Opal 690Q Testbericht

Die HUSQVARNA VIKING Opal 690Q im Test bei der Redaktion

Die Marke Husqvarna Viking ist in Deutschland noch relativ unbekannt. Wenn überhaupt, dann denken viele Hobbyschneider dann aber zuerst an Modelle wie die Ruby, Diamond oder Epic, die Näh-Stickkombis. Aber es gibt auch noch ganz tolle reine Nähmaschinen!

Die Serie Opal besteht aus drei Nähmaschinen und das Modell 690Q steht in der Redaktion dauerhaft. Lesen Sie hier unsere Erfahrungen.

Was bedeutet das Q bei der 690Q?

Das Q steht für Quilten und zeigt an, dass dieses Modell besondere Stiche und Zubehör für Patchwork und Quilten mitbringt.

Unter anderem den Nähfuß R, mit dem die Technik „Freihand gleitend“ ausgeführt wird. Ist diese Funktion aktiviert, bewegt sich der Nähfuß bei langsamer Geschwindigkeit noch auf und ab, ab einer gewissen Geschwindigkeit fängt er an zu gleiten. So wird der Stoff gehalten, wenn man anfängt und wenn man in Schwung kommt, lässt er sich problemlos bewegen.

Der Transporteur muss dazu manuell abgesenkt werden. Nach erneutem Einschalten macht die Nähmaschine aber darauf aufmerksam, dass sie auf Freihand steht, da normales Nähen so nicht möglich wäre.

Dazu gibt es noch ein paar weitere Zubehörteile oder Funktionen, die die 690Q von den Modellen 650 und 670 unterscheiden:

  • Oberfadenspannung elektronisch (650 mechanisch)
  • Nähfußlifter elektronisch (650 und 670 mechanisch)
  • Nähfußdruck elektronisch (650 und 670 mechanisch)
  • automatischer Fadenschneider (650 nur manuell)
  • Unterfadenwächter (650 hat keinen)
  • mehr Stiche (unter anderem Quiltstiche und Tapering)
  • 12 Speicherplätze (670: 8, 650: 4)
  • Stiche spiegeln (650 nur vertikal)
  • Mehr Zubehör als 650 und 670: Patchworkfuß, transparenter Nähfuß, Quiltfuß R, Quiltführungslineal

Die elektronischen Einstellmöglichkeiten sorgen dafür, dass der Nähberater einfacher bedient werden kann. Für eine Maschine mit der Kennzeichnung Q für Quilten ist sie jedoch relativ klein.

Hier sieht man sie beim Quilten mit dem normalen Nähfuß eines Babyquilts. Wir würden daher sagen, wenn Sie gelegentlich kleinere Projekte quilten, reicht die 690Q aus. Bei den Modellen darunter wäre nicht so viel möglich. Liegt ihr Schwerpunkt aber bei großen Projekten, sollten Sie bei Husqvarna Viking eher zu den Sapphire Modellen greifen, die haben etwas mehr Platz rechts der Nadel.

Taschen

Taschen stellen viele Nähmaschinen vor eine Herausforderung. Wir haben mit der 690Q einen Rucksack Roana (Hansedelli) aus Kunstleder mit Schaumstoffpolsterung genäht. Der Transport war mit Schaumstoff etwas mühsam, aber dieser ist auch sehr klebrig und hätte einen Teflonfuß gebraucht. Das Absteppen des Kunstleders gelangt jedoch auch ohne Teflonfuß einwandfrei, hier hat der Nähberater mit den Voreinstellungen für Leder/Vinyl sehr geholfen.

Auch knapp an der Kante und dicke Lagen sind für diese Nähmaschine kein Problem (solange sich die Gesamtstärke im normalen Rahmen bewegt).

Der Reißverschlussfuß wirkt zwar klobig, aber durch die seitliche Montage ist es möglich, mit der äußersten Nadelposition genau an der Kante des Nähfußes zu arbeiten. Damit kommt man praktisch überall hin.

