Cutwork Husqvarna Viking Pfaff

Cutwork mit HUSQVARNA VIKING und PFAFF

Für Stickmaschinen von HUSQVARNA VIKING und PFAFF gibt es zum Thema Cutwork jeweils ein Set, aber auch einzelne Nadelpackungen zu kaufen. Wir zeigen Ihnen hier, was Sie wofür benötigen und wie man mit Cutwork-Nadel arbeitet. Dabei sticken wir mit einer HUSQVARNA VIKING, aber die Vorgehensweise für PFAFF ist gleich, nur die Bildschirmansicht ist etwas anders.

Inspira

Sollten Sie Ihre Cutwork-Nadel schon länger haben, steht auf der Packung vielleicht noch INSPIRA. Dann handelt es sich um die gleichen Nadeln, denn INSPIRA produzierte Zubehör für PFAFF und HUSQVARNA VIKING.

Die Sets

Oft werden wir gefragt, ob man für Cutwork unbedingt das Set braucht. Nein, Sie brauchten das Set nicht unbedingt, aber es ist praktisch. Neben den Nadeln, die Sie auch in der 4-er Packung erwerben können, ist noch das Mehrzweckwerkzeug enthalten, mit dem Nadeln ganz bequem ausgetauscht werden können. Den meisten Stickmaschinen von HUSQVARNA VIKING und PFAFF liegt das allerdings ohnehin bei. Zusätzlich befindet sich auf der CD aber noch die Anleitung zur Verwendung der Nadeln in Verbindung mit Stickmustern von den beiden Herstellern und je 5 Motive, die sich bei den Herstellern allerdings voneinander unterscheiden.

Die Auswahl an Cutwork-Motiven ist nicht sehr groß und dabei gibt es auch schon einiges zu beachten.

Die passenden Motive

Im Set erhalten Sie gleich fünf geeignete Motive. Je nach Modell der Stickmaschine befinden sich meist auch schon welche dort, blättern Sie dazu mal durch das beiliegende Musterbuch.

Nur Motive mit diesem Symbol sind für die Cutwork-Nadeln geeignet. Es gibt unter den enthaltenen Motiven auch Cutwork-Dateien, bei denen die Ausschnitte mit der Schere gemacht werden.

Motive kaufen

Damit die richtige Nadel angezeigt wird, sollten Sie die Motive vom PFAFF und HUSQVARNA VIKING verwenden. Sie finden sie auf der Homepage mysewnet.com.

Dort können Sie den Filter auf „Cutwork“ setzen und in der Übersicht der Farblagen kann man sehen, ob eine Cutwork-Nadel verwendet wird.

Bei Dateien zum Kaufen müssen Sie beachten, dass die Hersteller unterschiedliche Systeme anwenden. Es ist grundsätzlich möglich, Motive von anderen Marken zu verwenden, aber Sie müssen dann erst die passende Nadelzuordnung herausfinden und für ein gutes Ergebnis kann nicht garantiert werden.

Viele Cutworkmotive (und vor allem Freebies) sind allerdings nur darauf ausgelegt, dass nach einer Markierung das Innere mit der Schere entfernt wird. Diese Dateien können mit den Cutwork-Nadeln gar nicht verwendet werden.

Die vier Farben

Die Cutwork-Nadeln sind ja eigentlich gar keine Nadeln, sondern kleine Messer. Jede Farbe steht für einen anderen Winkel. Rot und gelb sind schräg, blau und grün senkrecht und waagrecht. Wenn man sich die Motive genau ansieht, sieht man, dass es zwei Varianten gibt:

  • Motive mit gelb und rot
  • Motive mit allen vier Messern

Meist wird für Stoffe mit Cutouts nur rot und gelb verwendet. Diese Ränder werden danach mit einem dichten Satinstich umstickt (wie in unserem gezeigten Beispiel). Bei Dateien zum Ausschneiden von freistehenden Motiven, die oft aus Filz oder Kunstleder gefertigt werden und bei denen die Schnittkante nicht verdeckt wird, werden alle vier Messer verwendet. Diese Kanten werden durch die vier Positionen exakter.

Bei Kanten in Stoff unter Satinstich geht es darum, den Stoff effektiv zu durchtrennen und durch die beiden Schrägstellungen werden sowohl Kett- als auch Schussfaden besser getroffen. Bei Dateien mit nur zwei Nadeln wird nämlich fast immer das ganze Loch umfahren, bei Dateien mit vier Nadeln nur der Bereich, der gerade zur Schnittrichtung passt.

Motive mit verdeckten Kanten

Aber nun genug der Theorie, ran an die Stickmaschine. Wir sticken ein Motiv, das in unserer Stickmaschine bereits enthalten ist und im Motivbuch haben wir gesehen, dass es für Cutwork-Nadel digitalisiert wurde.

Vor dem Start gibt es eigentlich noch gar nichts Spezielles zu beachten. Sie sollten den Stoff gut einspannen, wenn möglich, und ein stabiles Vlies verwenden. Denn jedes Loch schwächt die Spannung des Rahmens.

Da wir auf einem Dekostoff mit samtiger Oberfläche sticken, wurde bereits zu Beginn wasserlösliche Folie aufgelegt. Die ersten Farben werden gestickt und die letzte vor den Cutworknadeln hat verschiedene Bereiche mit einem Geradstich umrandet. Dann ist es Zeit für die Cutworknadel in rot. Jetzt kommt ein kleiner Unterschied, je nach Modell. Durchtrennt Ihre Maschine beim Farbwechsel nur den Oberfaden, sollten Sie die Fadenschneidetaste noch einmal betätigen. Die Unterfadenspule kann zwar in der Spulenkapsel bleiben, aber der Faden sollte nicht mehr mit dem Projekt verbunden sein.

