Testbericht Janome 9480

Der Umstieg von der Janome 9450 QCP auf die 9480 QCP – richtige Entscheidung?

Wer bin ich?

Hallo, ich bin Anja und in der Nähwelt als TULA_eleven unterwegs. Meinen Labelname hat mein Mann vor mehr als 15 Jahren entworfen und ist eine Homage an unsere Familie als Fan von Ocean´s Eleven.

Ich bin ein sogenannter Allesnäher, d.h. ich nähe neben Kleidung für die gesamte Familie (Shirts, Hosen, Jacken, Mäntel und Unterwäsche), Taschen und Accessoires aber auch liebend gern Patchwork mit Quilting. Nur das Handnähen ist nicht wirklich so meins.

Das Nähen habe ich als Kind von meiner Oma auf einer voll analogen und unmotorisierten Singer–Industrienähmaschine Baujahr 1936 aus der Lederwarenfabrik in unserem Dorf gelernt. Später durfte ich auf dem Heiligtum meiner Mutter, einer Veritas, erste Kleidung nähen. Meine erste eigene Nähmaschine kaufte ich mir als Student 1998 im Aldi für das Nähen von Gardinen. Mit zunehmenden Mut und Experimentierfreudigkeit stieß ich an die Grenzen der Nähmaschine. Auch schraubte und bastelte ich mehr als das ich nähen konnte. Als mein Mann dann auch noch das permanente Traktorengeräusch in unserem Wohnzimmer störte, wechselte ich 2010 zur Brother Innov-is 350 SE, 2019 dann zur Janome Horizon MC 9450 QCP.

Ich habe mich für die Janome HMC 9450 QCP entschieden, da sie aus meiner Sicht

  • ein Maximum an Platz rechts der Nadel bietet (28 cm! – erst mit der Janome M6 /M7 / M8 gibt es Haushaltsnähmaschinen mit mehr Platz).
    Dazu kommen
  • der klare Blick auf die Spule,
  • Freiarm
  • eine super Beleuchtung des Nähbereichs durch die ausziehbare LED,
  • die einfache digitale Bedienung
  • ein ausreichend starker Motor auch für viele Lagen bei Taschen oder Jeans
  • die Höhe des Nähfußes zwischen Stichplatte und Nadel

und nicht zu vergessen:

  • das umfangreiche Zubehör von Allem, was das Näh- und Quilterherz begehrt und
  • Verstaufächer direkt an der Maschine für das Mindestmaterial, was man beim Nähen benötigt (5 Spulen, 5 Nähfüße, Nähnadeln, Pinsel usw).

An dieser Prioritätensetzung hat sich bis heute bei mir nichts Grundlegendes geändert.

Deshalb finde ich diverse Onlineveranstaltungen des nähParks zur Maschinenberatung (z.B. wie man mit seiner Nähmaschine Rulerwork quilten kann), die auch mein technikbegeisterter Mann stets sehr interessiert mitverfolgt, sehr lustig. Er fragt jedes Mal, ob diese Funktion oder jenes Zubehör meine Maschine auch habe. Und immer kann ich sagen: muss ich nicht extra kaufen – alles dabei.

Auch wenn nicht alle Funktionen oder Nähfüße identisch zu anderen Herstellern vorhanden sind, bietet die Janome immer eine funktionierende Alternative, mit der man mindestens genauso gut zum gewünschten Ergebnis kommt. Als Beispiel seien hier der Schmalkantenfuß im Vergleich zu Bernina, die Vernähautomatik, Floatingmodus u.ä. genannt.

Natürlich ist das meine absolut subjektive Verbrauchersicht, weniger eine objektive, herstellerunabhängige Beurteilung.

Zusammenfassend bin ich mit meiner Nähmaschine seit mehr als vier Jahren überglücklich und ich habe keine Ambitionen, sie gegen eine andere Maschine zu tauschen. Nur wenn es ans Quilten der großen Patchworkdecken geht (so ab ca. 2,40 m x 2,40 m), stoße ich an die Grenzen der Maschine und wünsche mir manchmal eine Longarm oder wenigstens einen BSR / ASR für ein gleichmäßiges Stichbild.

