Im Test bei Tanja Stürmer: HUSQVARNA VIKING Brilliance 75Q – Erster Eindruck

Noch vor einem Jahr wäre eine Nähmaschine mit einem Q für mich gar nicht in Frage gekommen. Quilten? No way.

Aber sag niemals nie. Eine Freundin hat mich still und heimlich auf den Geschmack gebracht. Projekte, die Geduld und Präzision erfordern, sind für mich immer interessant.

So hab ich mich auf die Brilliance doppelt gefreut:

Zum einen endlich mal wieder Husqvarna. Husqvarna VIKING, denn verwendet man nur Husqvarna, landet man immer wieder bei Rasenmähern, zumindest beim googeln. Ich hatte vor Jahren die Topaz 30 und sie hat mir gute Dienste geleistet, bis ich kein Interesse mehr am Sticken hatte, aber eine Nähmaschine mit mehr Kraft brauchte.

Zum anderen eine Nähmaschine mit Q. Ich hatt schon ein paar Quiltprojekte in der Warteschleife. Aber dazu später mehr.

Die Brilliance ist schnell einsatzbereit. Auspacken, aufstellen, Unterfaden aufspulen, einfädeln. Los gehts. Die Beleuchtung ist schon mal klasse.

Nähen

Erst mal ein paar Nähte zum Umgewöhnen machen. Ich habe mich inzwischen sehr an den Kniehebel gewöhnt und die Brilliance hat ja nun mal keinen. Ich habe mit der Brilliance einfach mal meine aktuellen Projekte fertig gemacht, eine Kissenhülle, eine Tasche und einen Rucksack.

Das Muster wurde mit der Zauberkachel geschnitten.

Die Anleitung für "Der andere Rucksack" gibt es auf dem Nähratgeber.

Dabei hat sie mich gleich beeindruckt, denn die Stellen, die die Pfaff Ambition am Rucksack nicht mehr schaffte, nähte die Brilliance ordentlich fertig.

An der Tasche tauchte ein altbekanntes Problem auf, das ich schon mit der Topaz und auch der Epic hatte: Bei Ziergarn muss alles passen. Nur mit einer Topstitchnadel und optimalen Einstellungen von Fadenspannung und Nähfußdruck bekommt man ordentliche Nähte. Und zu dick darf es auch nicht werden, sonst hat man ratzfatz Schlaufen auf der Unterseite.

Das Einnähen von Paspeln gelang gut, auch in Kombination mit Kunstleder.

Beim Durchblättern der Anleitung sind mir die Applikationsstiche aufgefallen. Die gibt es so ja nur bei Husqvarna und da musste ich die Testzeit nutzen. Beim Nähen der Tulpen hat sich gleich wieder gezeigt, dass man Hinweise von einer Maschine auch mal annehmen soll:

Im Display wurde die Verwendung von Vlies angezeigt. Ich dachte, 3 mm starker Filz wäre stabil genug, aber seht selbst:

Links ohne Vlies, rechts mit. 

Einen Beitrag zu dieser Stichtechnik gibt es hier auf dem Nähratgeber.

Quilten

Dann sollte es aber ans Quilten gehen, schließlich trägt die Brilliance ja ein Q in ihrem Namen.

Da wurde ich allerdings etwas enttäuscht. An „Q“-Ausstattung fand ich nur eine Auswahl an Quiltstichen und den Stickfuß R. Zudem hat man bei Modellen mit Q die Wahl zwischen Freihand gleitend und Freihand Sprung.

Ich hätte mir bei so einem Modell aber zumindest noch den Sprungfuß gewünscht, einen Obertransportfuß oder einen Anschiebetisch.

Zur Eingewöhnung hab ich erst mal freihand gleitend gequiltet. Die Bewegung des Fußes war für mich ungewohnt, aber das liegt daran, dass es bei meiner eigenen Maschine eben ganz anders abläuft.

Die Linien hab ich mir vom Plotter aufzeichnen lassen, damit ich mich voll und ganz auf das Quilten konzentrieren konnte.

Der Kartoffelstoff wurde zu Topflappen weiter verarbeitet. 

Hier wollte ich mit wasserlöslichem Garn heften, um dann zu Quilten. Früher mochte ich die Heftfunktion von Husqvarna. Wählt man die über den Nähberater aus, senkt sie automatisch die Fadenspannung und näht die längste Stichlänge. Für einen Quilt finde ich aber die Heftfunktion anderer Hersteller zum Teil besser, bei der ein Stich genäht wird und man dann den Stoff soweit verschiebt, wie man möchte.

Das kann man aber im Freihandmodus mit der Briliance auch, mal kurz aufs Pedal, einen oder mehrere Stiche nähen, anhalten, Stoff verschieben. Sieht halt jetzt ein bisschen unordentlich aus, aber löst sich ja beim Waschen auf.

Die Linien sind auch hier mit dem Plotter vorgezeichnet. Eigentlich wollte ich hier mit Rulern arbeiten, aber ich hatte den passenden Fuß noch nicht da.

In der Zwischenzeit gab es bei Husqvarna nämlich ein Update für die Brilliance, welche die Verwendung eines Rulerfußes ermöglicht. Daher habe ich den offenen Applikationsfuß verwendet und normale Linien genäht, mit Stichlänge 3 und gesenktem Nähfußdruck. Das ging mit der Brilliance total gut, auch der Stoff hat sich nicht verschoben.

Durch den automatischen Nähfußhub konnte ich gut auf den Kniehebel verzichten. 

Die Linien sind auch hier mit dem Plotter vorgezeichnet. Eigentlich wollte ich hier mit Rulern arbeiten, aber ich hatte den passenden Fuß noch nicht da.

In der Zwischenzeit gab es bei Husqvarna nämlich ein Update für die Brilliance, welche die Verwendung eines Rulerfußes ermöglicht. Daher habe ich den offenen Applikationsfuß verwendet und normale Linien genäht, mit Stichlänge 3 und gesenktem Nähfußdruck. Das ging mit der Brilliance total gut, auch der Stoff hat sich nicht verschoben.

Durch den automatischen Nähfußhub konnte ich gut auf den Kniehebel verzichten. 

Binding rum und schon ist die Deko fertig. 

Das Motiv war eine freie SVG aus dem Netz: www.craftsmanspace.com.

Das war aber nur eine Übung, was ich damit vor hatte, zeige ich im nächsten Testbericht.

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