Juki MO 2500 Testbericht

Die JUKI MO-2500 Sumato im Test – Fazit

Im letzten Teil unseres Juki-Tests mit der MO-2500 Sumato sind wir mit dickeren Stoffen gestartet. Aus Stoffonkel Bubble sollte ein Cardigan entstehen.

Während des Tests kam noch die Frage nach der maximalen Stoffdicke, die ordentlich geschnitten wird. Das haben wir mit verschiedenen Stoffen probiert:

Mit Waffelpiquee und Strickstoff. Die Oberkante des Messers steht am höchsten Punkt ca. 9 mm weit heraus. Die Kanten hatten nach dem Nähen eine Dicke von 7-8 mm.

Beim Waffelpiquee waren es 8 Lagen, beim Strickstoff 4. Alles wurde sauber geschnitten. Allerding nur mit dem Standarfuß auch am Nahtanfang. Der Traktorfuß ist ja vorne beweglich und hat daher nicht gut eingezogen, wenn er direkt auf den vielen Lagen losnähen musste. Das ist ja aber normal nicht der Fall, denn die dickste Stelle kommt an den Nahtkreuzungen und die schafft der Traktorfuß dann wieder besser als der Standardfuß.

Das konnte man am richtigen Projekt gut beim Einnähen der Ärmel sehen. Rechts mit dem Traktorfuß, links mit dem Standardfuß. Denn genau auf der Höhe der Schulter befindet sich nicht nur die Nahtkreuzung der Schulternaht, sondern auch ein eingenähtes Gummiband, was die Stufe zusätzlich erhöht:

Wir nähen bei Stoffen, die zum Ausleiern tendieren, immer ein Band bei der Schulternaht mit ein. Wenn kein farblich passendes Webband da ist, auch mal ein Gummiband. Das wird dann einfach nicht auf Zug eingenäht.

Dafür wird am Standardfuß nur die Schraube gelockert, das Band eingeschoben und die kleine Metallführung nah an das Band geschoben. Dann die Schraube wieder anziehen. Schon landet das Band garantiert unter den Nadeln.

Die restlichen Nähte waren (bis auf die Absteppung des Kragens, hier haben wir die JANOME Cover Pro 3000 mit dem Kettstich benutzt) mit der JUKI fix genäht. 

Schnitt: Lillesol & Pelle Nr. 29, Stoff: Stoffonkel Bubbles. 

Nach dem Cardigan wollten wir eigentlich gleich mit dem nächsten Projekt starten und dafür war ein Rollsaum geplant. Also angefangen mit dem Umstellen, da fielen uns Fäden und Fusseln auf. Und die Fäden liessen sich gar nicht herausziehen.

Also erst mal Stichplatte ab. Und dann wars klar. Wenn man ein Projekt aus so einem Stoff näht, sollte man die Maschine erst reinigen und dann umbauen. Denn durch das Verstellen des Messers auf die kleinste Schnittbreite haben wir alle Fusseln ordentlich eingeklemmt. Also Messer wieder zurück, Staubsauger mit kleinem Aufsatz geholt und erst mal geputzt.

Rollsaum mit Ziergarnen

Um nicht nur zum Testen sinnlos Stoff und Garn zu verbrauchen, wurde Schleifenband produziert. Und zwar aus Resten von Siebgewebe.

Dafür wurde der Rollsaum mit nur zwei Fäden genutzt, es sollte ja nur das Ziergarn im Vordergrund stehen.

Den Anfang machte MADEIRA Decora 12. Gestartet haben wir mit den normalen Einstellungen für den Rollsaum, aber da das Garn in der Nadel ja wesentlich dünner war als im Greifer, mussten wir hier noch etwas anpassen. Spannung an der Nadel rauf, am Greifer runter und schon hat es gestimmt.

Dann wurden einfach die Streifen aus Siebgewebe auf beiden Seiten mit einem Rollsaum versehen und dann zur Schleife gebunden.

