Deckstich Janome

JANOME Cover Pro 3000P – Testbericht Teil 2

Von der Funktionsfähigkeit haben wir uns im ersten Teil bereits überzeugen lassen. Die JANOME Cover Pro 3000P lässt sich leicht bedienen und covert normale Anforderungen ohne Probleme. Wie man mit Deckstich covert, ist uns ja bekannt, aber jede Maschine reagiert anders. An welchem Rädchen muss man drehen, um welchen Effekt zu erzielen? Wie weit kann man gehen?

Das wollten wir im zweiten Teil rausfinden.

Covern mit Stickgarn

Was das zweckentfremden von Stickgarn angeht, gibt es wie bei vielen Themen zwei Lager. Die Einen verwenden Stickgarn für alles (also auch zum Nähen in der Nähmaschine), die Anderen ausschließlich zum Sticken. Wie so oft kann man sich da aber nicht auf schwarz oder weiß festlegen. Zum normalen Nähen bevorzugen wir Nähgarn, weil es eine griffigere Oberfläche hat, was für bessere Stichbildung und sicheres Vernähen sorgt. Für Zierstiche dagegen darf es schon mal Stickgarn sein und wir sticken auch mit Nähgarn.

An der Cover verwenden wir Stickgarn gerne im Greifer und natürlich im Deckstich.

Wie schon im Ersten Teil zu sehen, kann man Stickgarn auch mehrfädig im Deckstich verwenden, damit kann man sich die passende Farbe auch mal zusammenmischen.

Für dieses Shirt haben wir uns aber für METTLER Polysheen Multicolor entschieden und für den Deckstich in schmal. Dieser wird mit der mittleren und der rechten Nadel genäht, mit der linken Nadel entsteht kein Stich (das ist beim Deckstich normal).

Stoff: Sommerplissee Stoffonkel, Schnitt: Nike von Zierstoff.

Die Säume sind mit dem Deckstich in schmal gecovert, der Halsausschnitt mit dem Kettstich.

Bei der Probenaht gab es leichte Probleme mit dem Deckstich in Form von Ungleichmäßigkeiten, hier hat (mal wieder) die Fadenablaufscheibe geholfen. Man sollte bei der 3000P also immer auf einen guten Ablauf des Garns achten, ein stockender Ablauf macht sich schnell an der Naht sichtbar.

Dreifach-Deckstichnaht mit Denim No. 50 auf Waffeljersey

Stoff: Waffeljersey Stoffe Hemmers, Schnitt: Nike von Zierstoff

Dann war es Zeit, dass die Stoffe dicker wurden. Dieser Waffeljersey sieht zwar nicht sehr dick aus, aber er ist aus reiner Baumwolle und bietet den Nadeln schon einigen Widerstand. Die Säume und der Halsausschnitt sind mit der breiten Deckstichnaht genäht. Der Halsbund ist erst mit der Nähmaschine angenäht, das Annähen mit der Overlock war ja nicht nötig, da der Greiferfaden der Cover als Versäuberung reicht.

Garne:

Nadeln GÜTERMANN Miniking und METTLER Seralon, Deckstich GÜTERMANN Denim No. 50, Greifer GÜTERMANN Bulky Lock 160.

Alle Nahtkreuzungen wurden ohne Hebamme oder Vlies genäht. Aber damit über die Stufe kein Stau entsteht (den man mit Deckstich ja viel schneller sieht als ohne), haben wir der Maschine das Nähen etwas erleichtert:

Ist man an der Kreuzung mit der Nähfußspitze angekommen, drückt man sie mit dem Finger nach oben und näht weiter. Das ist am Anfang etwas Überwindungssache, da man dann die Bewegung des Nähfußes spürt und normalerweise sollte man seine Finger ja nicht in diesem Bereich haben, aber es geht schneller als eine Hebamme anzulegen.

Was man beim Deckstich beachten muss:

Man hat einen Faden mehr zum Vernähen, der auch noch auf der Oberseite liegt. Daher kann man die Vernähstellen oft hinterher schneller erkennen als bei einer Covernaht ohne Deckstich. An den Ärmeln legen wir diese Stelle daher in die Nähe der Naht, da diese ja in der Regel unten am Handgelenk liegt. Am Saum sollte man die Vernähstelle am besten dorthin legen, wo das Label geplant ist.

Und Veränderungen an den Spannungen sind beim Deckstich schneller zu erkennen. Hier zu sehen durch die Veränderung der Stoffdicke, da Waffeljersey ja an manchen Stellen nur halb so dick ist wie an anderen. Dies kann aber auch so aussehen, wenn das Garn Knötchen hat und diese an der ersten Feder der Spannung hängen bleiben.

Dicke Stoffe ohne Projekt

Normalerweise testen wir möglichst immer projektbezogen, aber für diese Tests mussten jetzt erst mal Probelappen herhalten. Zeit zum Nähen von Pullovern findet sich bestimmt noch irgendwann.

Wir haben also Nicky mit der Overlock rechts auf rechts zusammengenäht und nach innen umgeschlagen wie für einen Saum. Und dabei schön die Overlocknaht auf die Naht gelegt, nicht versetzt, nicht eingeschnitten, nicht gebügelt. Die Kette der Overlocknaht auch noch hängen lassen. 

