Husqvarna Viking Designer Sapphire 85

Die HUSQVARNA VIKING Designer Sapphire 85 im Test bei der Redaktion – Teil 1

Eine kleine Epic, der Nachfolger der Brilliance 80, die Sapphire 930 als Kombi – man kann durchaus versuchen, die Designer Sapphire 85 einzuordnen. Oder man sieht sie einfach als neues Modell aus dem Hause HUSQVARNA VIKING. Wir haben die Sapphire 85 mal ausführlich getestet und berichten Ihnen hier davon.

Die Bauform der Sapphire 85 ist typisch HUSQVARNA VIKING. Weiche Formen, das schräg stehende Display auf der rechten Seite und eine angenehme Oberfläche. Die Nähmaschine mit Stickmodul kommt mit reichlich Zubehör, eines fehlt allerdings: Das aktuelle Update. Also wird sie nach dem Auspacken gleich mal auf den neuesten Stand gebracht. Wir verbinden die Sapphire mit dem Wlan und der Rest geht kinderleicht, da man beim erneuten Einschalten gefragt wird, ob man das Update ausführen möchte und den restlichen Prozess nur mit OK bestätigen muss.

Alles Weitere erledigt die Nähmaschine von alleine. Wundern Sie sich übrigens bitte nicht über die teilweise sehr spiegelnden Bilder. Das Display der Designer Sapphire ist kapazitiv, also mit einer Glasscheibe versehen. Diese kann ganz bequem mit dem Finger bedient werden, lässt sich dafür aber ganz schwer fotografieren.

Positionieren per App

Mit dem aufgespielten Update kann die Sapphire 85 mit den Apps von HUSQVARNA VIKING zusammenarbeiten und folglich auch über MySewMonitor positionieren. Da uns diese Funktion vom Modell Epic 2 bereits bekannt ist, haben wir das natürlich gleich mal getestet:

So einfach kann Positionieren sein. Man muss nur mit dem Smartphone oder Tablet ein Foto vom eingespannten Stoff machen und an die Maschine senden. Dafür werden keine Spezialrahmen benötigt. Bei den bisherigen Tests lag die Genauigkeit bei einer Toleranz von 1 mm, für normales Positionieren völlig ausreichend. Möchten Sie dagegen endlos Spitze oder Bordüren sticken, wäre das Design Positioning besser geeignet, also die übliche Funktion von HUSQVARNA VIKING.

Wie das Positionieren per App funktioniert, sehen Sie in diesem Video: Positionieren mit der MySewMonitor App.

Dieses Motiv haben wir mit einer Sticksoftware selbst erstellt für den ersten Test.

Lacestickerei

Zum Warmwerden gab es gleich mal ein paar Lacestickereien. Wir haben mit BRILDOR PB 40 und AMANN Isacord gestickt, das Deluxe Stitchsystem hat hier permanent ein optimales Stichbild erzeugt. Bei einem Test mit dem Nähgarn MADEIRA Aerofil gab es ein paar Fadenrisse. Nachdem das Deluxe Stitchsystem deaktiviert wurde, lief alles problemlos durch. Gestickt wurde auf zwei Lagen MADEIRA Avalon Plus und aus diesen Blättern entstand ein Mistelzweig.

Etwas gewöhnungsbedürftig finden wir den Einfädler der Sapphire 85. Am letzten Einfädelpunkt vor dem Öhr geht es ganz schön eng zu.

Beim Laden der Zweige war der große Touchscreen sehr angenehm, wir haben einfach die einzelnen Zweige nach und nach geladen und an eine freie Stelle geschoben.

Da am Anfang nicht ganz klar war, wie oft die Zweige gestickt werden und wir ja verschiedene Garne getestet haben, wurde immer wieder ein Zweig dazu geladen. Auch hier war MySewMonitor sehr hilfreich.

So entstand ein gestickter Mistelzweig nach einer Datei von Urban Threads

Meldungen von der Maschine

Wer mit HUSQVARNA VIKING näht oder stickt, kennt das. Die Maschinen warnen sehr früh. Mittlerweile wurde die Pop-Up-Meldung aktualisiert und stellt klar, wie man weiternähen kann.

