Bernette b62 Airlock Testbericht

BERNETTE b62 im Test bei der Redaktion – Teil 2

Nach den ersten beiden (eher einfachen) Projekten wollen wir jetzt mal verschiedene Garne im Greifer und nicht so alltägliche Nähsituationen testen.

Hier kam zuerst Gummi zum Einsatz, wir haben mit der Cover gesmokt.

Smoken mit Gummifaden

Das hat mit der BERNETTE b62 Airlock ganz einfach funktioniert und die Dekofadenführung hat da ihren Anteil dran.

Der kleine Draht ermöglicht ein leichtes Umgehen der ersten Spannung, die bei solchen Gummifäden zu enormen Problemen führen kann. Mit ein bisschen Erhöhen der Spannung an der Nadel wurde die Naht perfekt und wir konnten in kurzer Zeit die Schulter des Shirts raffen. Der Gummifaden wurde übrigens ganz normal mit der Lufteinfädelung durchgeblasen.

Am Saum kam wieder das GÜTERMANN Jeansgarn im Greifer zum Einsatz. Wir haben ihn nach außen geschlagen und von links gecovert. Der Ausschnitt ist wieder mit dem Kettstich abgesteppt, hier kam das Jeansgarn dann in die Nadel.

Covern mit drei Stickgarnen

Für einen Pyjama fand sich in unserem Fundus kein pinkes, dickeres Garn. Also haben wir uns einfach selbst eins gemacht! Im Greifer wurde Stickgarn eingefädelt, in pink, beige und schwarz. Dabei stand die pinke Kone normal auf dem Halter, schwarz lief über einen Konenhalter und beige stand auf der Overlock und wurde von dort über deren Fadenbaum zum separaten Ständer geführt. In den Nadeln haben wir normales Nähgarn verwendet: MADEIRA Aerofil und GÜTERMANN Allesnäher.

Hose und Oberteil sind ja nicht gerade klein, aber das ist bei der BERNETTE b62 kein Problem. Und der Schlitz im Metallfuß ermöglicht exaktes Covern auf der Overlocknaht, die wir wie immer etwas breiter genäht haben.

Beim dekorativen Covern mit einer normalen Covermaschine näht man ja immer „blind“, also auf links. Und da die b62 bis jetzt noch keinen Fehlstich produziert hatte, haben wir natürlich nicht alle paar Zentimeter nachgesehen, was sie so macht. Da war der Schreck allerdings groß, als wir das gesehen haben. Sollte tatsächlich der Faden gerissen sein?

Nein, er war einfach nur leer … Also neue Kone geholt und neu eingefädelt. Wie fädelt man drei verschiedene Fäden im Greifer ein?

Ganz einfach, gerade abschneiden, in die Öffnung stecken und durchblasen. Zusammenknoten oder anknoten ist bei der BERNETTE Cover nicht nötig.

Also haben wir fleißig gecovert, was der Pyjama hergab. Die drei Fäden dazu zu bringen, auf allen Nähten gleich auszusehen, war allerdings nicht so einfach. Denn durch die drei verschiedenen Fädelwege sah die Naht immer etwas anders aus. Die Spannung an den Nadeln hatten wir sehr hoch gestellt, damit man möglichst wenig von den Nadelfäden sieht, dann blieb nur noch ein geringer Spielraum für die restlichen Einstellungen. Die Nähte sollten ja auch noch dehnbar bleiben. Insgesamt finden wir unser selbst meliertes Garn aber sehr dekorativ.

Covern auf Gummiband

Am Bund haben wir, statt Tunnel zu nähen, einen breiten Gummi eingezogen, der dann mit dem Kettstich abgesteppt wird. So verhindern wir das Verdrehen.

Die BERNETTE Coverstitch war mal wieder fix umgefädelt, Abstände festlegen, losnähen.

Der Kniehebel ist hier besonders praktisch, man muss ja das Gummiband so weit dehnen, bis der Stoff glatt liegt und das Ganze so unter den Nähfuß legen.

Zwei Reihen auf dem Gummiband nähen und dann haben wir noch die Nahtzugabe der Hose nach oben festgesteppt, damit der Bund schöner liegt.

Jetzt haben wir natürlich ne Menge Fäden zu vernähen, aber ein bisschen Handarbeit gehört einfach dazu.

Fertig ist der Pyjama!

Schnitt: Betula von Fabelwald und Roxie von Pattydoo, Stoff von Selfmade.

Wie viele Lagen?

Bei einer Umfrage auf Instagram wurde mehrfach gefragt, wie viele Lagen die b62 Airlock schafft. Was wir von dieser Frage halten, haben wie hier ja schon mal erklärt: Wie viele Lagen schafft diese Nähmaschine?

Das gilt natürlich auch für die Cover. Aber irgendwie muss man ja einen Eindruck bekommen können. Also haben wir uns für einen Kapuzenpulli aus Sweat entschieden, ausnahmsweise mal mit Kängurutasche. Da kommt ja einiges zusammen.