Leider muss mein Liebling auch mal für eine gewisse Zeit zur Wellnesskur in den Nähpark. Um diese Durststrecke mit wenig mentalem Schaden meinerseits zu überstehen, darf ich den Nachfolger meiner heißgeliebten Maschine testen. Ich bin extrem gespannt.

Das Abenteuer beginnt …

… schon beim Versenden der Maschine. Der nähPark kann manchmal zaubern: Wir telefonieren Donnerstag 14:00 Uhr und überlegen, welche Maschine für mich zum Testen geeignet und verfügbar wäre. Und keine 24 Stunden später klingelt bei uns, mitten im sächsischen ländlichen Raum fernab von jeglicher Nähzivilisation, der Postbote und stellt das große Paket in unsere Stube. Ich bin so sprachlos, dass es ein Weilchen dauert, bis ich mich ans Auspacken mache.

Nachdem wir beide, das Paket und ich, uns akklimatisiert haben, geht es an das Auspacken der Nähmaschine mit allem Zubehör. Alles ist im Karton schön sortiert und so verpackt, dass auch mehrfache Maschinentransporte unproblematisch sind, wenn der Transporteur pfleglich mit dem Paket umgeht.

… und dann war es wie nach Hause kommen …

Ich setzte mich an die Nähmaschine und fühle mich gleich angekommen. Was auch nicht verwunderlich ist, da die 9480 quasi ein Upgrade von der 9450 ist und kein Systemwechsel. Aber auch jemand, der noch nie mit einer Janome genäht hat, kann sich einfach an die Maschine setzen und die ersten Nähte nähen. Natürlich empfehle ich hier ausdrücklich, vorab die Bedienungsanleitung zu lesen, zumal die neue in einer etwas größeren Schrift geschrieben und mit Ringbuchbindung versehen, noch übersichtlicher ist! 

Zusätzlich nutze ich das durchsuchbare Pdf-Dokument, welches bei Janome in Deutsch als Download zur Verfügung steht. Damit wird das Beantworten von Bedienfragen wesentlich erleichtert. Denn ein echtes Indexverzeichnis gibt es auch bei der neuen Bedienungsanleitung nicht – sehr schade.

Auf den ersten Blick sieht die neue Maschine mit ihrem eckigen Design und dem schwarzen Bedienpanel an der rechten Seite schon mal schön stylisch aus. Das schwarz-graue Maschinendesign zieht sich durch alle Elemente inklusive Zubehörboxen und großem Anschiebetisch. Die äußeren Maße und die Grundaufteilung der Maschine sind gleichgeblieben, auch die zusätzlich herausziehbare LED-Beleuchtung für eine optimale Belichtung des Nähbereichs. Leider hat man hier an dem kleinen Kippgelenk gespart, um diese Lampe wie bei der 9450 noch besser fokussieren zu können.

Als nächstes fällt (ohne hinzusehen) beim Aufklappen des oberen Deckels die eingearbeitete Kerbe auf. Damit entfällt das Fummeln, um die Klappe bei jedem Spulen oder Fadenwechsel aufzubekommen. Ich habe mich nur gewundert, dass es so intuitiv funktionierte und musste gleich bei der 9450 schauen, ob ich es dort nur immer nicht „gefunden“ habe ;-).

Das Display sieht bei der 9480 auf den ersten Blick kleiner aus als bei der 9450, jedoch täuscht dies. Durch die Verlagerung von Grundmenüs an den Rand des Displays sind diese immer sofort greifbar. Ebenso sind die zwei runden Knöpfe unterhalb des Displays nicht nur ein cooles „Retro-Goody“, vielmehr helfen sie bei der einfachen Bedienauswahl insbesondere beim Einstellen der Stichlänge und Stichbreite. Es entfällt das ewige Drücken auf den Touch, wenn man z.B. die Nadelposition verschieben möchte. Wer es mag, kann natürlich auch den mitgelieferten Bedienstift verwenden. Der Touch funktioniert sensibel und ohne Verzögerung, so dass man ihn auch problemlos einfach mit dem Finger bedienen kann. Das geht für mich am schnellsten, da ich auf meinem Arbeitsplatz sowieso zu viele Materialien und Helferlein liegen habe.