Darauf folge MADEIRA Glamour No. 8, hier haben wir die Einstellungen fotografiert. Wir haben festgestellt, dass es einfacher für uns ist, bei sehr dicken Garnen den Hebel für den Rollsaum nicht zu verwenden, so finden wir die perfekte Spannung leichter. Wenn er oben stand, musste das Rädchen auf 1 gestellt werden. Man kann wohl grob sagen, der Hebel erhöht die Spannung um 4 Punkte.

Ähnlich war es auch bei MADEIRA Cotona No. 4.

Insgesamt war das Einstellen ziemlich einfach, bis die Naht gut ausgesehen hat.

Die Lufteinfädelung hat mit Decora No. 12 noch funktioniert, bei Cotona und Glaumour nicht, hier haben wir einen Hilfsfaden verwendet.

Die Einfädelhilfe in Form eines Drahtes ging bei uns nicht durch den rechten Luftkanal, nur durch den linken (den wir hier ja aber gar nicht gebraucht haben). Nach Rücksprache mit unserem Techniker haben wir den Draht erst mal vom Greifer her durchgezogen. Da ging es, also gab es zumindest keine größere Blockade. Aber erst nach dem Abschmirgeln der Spitze ging er bei uns auch von der richtigen Seite aus durch. Dafür haben wir sehr feines Schleifpapier im Bruch gefaltet und die Spitze des Drahtes mehrmals rückwärts durchgezogen.

Dann konnte ja auch MADEIRA Decora No. 6 getestet werden!

Mit dem Draht haben wir es zwar in den Kanal bekommen, aber nur bis zur Hälfte. Dann ging es uns zu schwer, wir wollten ja auch nichts abreißen.

Kann man die Lufteinfädelung umgehen?

Eigentlich nicht. Es ist in der Bedienungsanleitung nichts davon notiert und es gibt keine Öse, die dafür vorgesehen ist. Was nicht heißt, dass man es nicht versuchen kann.

Wir haben dafür die linke Führung über dem Luftkanal gewählt.

Den Einfädeldraht bei geschlossenen Luftkanälen einführen, öffnen und die Schlinge zwischen den Öffnungen herausholen. Das Decora durch ziehen und vorsichtig weiterziehen.

Damit hat das Nähen zwar geklappt, aber eine so schöne Naht wie mit den anderen Garnen haben wir nicht hinbekommen. Zum Vergleich haben wir dann nochmal das Cotona eingefädelt.

Hier ist gut zu erkennen, dass sich durch das Auslassen des ersten Teils der Lufteinfädelung die Spannung verändert. Links das Band, das wir ganz normal genäht haben, rechts mit der Umgehung. Davon ist die linke Naht mit den gleichen Einstellungen genäht wie vorher und rechts haben wir die Spannung auf den Maximalwert erhöht (9 plus Rollsaumhebel oben). Das Nähgeräusch war auch etwas anders.

Zum Absichern wurde das dann mit dem 3-fädigen Rollsaum auch noch versucht. Hier ein Schleifenband mit Decora 6 und auf der anderen Seite MADEIRA Aerofil 35. Es war durchaus möglich, mit Decora 6 zu nähen, aber ein Rollsaum, wie mit normalen Garnen war mit keiner Einstellung zu bekommen. Dafür ist es einfach zu dick. Die Naht mit dem Aerofil 35 im Greifer hat uns dann aber so gut gefallen, dass wir sie auf der anderen Seite nochmal wiederholt haben.

So ist dann gleich eine Schleife in Juki-Farben entstanden. Für ein gleichmäßig breites Band haben wir übrigens einfach die Stichführung von CLOVER auf der linken Seite aufgeklebt und mit den Fingern die fertige Seite daran entlang geführt.

Dann kam noch unser Lieblings-Bauschgarn dran, Bulky Lock No. 80.

