Die BERNETTE b64 im Test – Teil 1 von Mimi näht

Seit genau einem Monat darf ich nun die neue Bernette b64 Airlock auf Herz und Nieren testen. Die Aufregung war groß, als die Post vom Nähpark hier ankam – hatte ich doch zuvor 10 Jahre lang nur auf meiner Bernina 800 DL genäht. Diese war bisher auch die einzige Overlock, auf der ich jemals genäht hatte. Meine Erfahrungen mit Overlocks sind also recht überschaubar.

Das erste, was mich zum Staunen brachte, war der doch erhebliche Größenunterschied zwischen meiner alten und neuen Overlock. Die Bernette ist ja ein Riese im Vergleich zu meiner alten Lady! Mir gefällt aber das Erscheinungsbild der Bernette supergut, sehr modern, sehr straight, sehr wertig! Wo fange bloß an zu erzählen, was die Bernette alles mitbringt?!

Als ersten Punkt muss ich natürlich das geniale Airlock – System erwähnen. Ich kenne diese Einfädelhilfe zwar schon von meiner Babylock Covermaschine, aber ehrlich gesagt finde ich es an der Bernette noch 100 Mal genialer – es werden beide Greiferfäden innerhalb von Sekundenbruchteilen in die Greifer damit eingefädelt – so macht das Garnwechseln Spaß!

Besonders darauf achten solltet ihr aber, dass die Greiferfäden richtig in der Führung über dem Airlock – System liegen (im Bild markiert) ! Das hatte ich nämlich zuerst übersehen und somit keine perfekten Nähte produziert!

Besonders toll finde ich den Kniehebel, das ist so praktisch, wenn man beide Hände frei hat! Außerdem bin ich den Hebel von meiner Bernina B740 gewöhnt – wie oft ist es mir in der Vergangenheit passiert, dass ich aus Gewohnheit beim hin-, und herswitchen zwischen meiner alten Ovi und der Nähmaschine den nicht vorhandenen Beinhebel der Bernina 800DL betätigen wollte ! Der Hebel der Bernette war besonders am Anfang etwas sperrig, mir kommt aber vor, das hat sich jetzt gelegt.

Die Bernette b64 hat neben dem Kniehebel jede Menge im Standardzubehör dabei, dazu gehören z.B. ein großer Anschiebetisch, eine Freiarmvorrichtung inkl. Abdeckung, einen Stoffauffangbehälter, ein Nadelset, Pinzette und eine extra Aufbewahrungsbox. Teilweise sind die kleinen Helfer direkt hinter dem Einfädlerdeckel versteckt angebracht, was ich sehr praktisch finde.

Die beigepackte Kurzanleitung fällt wirklich extrem kurz aus, man kann sich aber auf bernette.com eine 84 Seiten umfassende Anleitung herunterladen bzw. ausdrucken. Diese Anleitung ist extrem toll und lässt keine Fragen offen. Ich habe selten eine so gute Anleitung gelesen.

Schön fände ich es noch, wenn eine Staubabdeck – Haube im Lieferumfang dabei gewesen wäre.

Sehr positiv bin ich von der geringen Lautstärke der Bernette überrascht gewesen, da war meine alte Bernina erheblich lauter !

Jetzt aber zum wichtigsten Teil, wie näht es sich auf der Bernette b64? Ich habe bisher tatsächlich von den 16 möglichen Stichen genau 1 ausprobiert, nämlich die ganz normale 4 Faden – Overlocknaht. Das ist die Naht, mit der ich 99% meiner gesamten Nähstücke nähe. Und darauf lege ich natürlich am meisten Wert, dass die funktioniert. Ganz selten brauche ich einen Superstretch – Stich oder Rollsaum, aber die werde ich demnächst natürlich auch noch ausprobieren.

Beim Lesen anderer Testberichte habe ich gleich zu Beginn herausgefunden, dass die Standardeinstellungen des Differentials und der Stichlänge wohl nicht dem Ideal entsprechen und es damit zu leicht welligen Nähten kommen würde. Demnach habe ich den Druck etwas reduziert und die Stichlänge 1 Klick über 1 gestellt und bin damit sehr gut gefahren!

Ich vernähe hauptsächlich Jersey und Sweatstoffe. Mir war es besonders wichtig, dass die Bernette b64 auch mehrere Lagen Wintersweat sauber und ohne Fehlstiche näht. Und das schafft sie, megafreuuu !!! Wie man am nachfolgenden Foto sehen kann, kein Fehlstich bei 5 Lagen angerautem Sweat bei der Kapuzenüberlappung. Meine Bernina hat da leider sehr geschwächelt.

Ebenso meistert sie flauschige, weiche Stoffe wie Merino – Wollfleece ohne Probleme. Am nachfolgenden Foto ist eine Nahtkreuzung am Ärmel zu sehen, von Innen und Außen total sauber!

Von der Geschwindigkeit her liegt die Bernette b64 genau im Mittelfeld mit 1300 Stichen/Minute, diese Leistung hat auch meine alte Bernina. Dennoch hatte ich beim Nähen mit komplett durchgedrücktem Fusspedal auf der Bernette das Gefühl, dass diese langsamer nähen würde. Aber das ließ sich ja leicht herausfinden, ob mich mein Gefühl getäuscht hatte oder nicht. Ich habe also beide Ovis eingefädelt, die Bernette mit violettem Garn, die Bernina mit weinrotem Garn und los ging der Test! Ich habe weißen, festeren Baumwollstoff mit einer Länge von 123 cm genommen und mit jeder Overlock diese Länge je 3 mal mit Vollgas abgenäht und die Zeit gestoppt.

Und siehe da – beide Maschinen brauchten für diese 123 cm im Schnitt 27,8 Sekunden ! Wie kann man sich bloß täuschen! Im Nachhinein erkläre ich mir das so: Fährt man auf einem größeren Schiff, kommt einem das Tempo weniger hoch vor als wenn man mit einem kleinen Bötchen Vollgas gibt. Und so kann man das denke ich auch auf die Bernette umlegen. Durch die Größe und das Gewicht erscheint die Bernette langsamer als die lautere und ruckeligere kleinere Overlock!

Was mich sehr verwundert hatte, war die Empfehlung in einem Testbericht, die Bernette schon nach 1 Woche Benützung zu reinigen und zu ölen. Ich kannte das von meiner alten Overlock gar nicht, diese habe ich vielleicht 3 mal in 10 Jahren geölt.

Im nächsten Testbericht möchte ich gerne auf die anderen Sticharten und das Nähen mit anderen Garnsorten eingehen. Seid gespannt, es gibt noch viel zu erfahren !

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