So dann gecovert. Ohne Hebamme oder Vlies. 

 

 

Während der Nicky eher durch seine Weichheit das Nähen erschwert, ist dieser Rippstrick aus Baumwolle schon eine steife Sache:

Da fand sich noch ein Stück aus dem Test der BERNETTE b64, zwei Lagen zusammengenäht mit der Overlock.

Die haben wir erst aufgeklappt, dann links auf links gefaltet und auch wieder schön mit der Overlocknaht eine Stufe produziert, indem wir sie aufeinander gelegt haben (es könnte so einfach sein, die Nahtzugaben in die entgegengesetzte Richtung zu liegen und wir finden, das sieht auch besser aus).

Dieses Paket haben wir dann mit und ohne Deckstich gecovert. Ohne sind die Stiche natürlich schön versunken, da längs zur Rippe genäht wurde, aber auf der Rückseite kann man den Greiferfaden ja gut sehen.

Zugegeben, ein bisschen mulmig war uns schon, wir wollen auch nicht gleich in den ersten Tagen eine Nadel schrotten (wie gesagt, ziemlich festes Zeug) und daher haben wir erst mal ein paar Nähte gemacht und die Lagenzahl jedes Mal erhöht. Dann mit niedriger Geschwindigkeit über die Stufe. Ist man zu langsam, bleibt die Maschine irgendwann stehen und wenn das genau auf der höchsten Stelle und mit Nadeln im Stoff ist, bekommt sie Mühe beim Anfahren und wir haben dann erst einen Stich mit dem Handrad genäht.

Aber grundsätzlich reagiert sie toll, braucht keinen „Anlauf“ beim Losnähen und man kann die Geschwindigkeit gut dosieren. Auf normal dicken Projekten bis hin zum einzelnen Stich.

Beide Beispiele haben wir mit einer Mischung der unterschiedlichsten Garne genäht, die auch mal den Platz gewechselt haben. Gut abgelagerte Garne, extra ohne Ablaufscheibe.

Da wir beim Deckstich eher eine straffe Optik bevorzugen, waren die Spannungen am Ende ziemlich hoch, die Nadeln auf 9, Deckstich auf 2, Greifer auf 4.

Verschiedene Garne

Ziergarne/dicke Garne

Was das Verhalten verschiedener Garne im Greifer angeht, verhält sich die JANOME 3000P wie die Vorgänger auch. Aber der Deckstich ist da ja Neuland. Da der Faden für den Deckstich durch kein Öhr gefädelt werden muss, könnte man meinen, noch dickere Garne nutzen zu können als im Greifer. Das stimmt allerdings nicht ganz.

MADEIRA Cotona No. 4 ist nicht nur dick, sondern auch fest und stellt selbst bei niedrigster Spannung am Deckstich und höchster Spannung an Nadeln und Greifer einen zu hohen Widerstand. Da half selbst der Zugentlastungsclip nicht mehr. Daher zieht es die Naht zusammen. Zum Vergleich sieht man links daneben MADERIA Decora  No. 6 mit den gleichen Einstellungen genäht.

Hier nochmal im Detail. Decora 6 legt sich im Deckstich viel schöner. Aber es ist trotzdem eine Masse an Garn, die hier verarbeitet wird, daher sollten man dicker Garne nur auf festen Stoffen verarbeiten oder bei dünneren Stoffen auf jeden Fall Vlies unterlegen. Die Stichlänge sollte auf 4 stehen.

Wirklich einfach lassen sich dagegen mittelstarke Ziergarne verarbeiten, wie hier im Bild GÜTERMANN Deco Stitch No. 70 oder auch MADEIRA Lana, Decora 12 oder GÜTERMANN Cotton 30.

Bauschgarne

Beim Thema Bauschgarne geht es nicht nur um den Deckstich. Denn nadelfähige Bauschgarne wie GÜTERMANN Bulky Lock können bei der JANOME Cover Pro 3000P in allen 5 Fadenwegen benutzt werden. Da ist es dann auch wichtig, ob der Nadeleinfädler auch mit Bauschgarn funktioniert.

Ja, tut er. Bei Bulky Lock 160 ganz problemlos, bei der Stärke 80 sollte man mit 90er Nadeln arbeiten und trotzdem mal einen Blick auf den Faden werfen, ob er nicht gesplisst wurde.

Fazit:

Die Begeisterung hält an. Die JANOME Cover Pro 3000P covert zuverlässig mit verschiedenen Garnen und lässt sich leicht bedienen. Der Deckstich braucht für ein optimales Stichbild zwar etwas Übung, vor allem wenn man mit verschiedenen Garnen arbeitet, aber die einfache Bedienung erlaubt selbst Anfängern, sich damit zu beschäftigen. Um den Überblick nicht zu verlieren, raten wir zu Notizen und haben daher unsere Notizzettel für diese Maschine aktualisiert: Notizzettel zum Covern.

Da das Zubehör der Vorgängermodelle ebenso an die 3000P passt, wird es im nächsten Teil des Testberichts auch um diese Zusatzteile gehen.

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