Zum Schluss fällt beim Anschalten sofort das schwarz/weiß gehaltene Menü auf. Wem es nicht gefällt, kann sich jetzt auch eine der 5 anderen Hintergrundfarben anstatt vorher 3 aussuchen. Durch die höhere Auflösung und den stärkeren Kontrast erscheinen die Piktogramme sehr klar. Mein Ordnungsmonk ist glücklich. Die Bedienung ist wie bei der 9450 sehr intuitiv möglich. Man wird in logischer Konsequenz zur die Menüs geführt.

Auch findet sich neu auf jeder Menüseite ein QR-Code und der Button DFT.

Den QR-Code musste ich natürlich gleich ausprobieren. Er führt leider (noch) nicht zu einem vollständigen Nähfilm, aber immerhin zum rein englisch verfassten Maschinenführer AcuSpark2 (digitale Bedienungsanleitung). Dort ist die Menüführung nochmal schön übersichtlich mit Wort, Bild oder kleinen Videos dargestellt.

Man beachte: das Scannen des QR-Codes muss aus der AcuSpark2-App heraus folgen, um im richtigen Menüpunkt anzukommen. Das Scannen mit einem „normalen“ QR-Code-Scanner bring einem nur eine unendliche Zahlenkolonne ohne Verlinkung in die App oder zu anderen Inhalten. Videos müssen erst in die App geladen werden (Common Video Download).

Mit dem DFT-Button kann man jeden Stich per Knopfdruck sofort in die Grundeinstellung bringen, sollte man ihn dauerhaft umprogrammiert haben. Das finde ich vor allem in der Kombination mit dem Modus „Merken, wie ich als letztes genäht habe“ eine tolle Funktion, die ich regelmäßig nutze.

Maschine mit Hülle – ich habe das Gefühl, dass die Hülle wesentlich maßgenauer passt als bei der 9450.

Vergleich technischer Daten:

Graue Felder: Funktion gibt es nicht oder ich habe dazu keine Angaben gefunden

Gelbe Felder: neue / erweiterte Funktion

Wie der trockene Datenvergleich beider Maschinen zeigt, hat die 9480 augenscheinlich bis auf den ASR nichts grundlegend Neues. Aber gerade die Feinheiten sind die Dinge, die mein Herz höherschlagen lassen. Neben dem Test des ASR werde ich also nachfolgend besonders auf die Kleinigkeiten eingehen, denn warum ich mich grundsätzlich für diese Maschine entschieden habe, steht oben in der Einführung.

PDF zum Download:

Tabelle Technikvergleich

Stiche

Auf den ersten Blick in die technischen Daten hat sich die Anzahl der möglichen Stichmuster auf 400 vergrößert. Da ich sowieso nie regelmäßig alle Stiche der 9450 benutze, sondern sich „Lieblingsstiche“ etabliert haben, war mir diese Änderung eigentlich nicht wichtig.

Auf den zweiten Blick finde ich jedoch die Markierung der Musterstiche (sie sind in der Übersicht blau dargestellt), die horizontal spiegelbar sind, als sehr sinnvoll. Die Funktion des Spiegelns von Musterstichen auf Knopfdruck sowohl vertikal als auch horizontal habe ich das erste Mal bei der 9450 gesehen und recht häufig benutzt, um Symmetrien auf Kleidung oder Taschen erzeugen zu können oder um z.B. das Nähgut in meiner bevorzugten Lieblingsrichtung durch die Maschine zu schicken.

Zusätzlich hat die 9480 drei weitere Schriftarten, z.B. Kyrillisch und das separate Menü „Monogramm“ erhalten. Sollte also keine Stickmaschine zur Hand sein, können Monogramme und/oder kleine Schriftzüge genäht werden. Das Ganze funktioniert natürlich nur in einer maximalen Schrifthöhe von 9 mm (=Stichbreite). Auch die Monogramme sind eher genähte Buchstaben und nicht mit den klassischen Monogrammen im herkömmlichen Sinn vergleichbar.

Einstellungen – fehlender Flüstermodus?

Wer möchte mit seinem Spielzeug so viel wie möglich Krach machen? Wenn es nach mir geht, gilt das maximal für Kinder- oder Männerspielzeug im Garten. Meine Familie akzeptiert mein maschinenlastiges Hobby, wenn es die allgemeine Geräuschkulisse nicht sehr stört. Deshalb wurde bei der 9450 auch sofort der Flüstermodus eingestellt und nie wieder revidiert. Dementsprechend fiel mir auch gleich beim theoretischen Maschinenvergleich auf, dass der Flüstermodus bei der 9480 eingespart wurde.

