige Naht.

Wofür nutzt man die Zubehörteile des Raupennahtfußes?

Schrägbandeinfasser

Das Anbauteil zum Schrägbandeinfassen dürfte vielen Nähmaschinenbesitzern bekannt sein. Wir haben hier auf dem nähRatgeber bereits Beiträge zu so einer Art Nähfuss:

Der verstellbare Bandeinfasser von HUSQVARNA VIKING

Ecken mit dem Bandeinfasser

Die Anwendung ist mit dem Raupennahtfuß die gleiche.

Hier kommt allerdings noch der verbesserte Transport dazu. So war es ganz einfach, klares Vinyl mit Schrägband einzufassen.

Aber auch bei normalen Einfassen mit Schrägband kann mit dieser Kombination gearbeitet werden. 

Hier handelt es sich um eine Amy von Das mach ich nachts. Statt einem Binding haben wir hier mit Schrägband am Reißverschluss gearbeitet. 

Blindstichvorsatz

Das kleinste Teil im Set ist eine Ergänzung zum Blindstichnähen. Hier läuft die Anwendung genau wie beim normalen Blindstich auch, nur dass Sie hier die Position der Führung Ihren persönlichen Wünschen anpassen können. Besonders bei dünneren Stoffen gelingt der Blindstich so noch besser.

Wir haben diese Kombination genutzt, um mit der gleichen Technik einen Leiterstich mit der Nähmaschine auf Jersey zu nähen.

Die Anleitung dafür finden Sie demnächst hier auf dem nähRatgeber.

Die Säumer

Und dann gibt es noch die drei Säumer. Sie schlagen den Stoff ein, während die Maschine näht. Auch wenn das erst einmal nach Arbeitserleichterung klingt, braucht es doch auch etwas Übung und auch ein bisschen Vorbereitung. Eine Probenaht wird immer nötig sein. Da der Säumer abnehmbar ist, muss die richtige Position meist noch angepasst werden.

Zuerst mal sollte Ihr Stoff gerade geschnitten sein. Hier empfiehlt es sich, mit einem Rollschneider und einem Lineal zu schneiden.

Die Ecke schneiden Sie ein Stück ab, so lässt sich der Stoff besser einführen.

Die Stoffkante bügeln Sie laut Herstellerangabe 6 mm weit nach links um.

Warum 6 mm?

Auf den Säumern finden Sie inch-Angaben. Diese sind darauf ausgerichtet, dass Sie eine Zugabe nehmen, wie auf dem Säumer angegeben. Der 8/8-inch Säumer produziert keinen 8/8 inch breiten Saum, sondern einen um 1/4 inch schmäleren, dies sind die 6 mm, die umgebügelt werden. 

Tun Sie sich also schwer, 6 mm umzubügeln, können Sie auch mehr einschlagen. Sie arbeiten dann nur nicht mit der angegebenen Saumzugabe. 

Legen Sie den Stoff vor den Nähfuß, die linke Stoffseite zeigt dabei nach oben.

Schlagen Sie jetzt den Stoff ein weiteres Mal ein, passend zu der Breite des montierten Säumers.

So schieben Sie den Stoff in den Säumer, jeden Teil des Umschlags in den entsprechenden Bereich. Die umgebügelte Kante befindet sich also in der Mitte, was Sie soeben umgeschlagen haben, oben und der Rest des Projekts ganz unten.

So wird der Stoff durch den Säumer gezogen. Hier ist eine spitze Pinzette sehr hilfreich.

Ziehen Sie den Stoff unter den Nähfuß, senken Sie ihn ab und vernähen Sie.

Nach ein paar Zentimetern kontrollieren Sie, ob die Nadel ganz an der eingeschlagenen Kante einsticht. Sie können hier die seitliche Position der Nadeln ändern oder die Schraube lösen und den Säumer verschieben.

Vor dem Säumer führen Sie den Stoff so: Mit der rechten Hand schlagen Sie den Stoff ein, während Sie mit dem linken Zeigefinger die Umschlagkante leicht nach rechts drücken. Der Einlaufbereich des Säumers sollte immer mit Stoff gefüllt sein, auf beiden Seiten. Dann wird der Einschlag auch gleichmäßig.

Und was ist mit den Ecken?

Hier sehen Sie eine Ecke, mit dem Raupennahtfuß und mit Säumer genäht. Die Öse stammt aus unserer Stickmusterserie Holey.

Grundsätzlich bevorzugen wir für unsere Geschirrtücher ja Briefecken (hier zu sehen, Tutorial hier). Dann müssen die langen Seiten aber gebügelt werden, um einen Saum zu nähen. Möchten Sie mit dem Säumer etwas mit Ecken nähen, müssen Sie neu ansetzen. Um die Ecke kann man mit dem Säumer nicht nähen.

Ein Saum wurde genäht und die nächste Seite bereits eingebügelt. Das Abschneiden der Ecke sollten Sie in diesem Fall auslassen, sonst könnte man das später sehen.

Jetzt muss auch dieser Teil wieder in den Säumer geschoben werden. Durch den vorherigen Saum ist das Ganze jedoch dicker.

Bügeln Sie daher den zuvor genähten Saum zumindest an der Ecke wirklich gut platt.

Sie dürfen hier auch gerne mal den Hammer zur Hand nehmen. Mit dem praktischen Hammer von PRYM plätten Sie Ihren Stoff, ohne ihn zu sehr zu quetschen.

Der Waffelpiquee hat aber noch ohne Bügeln und Hämmern hindurch gepasst, die Pinzette hilft trotzdem.

Damit Sie knapp an der Kante mit dem Nähen beginnen können, sollten Sie eine Hebamme verwenden. Dann steht der Fuß gerade.

Das Set mit dem Raupennahtfuß ist also für vielerlei Zwecke einsetzbar.

An welche Nähmaschinen passt der Raupennahtfuß auch?

Wenn man markenfremde Füße montiert, gibt es neben der Breite des Stegs noch das Problem, dass der Ausschnitt für die Nadel mal zu weit vorne, mal zu weit hinten ist. Beim Raupennahtfuß können Sie den Abstand Steg-Loch verändern, er passt also durchaus auch bei anderen Marken. Ist Ihr Modell hier jedoch nicht gelistet, müssen Sie unbedingt erst mit dem Handrad prüfen, ob die Nadel nicht irgendwo anstößt. Auch die Höhe des Schaftes muss passen, was bei den meisten Snap-On-Füßen jedoch gleich ist.

Von uns getestete Modelle (die nicht auf der Liste im Shop sind):

  • BERNINA 7er Serie: Mit dem Snap-On-Adapter Nr. 78 passt der Raupennahtfuß an alle 7er Modelle. Allerdings können Sie nur mit 5,5 mm Stichbreite nähen.

  • JUKI NX7, DX3, DX5, DX7

  • BROTHER: alle Modelle

Wo er definitv nicht passt: 

  • JANOME 6700P, 8900, Skyline S6 (andere Nähfußhalterung)
  • HUSQVARNA VIKING (Nadelhalter stößt an)
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