Mit der Zeit bekommt man auch ein sehr gutes Gefühl dafür, wie viel Faden noch drauf ist. In der Regel reicht es meistens, um eine Naht oder ein Feld beim Sticken noch abzuarbeiten. Allerdings meldet die Maschine dann nicht nochmal, dass der Faden leer wird, Sie müssen also aufpassen. Drücken Sie das Pop-Up weg, geht es nach ein paar Stichen wieder auf. Alle diese Meldungen erscheinen zudem im mit der Maschine verbundenen Gerät über die App MySewMonitor und wenn Sie möchten, auch an der verbundenen Smartwatch.

Überhaupt ist die Näh- und Stickmaschine sehr kommunikativ, zum Beispiel mit Nähprojekt-Vorschlägen und permanenter Verbindung zur Cloud. 
Auch wenn uns die Sapphire 85 bei jedem Neustart ein tolles Nähprojekt vorgeschlagen hat, erst mal wurde noch ein bisschen gestickt.

Inspiration aus der Cloud

Die Idee für die Geister bekamen wir in der Library, dem Abodienst für Stickdateien von HUSQVARNA VIKING. Sie wurden als fertig gestickte Projekte angezeigt, mit dem Hinweis, sie waren vor zwei Jahren im Blog zu sehen (der Blog, der direkt in den Mysewnetfähigen Maschinen angezeigt wird). Leider kann man mit einer neuen Maschine nicht auf alle Beiträge zurückgreifen. Bei verschiedenen (aktuelleren) Projekten finden Sie in der Library ein PDF mit der Anleitung, wenn nötig. Die Geister waren vermutlich schon zu alt oder noch nicht an der Reihe.

Hier war es aber dann doch relativ einfach. Wir haben Vinyl eingespannt und statt wie gezeigt mit schwarz, mit nachtleuchtendem Stickgarn gearbeitet. Auch hier musste das Deluxe Stitch System deaktiviert werden. Wir raten bei Fadenrissen immer dazu, einfach mal testweise dieses System abzuschalten. Es ist ideal für Standardstickereien, aber bei der Kombination von schwierigem Material mit empfindlichem Garn nicht immer optimal. Schön, dass man bei HUSQVARNA VIKING einfach wählen kann (über die temporären Stickeinstellungen).

Wählen kann man auch zwischen zwei verschiedenen Stickfüßen. Ein Sprungfuß (hier im Bild) und ein höhenverstellbarer Snap-On-Fuß. Letzterer hat den Vorteil, dass er schneller montiert ist. Denn im Gegensatz zur Epic geht es bei der Sapphire 85 um den Nähkopf herum wieder wie gewohnt (von der Ruby, Topaz) eng zu.

Erstes Nähen

Dann war es doch mal Zeit, zum Nähen umzubauen.

Als Einstiegsprojekt gab es Topflappen mit Chenilletechnik, ein Projekt aus dem Project Creator. Hier kann man über die Cloud Anleitungen teilen, die in der Maschine oder in der App angezeigt werden. Wenn Sie diese Anleitung nacharbeiten wollen, folgen Sie diesem Link: Chenille Pot Holder.

Die Nähte mit der Sapphire 85 wurden wie gewohnt vor allem mit Hilfe des Nähberaters meist auf das erste Mal perfekt. Sie ist mit dem JoyOSAdvisor ausgestatten, welchen wir hier vorgestellt haben: Der JoyOsAdvisor.

Der JoyOSAdvisor ist die Verbesserung des Nähberaters (Beitrag dazu HIER) und kann auch in Kombination mit Projekten genutzt werden. Wir haben hier das Projekt Topflappen geöffnet und können währenddessen auch den Stoff anpassen. Wählt man einen anderen Stoff, verändert die Designer Sapphire 85 die Stichlänge, den Fußdruck oder sogar die Stichauswahl.

Der Obertransportfuß ist inklusive und hat zwei verschiedene Sohlen. Das Anschrauben geht etwas mühsam und direkter Beginn an der Stoffkante gelingt nicht immer perfekt. Wir finden es einfacher, zuerst die optimale Einstellung des Nähberaters zu wählen (vor allem wegen des Nähfußdrucks), dann kommt man lange ohne Obertransportfuß aus.