Aber mal ehrlich – eigentlich ist das die einzig richtige Entscheidung von Janome, die Maschinen so leise und rund wie möglich laufen zu lassen. Viel mehr sind die Informationen an die Nähenden wichtig, dass die Maschine mit regelmäßiger Pflege durch Säuberung, Ölen und einer neuen Nadel immer schön leise laufen kann. Wenn die Nähmaschine also wie ein Traktor klingt, ist Handeln angesagt. Dann redet die Maschine mit einem.

Einstellungen – Oberfadenwächter?

Auch den Menüpunkt „Oberfadenwächter“ sucht man vergeblich bei der 9480. Er heißt jetzt „Oberfadenbruchsensor“ und befindet sich bei den grundsätzlichen Näheinstellungen (vorher bei Maschineneinstellungen).

Zusätzlich zeigt die Maschine sofort an, wenn der Oberfaden nicht korrekt eingefädelt ist.

Nadeleinfädler

Mit dem Nadeleinfädler der 9450 wurde ich nie richtig warm. Er funktionierte für mich am Anfang nicht zuverlässig. Ich konnte keine Systematik feststellen, unter welchen Bedingungen der Faden das Öhr der Nadel findet – egal ob neue oder alte Nadel (immer eine Markennadel von Schmetz), ob großes oder kleines, dickes oder dünnes Öhr – meistens klappte es nicht. Nach der ersten Wartung kam die Maschine mit einer ausgeklingten Feder des Nadeleinfädlers bei mir an, so dass er gar nicht mehr ging. Aber auch nach Reparatur des kleinen Transportschadens haben wir nicht mehr zusammengefunden. Dementsprechend hatte ich auch nicht immer Lust, doch noch mal den Faden zu wechseln, um ein „schöneres“ Ergebnis zu bekommen.

An der 9480 sah ich schon beim Einlegen der Garnspule die veränderte Konstruktion des Nadeleinfädlers. Mein Ehrgeiz war angespitzt, ihn ausgiebig zu testen. Denn das würde für mich ein echter Komfortsprung bedeuten.

Als Grundregel habe ich gelernt, dass der Nadeleinfädler nur bei unverbogenen Nadeln ab einer Nadelstärke von mindestens 75 funktioniert.

Ich testete folgende Nadeln in den Größen 70 – 120: Universal, Superuniversal, Superstretch, Microtex, Quilting, Leder, Jeans & Topstitch mit allen möglichen Garnen von dünnem Polyestergarn (Gütermann & Mettler) über Baumwoll-Quiltinggarn (Aurifil 28wt – 90wt, Madeira, Mettler) bis zu verschiedenen Sondergarnen wie Seraflex, Flauschgarn usw. … mit dem Ergebnis

… tadaa … es klappte zu 90%. Bei den fehlenden 10% lag es daran, dass die Nadel nicht vollständig im Oberen Schaft verankert war (Nadel ist entweder etwas runtergerutscht oder ich habe sie beim Einlegen nicht bis zum Anschlag nach oben geschoben), sich die Nadelstange nicht vollständig in der oberen Position befand oder der Faden nicht korrekt in der Vorrichtung eingespannt war. Das sind für mich alles nachvollziehbare Fehlerquellen, die man selbst gut beheben kann.

Der Vorteil des funktionierenden Nadeleinfädlers zeigt sich auch gleich bei meinen Nähprojekten – ich wechsele tatsächlich häufiger die Fäden, um stets das „schönste“ Ergebnis zu erhalten. Das macht vor allem bei Taschenprojekten oder Ton-in-Ton-Quilting sehr viel in der Optik aus.

Spulen, Fadenwächter

Das Aufspulen funktioniert wie gewohnt unkompliziert und einwandfrei. Nachdenklich stimmt mich die Tatsache, dass bei der 9480 wesentlich weniger Faden auf der Spule ankommt, bis der automatische Spulenstopp einsetzt, wie bei der 9450. Dies kann entweder am individuellen Modell liegen (Spulenstopper ist näher in Richtung Spule gebogen) oder Janome möchte eine reibungsfreiere Rotation der Spule in der Spulenkapsel garantieren. Letzteres war bei meiner 9450 nie ein Problem.

