Vergleich Janome Brother Cover

JANOME Cover Pro 3000P und BROTHER CV 3550 im Vergleich

Viele haben sehnsüchtig auf eine Haushalts-Covermaschine mit Deckstich gewartet. Die Versuche gab es immer wieder mal, allerdings im Coverlockbereich, also bei den Kombis aus Overlock und Cover. Und so richtig zufriedenstellend war die Lösung bis dahin nicht, denn der Fadengeber hat bei der geringsten Stufe den Faden verloren.

Mit der CV 3550 hat BROTHER es geschafft, eine reine Covermaschine auf den Markt zu bringen, die über einen Deckstich verfügt und damit auch über Nahtkreuzungen kommt. Eine Zeit lang war BROTHER damit alleine auf dem Markt, dann hat JANOME nachgezogen.

Nun fragen uns Nutzer der CV3550, ob es sich lohnt, zu wechseln und Kunden, die noch keine Cover haben, welche besser wäre.

Hier möchten wir Ihnen die Unterschiede zwischen den beiden Modellen aufzeigen. Welche dann für Sie besser geeignet ist, müssen Sie allerdings trotzdem selbst entscheiden.

Die Gemeinsamkeiten

Beide Modelle sind reine Coverstichmaschinen. Sie nähen also eine Covernaht mit einer, zwei oder drei Nadeln und können nicht overlocken. Sie haben reichlich Platz rechts der Nadel und verfügen über einen Freiarm. Im Lieferumfang sind ein Fuß aus Metall und einer aus Kunststoff enthalten. An den Montagelöchern kann verschiedenes Zubehör, wie zum Beispiel ein Bandeinfasser, montiert werden.

Und sie haben die besagte Deckstichführung mit der der fünfte Faden oben zwischen die Nadelfäden gelegt wird. Um was es sich dabei genau handelt, können Sie in diesem Beitrag nachlesen:

Die Unterschiede

Der Nadeleinfädler

Hier ist der Unterschied ganz einfach: Die JANOME Cover Pro 3000P hat einen integrierten Nadeleinfädler, die BROTHER CV 3550 nicht. Der Einfädler der JANOME funktioniert zudem gut, bei Nadelstärke 90 ist auch die Verwendung von Bauschgarn kein Problem.

Die Montage des Deckstichs

Sie sehen sich hier zwar recht ähnlich, aber bei der JANOME Cover Pro 3000P ist die Deckstichmontage fest in der Maschine verbaut und muss zum Aktivieren nur heruntergezogen werden. Bei der BROTHER CV 3550 werden zwei Teile mit einem einfachen Klicksystem befestigt.

Deckstichmontage BROTHER

Deckstichmontage JANOME

Das Licht

Die normale Beleuchtung unterscheidet sich nicht besonders und ist im Vergleich zu manch moderner Nähmaschine eher schwach trotz LED, aber die JANOME hat zusätzlich noch ein ausziehbares Licht, das einen Kegel vor den Bereich der Nadeln wirft. Das Leuchtmittel der CV 3550 ist unserer Meinung nach etwas zu weit im Gehäuse verbaut, was den Lichtschein zusätzlich einschränkt.

Die Reaktion des Pedals

Näht man mit dem Deckstich, drei Nadel und auf festen Stoffen, kann es bei der BROTHER CV 3550 vorkommen, dass sie auf wenig Pedaldruck nicht reagiert. Ab einem bestimmten Punkt fängt sie an zu brummen, ehe sie dann eher schwungvoll losnäht. Hier hilft es, die Nadeln zuerst in die tiefste Position zu drehen, dann kann man auch gefühlvoll losnähen. Diesen Effekt hat man bei der JANOME 3000P nur ganz selten, sie kann von fast jeder Nadelposition aus gut dosiert losnähen, ohne zu rasen. Langsames Nähen auf Strecken ohne Stufen ist mit beiden Maschinen mit etwas Übung problemlos möglich.

Die Lautstärke

Wir haben keine Dezibelmessung durchgeführt. Keine der beiden erscheint uns und unseren Kunden bis jetzt viel lauter oder leiser als die andere. Aber der Klang an sich ist einfach anders. Während man bei der BROTHER CV 3550 eher an eine rumpelige Overlock denkt, klingt die JANOME 3000P einfach etwas softer.

Die Nähfüße

Die Metallfüße unterscheiden sich kaum (die mitgelieferten Nähfüße der Janome haben eine Vertiefung für den Deckstichgeber), bei den transparenten Füßen sieht das schon anders aus. Während der Kunststofffuß der BROTHER Cover aus einem Stück gefertigt ist, besteht der von JANOME aus einer Mischung aus Metall und Kunststoff. Das Metall dient dabei gut als Orientierung für weitere Abstände beim Nähen entlang einer Kante.

Der Nähfußhub

Schaut man sich die Nähfüße von der Seite an, fallen zwei Dinge auf: Der Höhenunterschied hinten ist eher gering. Aber der Nähfuß der CV 3550 wird von der Feder deutlich nach unten gedrückt, was das Anschieben des Stoffes am Nahtanfang erschwert. Da beide Coverstichmaschinen nicht über einen Kniehebel verfügen, muss man dann den Nähfuß ja mit der Hand anheben. Das Positionieren gelingt also bei der JANOME leichter.

Ist der Stoff mal unter dem Nähfuß, gibt es kaum noch einen messbaren Unterschied, was die Dicke angeht. Die Stoffdicke beim Nähen mit dem Deckstich ist einfach durch den Fadengeber begrenzt, stößt dieser an, macht es sich am Stichbild sofort bemerkbar.

Unser Fazit:

Auch wenn  man es beim Lesen vielleicht vermuten mag, küren wir die JANOME nicht als Sieger in unserem Vergleich. Denn den Komfort, den sie beim Covern bietet, zahlt man auch.

Aktuell kostet die JANOME 50% mehr als die BROTHER Cover. Sie haben also die Wahl. Günstig Deckstich-Covern mit der BROTHER und öfter mal ans Handrad oder an die Nähfußspitze greifen, oder etwas mehr Geld in die Hand nehmen und den Komfort genießen.

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2 days ago

Geschützt vor Staub und trotzdem ein Blickfang - eine selbstgenähte Overlockhaube macht einfach was her! Täschi hat euch neulich schon gezeigt, wie man so eine Haube für eine große Bernina Overlock näht, jetzt kommt noch die Variante für die kompakten Modelle mit Abschrägung nach vorne. Und so eine Haube ist doch ein perfekter Platz für einen FPP-Block, oder?
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Großes M mal drei 🤩
Die Janome Continental M gibt es jetzt in drei verschiedenen Ausführungen. Aber worin liegen die Unterschiede, abgesehen von der Farbe?
ASR, Acufeed, Drehknöpfe, Floatingmodus, Zubehör - vor dem Kauf muss man genau hinschauen. Auf was ihr achten müsst, lest ihr jetzt auf www.naehratgeber.de.
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