Testbericht: JUKI MCS-1800 Kirei Cov im Test bei Tanja Stürmer – Erster Eindruck

Es gibt Maschinen, um die mach ich gerne einen Bogen. Obwohl ich mittlerweile weiß, dass mir da oft was entgeht. So ist es auch mit den Covermaschinen von Juki. Optisch sehen sie für mich aus wie Overlocks und als ich das erste Mal dran saß, ging es gerade sehr stressig zu (Lillestoff-Festival), da hab ich mich schleunigst wieder an eine andere Cover gesetzt.

Aber ich rede halt auch gern mit. Wenn ich das allerdings tue, will ich auch sicher sein, dass ich keinen Blödsinn erzähle.

Nun, da Juki gerade eine neue Version der Cover auf den Markt gebracht hat, ist es wohl an der Zeit, sich mal damit zu beschäftigen.

Die Cover ist nun auch „Kirei“, also schön. Damit ist wohl die neue Farbe gemeint. Farbe ist mir eigentlich ziemlich egal, aber das Blau gefällt mir schon.

Als weitere Neuerung bringt die MCS-1800 einen Säumer mit. Aber dazu später mehr.

Jetzt ist erst mal ausprobieren angesagt. Ich habe meine Restekiste durchwühlt und von dünn und labberig bis dick und fest mal alles rausgelegt. Dann hab ich vier verschiedene Farben eingefädelt (naja, angeknotet und durchgezogen). Nach ein paar erfolgreichen Nähten habe ich auch mal die Nadeln neu eingefädelt und auch gewechselt. Dabei fiel mir auf, dass eine der Innensechskantschrauben nicht so gut rauszudrehen ist. Mit meinem anderen Innensechskantschraubendreher war das kein Problem, also liegt es eher am mitgelieferten Werkzeug. War aber kein Problem, ich habe direkt einen neuen Schraubendreher vom Nähpark bekommen. 

Nach dem Umfädeln fielen mit dann diese ungleichmäßigen Nadelfadenschlaufen auf. Erst dachte ich, das taucht nach dem Anhalten auf. Dann vermutete ich Probleme am Garn (eine Zusammenstellung aus uralt und Fehlproduktion), aber dann sah ich meinen Fehler.

Tja, wenn man beim Einfädeln eine Stelle auslässt, darf man sich auch nicht wundern, wenn die Spannung nicht optimal ist. Lobenswert finde ich, dass es trotzdem keinen Fehlstich, sondern nur Schwankungen ergeben hat, die man nur von hinten sah.

Dann war ich bereit für das erste richtige Projekt. Da mich der Ausgleichsfuß schon beim Ausprobieren beeindruckt hat, gleich mal was, wo er wirken konnte. Ich habe mit der Overlock einen Streifen Jersey angenäht, nach innen umgeschlagen und von vorne mit der Juki Cover abgesteppt. Führen war quasi unnötig, der Fuß hält anstandslos die Position.

Da es sich hier um feinen Viskosejersey handelt, habe ich allerdings den Streifen vorher mit Fabric Booster behandelt, das gehört mittlerweile zu meiner Standardprozedur.

Ärmel und Saum covern (schmale Covernaht) und fertig ist das Wasserfallshirt Scarlett (Pattydoo).

Als es zum nächsten Projekt ging, habe ich ganz mutig mal komplett neu eingefädelt. Obwohl mich die Konstruktion des Greifers abgeschreckt hat, es ist nicht so schwer, wie es aussieht. Aber trotzdem aufwändiger als bei einer Janome 2000 Cover Pro oder Brother CV 3550. Auf dem Nähratgeber gibt es praktischerweise auch eine Einfädelanleitung (für die L220, aber die Maschinen sind baugleich).

Eigentlich wollte ich die zweite Scarlett mit einem Bandeinfasser versäubern. Nach dem ersten gelungenen Versuch gab es jedoch immer wieder Probleme mit einem gerissenen Nadelfaden und dadurch fädelte sich der Greifer aus. Gut, ich kann jetzt Greifer einfädeln, aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr und habe auch hier mit der Streifenversäuberung von Scarlett 1 gearbeitet, auch an den Armausschnitten.

Ich vermute eine ungünstige Kombination. Ich hatte kein farblich passendes Overlockgarn und musste mit Nähgarn mischen. Den Bandeinfasser kann ich nicht ganz ranschieben wegen der Schrauben, da muss ich erst mal passende suchen. Und die Goldtupfen auf dem Stoff sind aus beschichtetem Kunststoff, trifft eine Nadel darauf, bleibt er gern mal etwas hängen.

Säumen hat trotzdem ganz gut geklappt (immer noch ohne Säumer), obwohl ich die Stoffkante nicht bügeln konnte.

Fertig war die zweite Scarlett. Jetzt werde ich mir erst mal „normale“ Stoffe suchen und neu zuschneiden, dann geht es an die nächsten Coverprojekte.

Mein bisheriger Eindruck:

Positiv

  • der Ausgleichsfuß
  • das doch nicht so komplizierte Einfädeln
  • die Genügsamkeit beim Garn

Negativ

  • kein anderer Fuß dabei 
  • fehlender Platz rechts der Nadel

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