Der BERNINA Bandeinfasser Nr. 88

Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag die Verwendung des Bandeinfassers Nr. 88 an einer BERNINA Nähmaschine. Vorweg noch ein paar Infos zu diesem Thema:

Sie erhalten den Einfasser Nr. 88 in drei Breiten:

Eine Übersicht über alle Varianten von Bandeinfassern verschiedener Hersteller finden sie hier:

Von BERNINA gibt es zwei Arten von Einfassern. Die Einfasser Nr. 88 schlagen ein ungefalztes Band an den Seiten ein und in der Mitte zusammen, so kann es in einem Arbeitsgang gefaltet und angenäht werden. Sie können jedoch auch vorgefalztes Schrägband damit annähen, dieses sollte dann immer die Hälfte der Einlaufbreite von ungefalztem Band haben.

Die Einfasser Nr. 87 arbeiten nur mit bereits vorgefalztem Schrägband. Die Montage ist jedoch die gleiche, auch das Nähen von Ecken (weiter unten gezeigt), klappt mit diesem Einfasser. Auch die Nr. 87 ist in drei Breiten erhältlich:

In diesem Artikel schreiben wir immer von den C-Nähfüßen, da wir an einer BERNINA mit 9 mm Stichbreite vorführen. Haben Sie eine BERNINA mit 5,5 mm Stichbreite, benötigen Sie den entsprechenden Nähfuß ohne den Zusatz „C“.

Brauche ich unbedingt den Nähfuß 95 zum Bandeinfasser?

Ja und nein. Der Nähfuß 95C muss separat erworben werden, hauptsächlich, weil es für verschiedene Bänder unterschiedliche Einfasser gibt, Sie ja aber nur einmal diesen Fuß benötigen. Teilweise können Sie auch den Nähfuß 1C verwenden.

Hier sehen Sie den (kleinen) Unterschied zwischen den beiden Nähfüßen. Der Fuß 95C ist auf der rechten Seite nur etwas schmaler als der Fuß 1C. Je nach Bandbreite und gewähltem Stich kommen Sie mit dem Einfasser näher an den Fuß und somit mit der Nadel weiter nach rechts.

Die Montage des Bandeinfassers

Der Einfasser wird mit der schwarzen Schraube an einem der Bohrlöcher auf dem Näharm befestigt.

Dann passen Sie die Bandführung an, diese sollte so nah wie möglich an der Öffnung für den Transporteur liegen.

Über diese Schrauben können Sie die Bandführung näher an den Nähfuß schieben. Diese Einstellungen müssen Sie in der Regel nur einmal vornehmen.

Mit dieser Schraube lässt sich die Bandführung nach rechts und links verschieben.

Die Führung sollte am Ende so nah wie möglich am Nähfuß liegen, damit das Band direkt vom Transporteur gegriffen wird. Achten Sie jedoch darauf, dass Nähfuß und Führung sich bei abgesenktem Nähfuß nicht berühren.

Hier sehen Sie nochmal den Vergleich zwischen Nähfuß 1C und 95C und dass beim Fuß 95C der Abstand zur Bandführung geringer ist.

Hier sehen Sie nochmal den Vergleich zwischen Nähfuß 1C und 95C und dass beim Fuß 95C der Abstand zur Bandführung geringer ist.

Hier sehen Sie nochmal den Vergleich zwischen Nähfuß 1C und 95C und dass beim Fuß 95C der Abstand zur Bandführung geringer ist.

Damit Sie nicht auf korrekten Ablauf des Bandes achten müssen, bietet sich der Schrägbandständer an. Wickeln Sie das Band über eine Röhre (zum Beispiel das Wende-Set) mit der linken Stoffseite nach außen auf und stülpen Sie es über den Ständer. Schneiden Sie eine Spitze an das Band.

Die Vorbereitungen zum Einfassen

Zum Einfassen benötigen Sie die passenden Schrägbänder, je nach Ausführung Ihres Einfassers. In unserem Fall werden 38 mm verwendet. Schneiden Sie sich die Streifen zu. Wie Sie zeitsparend mit zwei Linealen schneiden, zeigen wir hier:

Sie können die Streifen quer oder längs zum Fadenlauf schneiden, die Bänder laufen jedoch besser, wenn sie im 45 Grad Winkel geschnitten sind. Gerade die längs oder quer geschnittenen Bänder neigen dazu, sich im Einfasser zu verziehen. Wenn Sie Rundungen einfassen möchten, müssen Sie auf jeden Fall Schrägband schneiden.