Topflappen Chenilletechnik

Exklusive Stichtechniken

Auch im Nähmodus bietet die Sapphire 85 viele kreative Möglichkeiten. Wir haben mit den exklusiven Stichtechniken Feincord verziert, um daraus Kissenhüllen zu nähen.

Unten eine Reihe, die noch mit Strasssteinen verziert werden kann.

Darüber ein Omnimotionstich als Stichkombination. Schön finden wir, dass man sogar die überbreiten Stiche im Kombinationsmodus nutzen kann, allerdings sollte man hier immer eine Probenaht machen und mit der Balanceeinstellung vertraut sein.

Denn das hier war die erste Probenaht und die kam doch sehr vom Weg ab.

Aber auch die Balance lässt sich in diesem Fall einfach nutzen. Wir haben uns dann trotzdem dafür entschieden, die Muster einzeln zu nähen. Da für jeden Stich die Musterende-Taste benutzt werden kann, lässt sich ganz einfach ein einzelner Rapport nähen und so kann auf eventuelle Abweichungen leichter reagiert werden. Dieses Muster wurde mit MADEIRA Metallic soft (Farbnummer 490) genäht.

Hier sehen Sie unten auch einen Omnimotionstich, diesmal mit MADEIRA Spectra. Darüber wurde MADEIRA Glamour No. 8 mit METTLER Metallic und dem Schnürchenfuß angenäht. Ganz hinten ein Pop-up-Stich mit Organza, welcher noch zurückgeschnitten wird.

Fransenstich

Oben in grün (MADEIRA Spectra) ein Festonstich, darunter ein Fransenstich mit METTLER Polysheen.

Und natürlich dürfen da die Paillettenstiche nicht fehlen. Beim ersten Projekt wurde mit günstigen Pailletten aus dem Bastel-Discountbereich gearbeitet, die leider 1 mm größer waren als die in der Anleitung genannten. Ganz links mit METTLER Metallic, daneben mit MADEIRA Spectra. Rechts wurde ein Paillettenstich mit einem Pop-Up-Stich kombiniert, bei dem jedoch kein Stoff angenäht wurde.

Die fertigen Kissen

Omnimotionstich mit MADEIRA Spectra
MADEIRA Glamour 8 mit Schnürchenfuß
3-D-Stich mit MADEIRA Metallic und Organza

Omnimotionstich in Kombination mit MADEIRA Metallic
Kristallstich mit METTLER Metallic
Festonstich mit MADEIRA Spectra
Fransenstich mit METTLER Polysheen

Omnimotionstich mit METTLER Metallic
Paillettenstich mit MADEIRA Metallic
3-D-Stich mit METTLER Metallic und Organza

Hier sehen Sie alle Kissenhüllen zusammen:

In den Ecken wurden kleine Dreiecke mit eingenäht, in die die Pfauenfedern gesteckt werden können. So lassen sie sich zum Waschen schnell abnehmen. Auf der Rückseite befindet sich ein einfacher Hotelverschluss aus schwarzer Webware mit Elasthananteil. Am Verschluss haben wir zum Versäubern der Umschläge verschiedene Nutz- und Zierstiche getestet. Da die überbreiten Stiche schmäler gestellt werden können, ist die Stichauswahl noch größer, selbst wenn man innerhalb der 7 mm Stichbreite bleiben möchte. 

Der eine oder andere Musterstich wurde auf dem glatten Stoff nicht optimal abgebildet, war aber über die Balanceeinstellung problemlos korrigierbar. 

Der Bedarf an schwarzem Garn war bei den Kissenhüllen doch relativ groß, weshalb eine Unterfadenspule nicht reichte. Besonders praktisch finden wir auch hier, dass durch die Nadel gespult werden kann. So muss nicht komplett ausgefädelt werden.

Mit den vielen Nutz- und Zierstichen haben wir uns bei der Sapphire 85 eingearbeitet und hiermit endet der erste Teil dieses Testberichts. Infos zu weiteren Themen, wie dem Obertransportfuß, METTLER Seraflex oder dem Metallrahmen folgen im zweiten Teil.

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