Erster Eindruck `Juki HZL-H60` von Karin Lenz

Ich habe mich als Testerin für die Juki HZL-H60 beworben, weil ich bereits seit 6 Jahren Besitzerin der Juki  HZL-F600 bin. Ich bin mit dieser Maschine sehr zufrieden und daher hat es mich gereizt, eine kleinere, einfachere Maschine dieses Fabrikats zu testen

Zum einen, weil ich öfter im Bekanntenkreis nach guten, preiswerten Maschinen gefragt werden,  und gelegentlich darüber nachdenke, mir eine kleinere Maschine, die man einfacher zu Kursen, Nähtreffen mitnehmen kann, zu kaufen. Darüber hinaus leite ich eine Nähgruppe mit Flüchtlingsfrauen,  und sollten wir mal in die Situation kommen, neue Maschinen anschaffen zu können, dann ist es sicher von Vorteil, auch kleinere und preiswerte (im Sinne von „ihren Preis werte“) Nähmaschinen zu kennen.

Mein erster Eindruck war, dass sie meiner F 600 recht ähnlich ist, und wir daher sicher gut miteinander auskommen werden. Das hat sich bis jetzt bestätigt.

Sie ist klein und handlich und kann schnell beiseite geräumt werden. Sie läuft schön ruhig und leise.

Das Zubehör ist für den durchschnittlichen Nähanspruch gut, nur die Anzahl der Spulen ist natürlich für meinen Geschmack zu gering, aber die kann man ja leicht ergänzen.

Ich habe zunächst alle Nutz-und Zierstiche ausprobiert. Die Zierstiche sahen in der Grundeinstellung zunächst nicht schön aus, der Abstand der Stiche war zu groß (empfohlene Sticheinstellung). Das gibt kein schönes Bild.
Wenn man die Stichlänge eingestellt hat, sind die Zierstiche zwar schön, negativ finde ich allerdings, dass nach Umstellen auf einen anderen Zierstich sofort wieder auf die empfohlene Sticheinstellung zurückgeschaltet wird. Der Stich muss erneut eingestellt werden. Wenn ich also mehrere Zierstiche hintereinander nähen will, muss ich nach Gefühl bei jedem Stich die neue Einstellung (Stichlänge und –breite) einstellen, weil da ja kein Probestich möglich ist. Es ist schade, dass die Längen- und Breiteneinstellung nicht beim Wechsel der Stiche beibehalten wird.

Einfädeln und Spulen war praktisch selbsterklärend, allerdings ist das letzte Häkchen vor der Nadel etwas friemelig einzufädeln. Der Einfädler funktioniert  wirklich gut!

Die Bedienungsanleitung habe ich zunächst nur für das Knopflochnähen gebraucht. Sie war hier aber gut verständlich, und die Knopflöcher lassen sich sehr gut und einfach nähen und sehen gut aus.

Sie wurde bisher auf unterschiedlichen Materialien wie einfacher Baumwolle, bis zu 8 Lagen, Kunstleder bis zu 4 Lagen, Dessousmaterial, Jeans etc. getestet und hat alle Materialien gut bewältigt.

Nähen mit der Start/Stopp-Taste ist, anders als bei meiner F 600, auch bei eingestecktem Fußanlasser möglich. Das führte zu ein paar Irritationen, weil die Rückwärtstaste und die Start-Stopp-Taste dicht beieinander liegen und ich mich schon mal „verdrückt“ habe, also anstatt auf die Rückwärtstaste auf die Start-Stopp-Taste gedrückt .

Suspekt ist mir die kleine Kunststoffnase an der Spulenabdeckung. Wie lange die wohl hält? Und was passiert, wenn sie mal abbricht?

Im Moment sind wir beide gute Freundinnen. Auch zwei meiner  Nähdamen aus Afghanistan und Syrien (sehr versierte Schneiderinnen) waren hocherfreut  und werden traurig sein, wenn sie wieder zurück geht.

Als nächstes Projekt werden wir beide (die Juki und ich) wohl das Quilten ausprobieren.

Liebe Grüße,
Karin

Technische Daten

  • 40 verschiedene Stiche
  • 3 Knopflöcher
  • Fußanlasser
  • Start-Stopp-Taste
  • automatischer Nadeleinfädler

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