Mit dem Multifunktionswerkzeug kann die Nadel einfacher eingesetzt werden, sie ist ja kürzer als normale Nadeln und unten scharf. Der Oberfadenwächter, falls vorhanden, muss deaktiviert werden. Starten Sie die Maschine. Sie fährt jetzt innerhalb der Geradstichmarkierungen mit hoher Geschwindigkeit und kurzen Abständen entlang.

Im Anschluss werden Sie zum Wechsel zu gelb aufgefordert und die gleichen Linien werden gestickt, beziehungsweise geschnitten.

Je nach Stoff kann es nach dem ersten Schnitt schon dazu kommen, dass Teile sich ablösen. Bleiben Sie daher bei Cutwork in der Nähe der Maschine.

Bei uns hat sich schon ein Teil der Folie verabschiedet. Je nach Motiv können Sie den Rahmen herausnehmen, oder die Teile direkt an der Maschine entfernen.

Heben Sie sie einfach heraus. Hier ist unter dem abgehobenen Teil ein Sprungstich zu sehen.

Drehen Sie das Projekt deshalb auch mal um. Manchmal verlaufen Sprungstiche über die Löcher, die dann von den Messern nicht durchtrennt werden. Wenn man diese mit dem Satinstich wieder einstickt, muss man sie am Ende mühsam abschneiden. Entfernen Sie daher jetzt Sprungstiche, die über die Löcher verlaufen.

Damit der Satinstich am Rand schön wird, werden die Lücken nun zeitweise mit wasserlöslichem Vlies verschlossen. Wir haben hier im Beispiel Folie verwendet, damit man das Motiv darunter besser erkennen kann, allerdings reißt diese durch das dichte Besticken wieder relativ schnell. Weiter unten können Sie sehen, dass wir die anderen Motive dann mit Vlies statt Folie abgedeckt haben. Bei diesen Dateien ist dafür extra ein Heftstich integriert, der direkt nach dem Schneiden mit den Cutworknadeln kommt.

Hier zum Vergleich noch das zweite Motiv, abgedeckt mit wasserlöslichem Vlies. Bei dem kleinen Motiv haben wir das ausgeschnittene Teil direkt an der Stickmaschine entfernt. Sieht man keinen störenden Sprungstich, ist es nicht nötig, den Rahmen zu entfernen.

Die Heftstiche befestigen das Vlies.

Sollten in Ihrer Datei keine Heftstiche enthalten sein, können Sie das Vlies auch mit Malerkrepp befestigen oder selbstklebendes, wasserlösliches Vlies verwenden.

Für Motive ohne Abdeckung der Schnittkante wird kein zusätzliches Vlies benötigt.

Alle drei Motive sind fertig gestickt. Dann werden die Heftstiche entfernt, das Vlies zurückgeschnitten und der Stoff gewaschen (oder eingeweicht) um das restliche Vlies zu entfernen.

Können Sie Ihr Projekt nicht waschen, ist eine hitzelösliche Folie vielleicht eine Alternative für einen sauberen Satinrand. 

Während der Stoff trocknet, ist es Zeit, die Maschine zu reinigen. Das hier ist während der oben gezeigten drei Motive entstanden. Entfernen Sie die Fusseln mit einem Pinsel oder saugen Sie sie aus. Drehen Sie dabei am Handrad, dann können Sie durch die seitliche Öffnung des Greifers den Pinsel auch in die verdeckten Bereiche schieben, dort drehen und wieder herausziehen.

Nach dem Waschen und trocknen Sie unsere Cutwork-Arbeit nun so aus.

Motive mit offenen Kanten

Es gibt auch Cutwork-Motive, bei denen die Schnittkanten nicht überdeckt werden, die Blume ist aus dem Cutwork-Set von PFAFF.

Diese Motive sind teilweise so digitalisiert, dass das Motiv nicht durchgängig geschnitten wird.

Wie man an der blauen Blume sehen kann, sind die inneren Löcher noch nicht herausgelöst.

Diese haben kleine Stege, die erst nach dem Sticken entfernt werden. Das hat den Vorteil, dass während des Stickens kein Teil verrutschen kann. Allerdings muss man jetzt halt jedes Teil noch mit der Schere an der Verbindungsstelle durchtrennen. Auch für die äußere Umrandung gibt es bei der Blume diese Stege. Dies ist also kein Zeichen für schlechte Messer oder Digitalisierung, sondern soll in den meisten Fällen so sein.

Eigentlich sind diese Dateien mit einem extra Symbol gekennzeichnet.

In unseren Beispiel hat es im Design-Booklet allerdings gefehlt.

Anhand dieser Blume kann man nun aber auch einen Vorteil der Cutwork-Nadeln gegenüber dem Schneiden mit einem Plotter ansprechen:

Wenn Sie Formen aus Kunstleder, Stoff oder Filz ausschneiden möchten, geht das grundsätzlich mit einem Plotter (je nach Modell natürlich) einfacher, schneller und meist auch sauberer.

Allerdings ist es schwierig, solche Teile vorher oder hinterher zu besticken. In Verbindung mit Stickmustern ist die Cutworknadel definitiv im Vorteil, so exakt bekommt man es selbst mit der Scanfunktion nicht hin.

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