Der Fadenwächter ist individuell in den Maschineneinstellungen einstellbar. Aber auch bei der Minimaleinstellung von 0,5m als Warngrenze ist noch viel Faden auf der Spule. Also ist es auch bei der 9480 immer mal wieder eine Lotterie, ob der Unterfaden reicht.

Der Accurate Stich Regulator (ASR) …

… kommt von Haus aus edel daher. Der ASR als besonderer „Nähfuß an einem Kabel“ wird mit den vier verschiedenen Nähfüßchen exklusiv in einer separaten Box präsentiert. In diesem Moment weiß der Kunde, warum die Janome 9480 mehr kostet als die 9450.

ACHTUNG: Bitte unbedingt vor den ersten Stichen mit dem ASR die Bedienungsanleitung lesen und den Einstellungsempfehlungen folgen!

Das Anbringen des ASR über einen separaten Eingangsport auf der Rückseite der Maschine ist recht unspektakulär, ebenso das Montieren der Nähfußhalterung mit dem Sensor anstatt eines Obertransportfußes (die Maschine hat ja 2 davon im Lieferumfang) oder des normalen Füßchenhalters. Die Wahl des gewünschten Nähfußes am ASR hängt vom Nähgut und der Quiltart ab. Der Wechsel lässt sich leicht realisieren. Wer unsicher ist, kann die Schritt-für-Schritt bebilderte Anleitung in der App zu Hilfe nehmen.

Aus meiner Sicht werden mit den vier gelieferten ASR-Nähfüßchen alle eventuell aufkommenden Quiltbedürfnisse abgedeckt.

Leider zeigt die Anleitung die erforderliche Menüführung bis zum „Freihandquilten“ mit ASR nicht optimal, so dass ich am Anfang erst einmal suchen musste:

Der ASR muss explizit an der Maschine aktiviert werden (ASR-Taste drücken). Gleichzeitig grauen sich die Stiche aus, die mit dem ASR nicht verwendbar sind – es verbleibt nur noch Freihandquilt-Stich Nr. 3 übrig.

Zum Nähen mit dem ASR fehlen mir gleich mal schlicht die Worte … das heißt, ich kann nur empfehlen, sich an die Maschine zu setzen und es selbst auszuprobieren. Der Suchtfaktor setzt sofort ein.

Dabei gilt zu beachten:

  • Nähgeschwindigkeit auf Maximum stellen
  • Fußpedal von Anfang an durchgedrückt lassen
  • Stoff nicht zu schnell bewegen – da ertönt ein Warnton

ASR für Freemotion

Obwohl ich eine Vielquilterin bin und schon immer Freemotion favorisiere, gelingt es mir mit der 9450 selten, so gleichmäßige Stichlängen wie bei einer Longarm zu produzieren. Meine Hoffnung, mit Hilfe des ASR hier ein Stückchen näher an diesen Anspruch mit meiner heimischen Nähmaschine zu kommen, hat sich schon nach den ersten 10 Minuten Üben erfüllt.

Gefühlt kann ich den Stoff leichter durch die Maschine bewegen als ohne ASR. Die Nähmaschine läuft gleichmäßig. Sie gibt akustische Hilfestellung, sollte man den Stoff zu schnell bewegen. Hier bedarf es etwas Konzentration, denn eine Longarm kann dann doch wesentlich schneller gleichmäßig nähen. Aber in der Regel benötige ich keine höhere Geschwindigkeit, denn das würde den meditativen Zweck des Freemotionquiltens zum einen und der erforderlichen Denkleistung zur Stoffbewegung mit Musterbildung zum anderen entgegenwirken.

Offensichtlich wird die Verantwortung, regelmäßige Stiche durch gleichmäßiges Bewegen zu erzeugen, an die Nähmaschine abgegeben. Das macht nicht nur den Kopf freier, sondern auch die Schultern verkrampfen nicht so schnell – die Maschine tut also genau das, was und wie sie es soll. Mein Nähvergnügen ist gegeben!