Nähberater

Schon lange gibt es bei Husqvarna Viking einen Nähberater. Sie tippen auf das Nähmaschinensymbol links oben, dann können Sie den Stoff auswählen, den Sie vernähen möchten.

Die Nähmaschine stellt bereits den Nähfußdruck ein, passt die Stichlänge an und wählt einen passenden Stich. Dieser ist aber nicht bindend, Sie können jederzeit einen anderen wählen. Im Hintergrund merkt sich die Opal 690Q aber weiterhin, dass es sich um einen bestimmten Stoff handelt und der Nähfußdruck bleibt optimiert.

Zudem schlägt sie den passenden Fuß und Nadelstärke vor. Wir haben festgestellt, dass die Einstellungen des Nähratgebers bei Husqvarna Viking immer ziemlich gut passen, vor allem die Nähfußdruckeinstellung.

Spulen durch die Nadel

Bei der 690Q muss man nicht den Oberfaden ausfädeln, um zu spulen. Der Faden wird unter dem Nähfuß nach rechts hochgeführt und kann aufgespult werden. Eine echte Zeitersparnis.

Weitere hilfreiche Funktionen

Es gibt Funktionen, die man eigentlich nicht unbedingt fürs Nähen braucht, die es aber einfach komfortabler machen. Die 690Q bietet einige davon:

Automatisches Vernähen

Das Vernähen kann programmiert werden, so dass sie immer nach Betätigen des Fadenschneiders bei der nächsten Naht automatisch vernäht. Man erkennt es am aktiven Lämpchen bei FIX.

Stellt man fest, dass man das Vernähen gerade nicht braucht, lässt es sich über einen Tastendruck auf FIX einfach ausschalten.

Wir das Vernähen eher selten gebraucht, deaktiviert man es im Menü. Dann lässt es sich auf Wunsch durch Drücken der FIX-Taste jeweils ein Mal aktivieren.

Fadenschneiden auf Knopfdruck

Durch Betätigen der Schere wird der Faden automatisch geschnitten. Wir sie während des Nähens gedrückt, schneidet diese Nähmaschine nach Ende des Musters oder der Programmierung. Auch beim Erstellen einer Musterkombination kann das Schneiden gleich mit programmiert werden.

Nadel hoch/tief

Mit einem weiteren Tastendruck kann die Nadelstopp-Position geändert werden. Im Normalfall hält die 690Q mit der Nadel in der höchsten Position an, der Nähfuß bleibt unten. Drückt man auf die Taste für die Nadelstellung, hält sie dagegen mit der Nadel in der tiefsten Stellung an und hebt dann den Nähfuß leicht an. So kann der Stoff ganz einfach gedreht werden, ohne dass er verrutscht.

Exklusive Sensor System

Die Opal 690Q ist mit diesem Stoffdickenmesssystem ausgestattet. Daher passt sie den Nähfußdruck einer veränderten Lagenanzahl selbstständig an.

Unterfadensensor

Eine Meldung macht Sie darauf aufmerksam, wenn der Unterfaden zur Neige geht. Drücken Sie die Meldung nicht weg, können Sie einfach weiternähen. Die Meldung kommt sehr bald, so dass man auch lange Zierstichreihen noch fertig nähen kann. 

Knopflochautomatik

Das Nähen von Knopflöchern können Sie manuell auswählen oder auch über den Nähberater. Der Fuß wird nur angeklickt, der Stecker kommt in die entsprechende Buchse unten am Nähkopf. Auf dem roten Stellrad sind weiße Markierungen, die müssen am Anfang der Naht mit dem weißen Strich übereinstimmen.

Dann näht die Opal von vorne nach hinten und zwar beide Raupen. So ist ein gleichmäßiges Ergebnis gewährleistet.

Dieses Knopfloch in Sweat wurde über den Nähberater ausgewählt und gelang auf Anhieb. Die Größe des Knopflochs kann am Display ausgewählt werden.

Auch Knöpfe können mit der Opal 690Q angenäht werden. Wenn man im Menü den Stich 1:33 auswählt, sieht das Display so aus.