Vorher haben wir aber doch mal ein paar Tests an Probestücken gemacht, denn es wurde auch nach einem Eingriff mit Bündchen gefragt.

Das sind als unsere Probe-Taschen. Das Bündchen ist mit der Overlock angenäht und dann mit zwei Nadeln breit gecovert. Jeweils von rechts und links. Bei der einfacheren Variante ist die Kante nur nach innen umgeschlagen. Im Greifer haben wir GÜTERMANN Bulky Lock No. 80, ein Bauschgarn. 

Dann wird die Tasche auf das „Vorderteil“ gesteckt, die obere Kante und die Seiten sind jeweils um 2 cm eingeschlagen.

Normalerweise würden wir jetzt mit der Nähmaschine und wasserlöslichem Garn heften, aber zum Testen machen wir es jetzt mal nur mit Stecknadeln und Ertasten der Kante. Am richtigen Projekt werden wir heften.

Die seitlichen Nähte sind jeweils von der unteren Kante nach oben genäht, das ist ja die sichere Variante.

An den oberen Kanten wurde immer von außen begonnen, da wir hier das Covern von rechts und links testen wollten und man ja nicht darum herumkommt, mindestens einmal an der Stufe anzufangen.

Dazu nutzen wir immer eine Erhöhung des Nähfußes (Hebamme).

Der Kniehebel der b62 ist zwar praktisch, aber die Höhe reichte hier nicht mehr aus, um das Projekt unter dem Nähfuß zu platzieren. Dabei ist uns aufgefallen, dass es auch mit dem Hebel für die Hand keinen Extralift gibt, wie man ihn anderen Maschinen kennt. Platz wäre aber noch, denn fasst man den ganzen Nähfußhalter an, kann man den Nähfuß noch weiter hoch drücken.

Für die Bauchtasche hat es allerdings gereicht, den Fuß vorne an der Spitze nach oben zu drücken.

Die obere Kante bei der einfachen Bauchtasche wurde also so von links gecovert. Bei der Verwendung einer Hebamme hat die Covermaschine immer ein bis zwei Stiche später eingesetzt. Also haben wir einfach ein bisschen weiter außen begonnen, die Naht muss ja sowieso später noch vernäht werden.

Auf der anderen Seite ist alles von rechts gecovert.

Gleiches Prinzip auch bei der Bauchtasche mit Bündchen.

Zum Schluss haben wir alle überstehenden Stiche aufgetrennt, auf die Rückseite verstochen und vernäht.

Da so ein Eingriff aber ja schon ziemlich belastet wird, werden wir am fertigen Projekt noch Riegel mit der Nähmaschine machen.

Fazit der Bauchtaschen-Probe:

Das Aufcovern klappt von beiden Seiten gut und die Stufe ist kein Problem für die b62 Airlock. Solange die Stufe unter den Nähfuß geht, wird sie auch genäht. Allerdings finden wir, ist die Grenze an der maximalen Dicke mit „normalem“ Sweat und feinem Bündchen schon erreicht. Es gibt ja auch extradicke Sweats, hier würden wir zur Tasche ohne Bündchen raten oder die Oberkante der Bauschtasche mit der Nähmaschine feststeppen. Den dort kommen ja dann vier Lagen Bündchen und drei Lagen Sweat zusammen.

Was uns allerdings bei den vielen Enden aufgefallen ist: Das Sicherungswerkzeug könnte etwas stabiler sein. Normalerweise nutzen wir zum Hervorholen der Fäden eine abgerundete Pinzette, aber das Sicherungswerkzeug soll ja den Nähfuß schonen, weil es nicht daran kratzt. Wenn man es allerdings nicht in der optimalen Position hält, neigt es zum Biegen und vermutlich wird es irgendwann brechen.

 


Genug geübt, jetzt wird der Sweater gecovert. Damit geht es dann im nächsten Teil gleich weiter.

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20 hours ago

Auch wenn am Schnellnäher wenig dran ist, was verschmutzen kann, gehört auch hier die regelmäßige Reinigung dazu. Und danach wird geölt! Da diese Nähmaschine oben vier Löcher für Öl hat, bei denen nicht jedem klar ist, wo dieses Öl hinfließt, haben wir für euch dort auch gleich mal aufgemacht und zeigen es euch genau.
www.naehratgeber.de/reinigen-und-olen-der-brother-pq1600s-83673/
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Auch wenn am Schnellnäher wenig dran ist, was verschmutzen kann, gehört auch hier die regelmäßige Reinigung dazu. Und danach wird geölt! Da diese Nähmaschine oben vier Löcher für Öl hat, bei denen nicht jedem klar ist, wo dieses Öl hinfließt, haben wir für euch dort auch gleich mal aufgemacht und zeigen es euch genau.
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