Fädeln Sie am besten ein, bevor Sie das Band einführen. Dafür kann der Einfasser praktisch weggeklappt werden.

Schieben Sie das Band mit der linken Stoffseite zu Ihnen in den Einfasser. Beim Schieben bietet sich eine spitze Pinzette an.

Schieben Sie es weiter um die Kurve, es legt sich dabei wie von selbst in Form.

Kommt das Band vorne heraus, greifen Sie es mit der Pinzette und ziehen es unter den Nähfuß. Senken Sie den Nähfuß ab.

Passen Sie die seitliche Position des Geradstichs an und nähen Sie ein Stück zur Probe.

Stimmen die Einstellungen, können Sie den einzufassenden Stoff einfach von links her in den Einfasser schieben. Das Band wird gefaltet und angenäht.

Je nach Materialstärke und Stoff kann es dabei sein, dass auf einer Seite mehr eingeschlagen wird. Bei größeren Differenzen überprüfen Sie bitte, ob Sie die korrekte Bandbreite zugeschnitten haben. Probleme können auch auftreten, wenn Sie nicht im 45 Grad sondern im 90 Grad Winkel geschnitten haben.

Zum Einfassen eignen sich auch andere Stiche als der Geradstich. Hier der Stich Nr. 2, der normal Zickzack. Verwenden können Sie allerdings nur Stiche, die keine Rückstiche enthalten.

Gefalztes Schrägband im Bandeinfasser Nr. 88

Das gefalzte Schrägband darf maximal die halbe Einlaufbreite des ungefalzten Schrägbands haben. Hier beim Einfassers für 38 mm also 19 mm.

Es wird genau so durch den Einfasser geschoben, wird aber oben und unten nicht eingeschlagen, da es zu schmal ist. Für ein optimales Ergebnis sollten Sie den Streifen so halten, dass er immer mittig in den Einfasser läuft.

Sonst läuft alles ab wie beim ungefalzten Band.

Falzgummi im Bandeinfasser Nr. 88

Auch das geht. Hier sogar mit nur 16 mm Breite des Falzgummis. Dabei müssen Sie allerdings gut darauf achten, dass der Gummi gerade in den Einfasser läuft und benötigen definitiv den Nähfuß 95C, da der Zickzackstich in der ganz rechten Position das Band gerade so erwischt.

Jersey mit dem Bandeinfasser Nr. 88 annähen

Hier kommt es sehr auf den Jersey und das Projekt an. Ausgelegt ist der Bandeinfasser für dünne Webware, bei dehnbaren und dickeren Stoffen kommt es oft zu Verzug. Senken Sie auf jeden Fall den Nähfußdruck und montieren Sie den Einfasser so nah wie möglich am Fuß, dann kann auch das Annähen von Jerseystreifen gelingen. Eine Nähprobe ist jedoch unbedingt erforderlich.

Ecken mit den Bandeinfasser nähen

Wenn Sie eine Ecke mit den Bandeinfasser nähen möchten, müssen Sie die Naht bis zum Ende fertig nähen, vernähen und den Faden schneiden.

Heben Sie den Nähfuß an.

Schwenken Sie dann den Einfasser nach vorne weg.

Nun legen Sie das Band um die Ecke herum. Wenn Sie den Stoff nach rechts in das Band schieben, legt sich die Ecke meist schon richtig in Form. Korrigieren Sie eventuell mit den Finger und kontrollieren Sie, ob es auch auf der Rückseite geklappt hat und sich eine schöne 45 Grad-Schräge gebildet hat.

Diese halten Sie dann mit der Pinzette, während Sie den Einfasser wieder zurückschieben.

Manche Bänder springen schnell wieder auf, hier empfiehlt es sich, mit Stecknadeln oder Heftgarn zu fixieren. Die Stecknadeln müssen Sie vor dem Losnähen allerdings wieder entfernen.

Beginnen Sie direkt in der Ecke mit dem Nähen.

Am Ende bleibt der Anfangsfaden übrig, diesen können Sie mit der Patentnadel verstechen.

So gelingen auch Ecken mit den Bandeinfasser.

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