Das heißt dann: Hebamme verwenden, Transporteur versenken, Vlies unterlegen. Die Maschine näht mit 3 mm Abstand 8 mal hin und her.

Die Hebamme (in der Anleitung Hebewerkzeug genannt) war uns für diese Bluse zu dick. Sie sorgt dafür, dass ein Steg zwischen Stoff und Knopf entsteht. Wir haben daher aus zwei Lagen Snappap eine dünnere Hebamme gemacht, für einen kürzeren Steg. Je nach Projekt kann auch ohne Hebamme genäht werden.

Der Nähfuß wird entfernt, der Nähfußhalter dient als Befestigung für den Knopf. Vierlochknöpfe werden auf zwei mal angenäht. Wir finden das Annähen zwar praktisch, eine schönere Rückseite entsteht aber beim Annähen von Hand.

Der Nähfuß D, eigentlich für den Blindstich gedacht, eignet sich toll zum knappkantigen Absteppen einer Kante. Durch die unterschiedliche Dicke der Sohle wird die Lagenanzahl optimal ausgeglichen.

Optionales Zubehör

Diese Kone passt zwar noch in die normale Garnrollenhalterung, aber bei schwierigen Garnen oder noch größeren Konen hilft die zusätzliche Konenhalterung. Diese wird einfach auf die Spulenhalterung für die Zwillingsnaht gesteckt.

Sie passt übrigens auf die meisten senkrechten Garnrollenstifte, unabhängig vom Hersteller.

Hier sehen Sie die Opal mit dem optionalen großen Anschiebetisch. Dieser erweitert die Nähfläche enorm und sorgt mit seiner matten Oberlfäche und der abgerundeten Form für perfektes Gleiten des Stoffes. Obwohl er keine separaten Füße hat, ist er trotzdem stabil an der Maschine montiert.

Hat man noch Nähfüße von anderen Herstellern, ist das auch kein Problem. Zwar kann man diese nicht einfach anstecken, da der Halter von Husqvarna Viking schmäler ist als die meisten anderen Halter, aber Sie können den Nähfußhalter entfernen und durch einen passenden ersetzen. So haben wir hier einen Rollsaumfuß aus unserem Bestand mit einem universellen SnapOn-Halter montiert. Natürlich muss man dann vor Nähbeginn überprüfen, ob die Nadel auch nirgendwo anstösst.

Zwei verschiedene Bandeinfasser haben wir auch benutzt. Mit dem Bandeinfassfuß kann man schmale Einfassungen nähen, mit dem Quiltbandeinfasser auch breitere. Wir haben uns damit Bänder gefaltet. Eigentlich empfiehlt Husqvarna Viking die Verwendung des Obertransportfußes zum Quiltbandeinfasser, aber unsere Projekte konnten wir bis jetzt auch ohne Nähen. Allerdings haben wir noch kein Quiltsandwich damit eingefasst, sondern nur maximal vier Lagen Baumwollwebware. 

Garnsorten

Die Opal 690Q hat alle unsere Standard-Nähgarne zuverlässig verarbeitet. Auch mit METTLER Seraflex hat sie ein gutes Stichbild erzeugt.

Selbst dickere Garne lassen sich mit der Husqvarna Viking Opal 690Q verarbeiten, einfach die passende Nadel einsetzen und die Oberfadenspannung anpassen, schon kann man loslegen. Die Stichübersicht befindet sich ja praktischerweise im Deckel.

Hier haben wir mit GÜTERMANN Deco Stitch No. 70 und verschiedenen Zierstichen ein Geschirrtuch verziert. 

Unser Fazit

In ihrem Preissegment bietet die Opal 690Q jede Menge komfortabler Funktionen, allen voran der zuverlässige Nähberater. Sie ist nicht zu groß, so dass sie leicht noch mitgenommen werden kann, aber trotzdem kann man auch mal größere Projekte damit verarbeiten. Die Verarbeitung ist solide und die Auswahl an optionalem Zubehör reichlich. Wir nähen gerne mit der Opal 690Q.

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