Es ist zwar nadelfähig, aber kann ja trotzdem Probleme bereiten. Wir haben den dreifädigen Rollsaum auf einer Seite mit Bulky Lock in Greifer und Nadel genäht. Auf der anderen Seite dann mit Bulky Lock im Obergreifer und MADEIRA Aerofil 120 in Nadel und Untergreifer. Beides hat sehr gut geklappt es waren nur geringfügige Einstellungen nötig.

Also gleich im Anschluss auf den zweifädigen Rollsaum umgestellt, Bulky Lock im Greifer, Troja in der Nadel und was passiert? Die Naht wird einfach nicht schön. Nun ist Siebgewebe auch nicht gerade ein Standardstoff, also ein Stück Canvas geholt, auch nicht schön.

Dann beginnt das Ausschlussverfahren.

Liegts am Bulky Lock? Nicht wirklich, mit Aerofil 35 wird es auch nicht richtig gut.

Hier Vorder- und Rückseite des Rollsaums. Vorne fielen die Probleme nicht so auf, hinten und durch die Farben dagegen schon.

Links im Bild die Naht, die wir dann für okay befanden. Genäht mit Aerofil 35 im Greifer, Aerofil 120 in der Nadel. Und mit Ablaufscheibe. Rechts gegenüber die gleiche Naht ohne Ablaufscheibe. Man kann deutlich sehen, dass der Nadelfaden ohne Scheibe Wellen bildet. Beim Troja war es noch deutlicher und selbst mit Scheibe nicht wirklich in den Griff zu bekommen. Die Spule ist auch eigentlich zu lang, um die Scheibe problemlos auf zu stecken. Nun, wenn die Ablaufscheiben schon beiliegen, kann man sie ja auch aufstecken und das werden wir in Zukunft bei MADEIRA Aerofil auch von vornherein machen. 

Unser Eindruck von der JUKI MO-2500 Sumato:

Gibt es bei der JUKI MO-2000 die digitale Unterstützung, geht es bei der MO-2500 wieder in den klassischen, manuellen Bereich zurück. Was wir aber nicht als Nachteil sehen. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Nähten gelingt auch ohne Info mit etwas Übung leicht und für den Rollsaum (wohl eine der meistgenutzten Nähte nach der 4-Faden-Overlocknaht) gibt es ja den praktischen Hebel. Alle Bedienelemente sind im Blickfeld und schnell zu erreichen. So ist es möglich, das Messer und die Stichzunge zu verstellen, ohne die Hand vom Projekt weg zu bewegen. Das TWA ermöglicht perfekte Anpassung der Greiferfäden, die beiden zusätzlichen Nähfüße sind die Basis für viele verschiedene Nähprojekte. Die Montage des Traktorfußes muss man etwas üben, da geht es eng zu, wie auch beim Nadeleinfädler. Der Kniehebel dagegen hat uns etwas zu viel Spiel nach rechts und erfordert viel Beinbewegung. Die Sicherheitsfunktion (Maschine näht nicht, wenn die Klappe offen ist oder der Nähfuß angehoben) hat für uns neben dem Vorteil der Sicherheit zwei kleine Nachteile: Sie meldet sich weder per Licht noch Ton und löst beim Nähfuß etwas zu spät aus. So ist es möglich, mit dem Knie den Nähfuß etwas anzuheben und die Maschine näht trotzdem. Wenn man sich seiner Beinbewegung in diesem Moment nicht bewusst ist, wundert man sich über die unruhige Naht.

Die Lautstärke empfanden wir als normal, es gibt lautere, aber auch leisere Overlocker. Alle Funktionen zusammen genommen, wird die JUKI MO-2500 Sumato wohl vorerst mal konkurrenzlos bleiben, vor allem da sie mit dem Microlifting bis jetzt die einzige Overlock ist, die zusätzlich zum Nähfußdruck diese Einstellungsmöglichkeit bietet. Das gilt auch für den Rollsaumwahlhebel. Damit ist sie für alle Materialstärken gut gerüstet und eine flexible und vielseitige Overlockmaschine. 

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Wenn ihr dann noch Fragen habt, immer her damit!
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