Natürlich muss auch hier man die grundlegenden Regeln des Freemotion-Quiltens bei der Arbeit mit dem ASR beachten. Zum Beispiel ist es wichtig,

  • schon vor Beginn zu wissen, was man wo und wie Quilten möchte.
  • Das Nähgut sollte immer größer sein als der eigentliche Quiltbereich (hier mindestens + 2 cm an jeder Seite), damit die Bewegung stets vom Sensor erfasst wird, der sich hinter der Nadel befindet.
  • Ruckartige Bewegungen des Stoffes führen zu unregelmäßigen Stichen, da der Sensor eine gewisse Trägheit besitz.

Nach meinem Empfinden werden die Stiche mit einer Länge von 3mm zu groß, bei der Einstellung 2mm erziele ich für mich optimale Ergebnisse.

ASR mit Ruler

Nachdem das Freemotionquilting mit ASR so gut geklappt hat, möchte ich natürlich auch meinen Angstgegner, das Quilten mit Ruler, in Angriff nehmen. Hier habe ich schon an der 9450 mit der Koordination zwischen Stoff, Ruler und Nähmaschine so meine Problemchen. Die Ergebnisse sind meist für mich doch eher frustrierend statt glücklich.

Erste Erkenntnisse:

  • Meine Ruler (Janome & Amanda Murphy) passen unter das ASR-Rulerfüßchen – auch dahinter.
  • Der Sensor arbeitet unabhängig davon, ob er den Ruler oder den Stoff als Referenz hat, gleichgut.
  • Bei Linien oder Bögen / Kreisen mit großen Radien werden gleichmäßige Stiche erzeugt. Es tritt der gleiche Entspannungseffekt wie beim Freemotion ein.
  • Bei Rulern, mit denen man Ecken oder spitze Spitzen quiltet, wie die kleinen Wellen, schafft es der ASR nicht, den ersten Stich in der gleichen Größe wie alle vorherigen oder folgenden zu setzen. Er wird immer doppelt so groß, da der Sensor jedes Mal erst „merken“ muss, dass der Stoff bewegt wird.

Fazit

Mittlerweile ist meine Janome 9450 von ihrem Wellnessurlaub aus dem Nähpark zurück. Ich habe sowohl die 9450 als auch die 9480 parallel mit verschiedenen Projekten genäht. Und ich bin mit der 9450 auch immer noch glücklich.

Trotzdem kann ich jedem, der gern und viel quiltet, nur empfehlen, das mehr an Geld in die Hand zu nehmen und sich für die 9480 zu entscheiden. Ausschlaggebend sind für mich vor allem der ASR und der wirklich verbesserte Nadeleinfädler.

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Wo geschnitten wir, fallen Fusseln. Also gehört bei der Overlock das gründliche Reinigen noch öfter auf den Plan als bei der Nähmaschine. Im neuesten Beitrag zeigen wir euch, die ihr die Juki MO-3500 Sumato gründlich reinig und wo im Anschluss das Öl hinkommt.
www.naehratgeber.de/juki-mo-3500-reinigen-und-oelen-82620/
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Wo geschnitten wir, fallen Fusseln. Also gehört bei der Overlock das gründliche Reinigen noch öfter auf den Plan als bei der Nähmaschine. Im neuesten Beitrag zeigen wir euch, die ihr die Juki MO-3500 Sumato gründlich reinig und wo im Anschluss das Öl hinkommt.
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So eine Simulation ist fast so entspannend, wie der Stickmaschine beim Sticken zuzusehen 😊
Wir können es jedenfalls kaum erwarten, die Muster zu sticken. Hier seht ihr einen Entwurf unserer nächsten Quilty Fillers, die ihr euch ja gewünscht habt. Rahmenfüllende Quiltmuster, perfekt für kleine Quiltprojekte wie zum Beispiel Täschchen. Damit jeder die volle Fläche nutzen kann, wird es sie für fast alle Stickrahmengrößen unserer Hersteller geben (ab 15x15).
Bis Samstag habt ihr noch Zeit, euch als Probesticker zu bewerben! Vielleicht könnt ihr dann auch noch euer Wunschdesign hinzufügen?
Dafür müsst ihr nur zeigen, was ihr mit den Quilty Fillers 1 gemacht habt und @naehpark und @naehratgeber markieren, damit wir das auch sehen.
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