Janome Cover Gürtelschlaufenfalter Schrägbandführung

JANOME Schrägbandführung und Gürtelschlaufenfalter für die Cover-Modelle

Ein Zubehörteil mit zwei Funktionen, das klingt doch erst mal praktisch. Für die Covermodelle von JANOME gibt es jetzt das Zubehörteil „Schrägbandführung und Gürtelschlaufenfalter“, das an alle reinen Covermodelle passt, also 1000, 2000 und 3000P. Beim Modell 3000P kann die Führung auch mit dem Deckstich genutzt werden.

Die Bedienungsanleitung befindet sich im Inneren der Verpackung. Wenn Sie die rückseitige Pappe aufklappen, auf Englisch. Auf der Papierbeilage gibt es dann noch Spanisch, Französisch und Japanisch. Deutsch sucht mal leider (wieder mal) vergeblich. Allerdings ist die Verwendung des Zubehörs nicht sonderlich schwierig.

Befestigt wird das Teil mit zwei Rändelschrauben, die im Lieferumfang der Maschine enthalten sind. Sollten Sie diese nicht mehr besitzen, tun es gewöhnliche Rändelschrauben aus dem Baumarkt mit einem M4-Gewinde und einer Länge von ca. 10 mm.

Als Schrägbandführung

Zum Aufnähen von Schrägbändern (oder anderen Bändern) wird die Führung an den beiden rechten Löchern befestigt.

Sie schwebt dann über der Stichplatte und dem Gehäuse, denn der Stoff muss ja darunter frei gleiten können. Die Verwendung des optionalen Anschiebetisches ist ratsam, aber nicht zwingend nötig.

Der Abstand vom Band bis zur Stoffkante kann maximal 8,5 cm betragen. Planen Sie das also bei Ihrem Projekt mit ein. Die Cover wird eingefädelt und der Stoff bis unter den Nähfuß geschoben.

Dann wird das Band durch die Führung geschoben, so weit wie möglich unter den Nähfuß. Hier hilft eine Pinzette. Die Öffnung ist gedacht für Bänder mit einer Breite von 12,7 mm. Die krumme Zahl ergibt sich durch das Umrechnen von Inch zu cm, die Breite in Inch beträgt ½ Inch.

Hier wird die Verwendung des Zubehörteil schon etwas eingeschränkt: Findet man relativ viel Webware-Schrägband mit einer Breite von ½ Inch (wenn die Außenkanten eingeschlagen sind, Fertigbreite wäre bei einer Einfassung ja dann ¼ Inch), gibt es bei Jerseybändern kaum Auswahl.

Man findet auf dem deutschen Markt aktuell bei den Jersey-Einfassbändern meist nur die Breite 20 mm (Endbreite 10 mm). Mit der Cover arbeitet man jedoch hauptsächlich mit dehnbaren Stoffen. Ein Webband auf einen dehnbaren Stoff aufzunähen kommt daher eher selten vor.

Wir haben für unser Beispiel ein Baumwollschrägband auf Musselin genäht. Nach ein paar Zentimetern sollte man kontrollieren, ob die Naht mittig auf dem Band entsteht. Stimmt das nicht ganz, kann man die Schrauben lösen und die Führung noch leicht hin und her schieben. In der Regel passt es aber, wenn die Mittelmarkierung der Führung genau vor der Mittelmarkierung am Nähfuß steht.

So sieht das Ganze dann aufgenäht aus. Man kann auch mit drei Nadeln ohne Deckstich nähen oder den Coverstich breit mit zwei Nadeln benutzen.

Im Prinzip kann man mit der Führung auch normale Webbänder aufnähen, Stoffstreifen oder eben Gummiband. Unser Gummiband hat eine Breite von 13 mm und läuft noch gut durch die Öffnung.

So lässt sich Gummiband wahlweise ungedehnt oder auch gedehnt aufnähen. Wir haben es dabei nach Gefühl gebremst.

Insgesamt klappt es sehr gut mit dem Aufnähen von Bändern, man muss sich nicht darum kümmern, ob es mittig unter dem Nähfuß landet (im Gegensatz zum freihändigen Aufnähen). Aber mit der Breite 12,7 mm ist die Auswahl an Bändern sehr begrenzt. Wir hätten es gerne mit Flachkordeln versucht, aber diese bekommt man meist in den Breiten 10 oder 15 mm, was beides nicht gut für die Führung zu verwenden war.

Als Gürtelschlaufenfalter

Da können wir schon mal vorwegnehmen, dass uns die andere Seite des Zubehörteils deutlich besser gefallen hat.

Für diesen Zweck nutzt man die linken Schraublöcher an der Cover. Auch hier steht die Führung hoch, es wäre also durchaus möglich, Bänder zu falten und gleichzeitig anzunähen.

Der Stoff wird auf 25 mm Breite zugeschnitten und von einer Seite her 6 mm eingeschlagen und gebügelt. Der Anfang wird am besten mit einer Spitze versehen.

Halten Sie das Band so, dass die eingeschlagene Kante links läuft und schieben Sie das Band durch die Öffnung bis unter den Nähfuß.

Die Maschine wird auf die breite Covernaht eingefädelt (mit zwei oder drei Nadeln) und dann langsam mit dem Nähen beginnen. Nach ein paar Zentimetern wieder kontrollieren, ob die Naht mittig verläuft und die Führung ggf. etwas verschieben.

Die rechte Stoffkante wird fast automatisch nach unten eingeschlagen, bei manchen Stoffen kann es aber helfen, den Streifen etwas zu halten und mit dem Finger die Kante schon mal nach unten zu biegen.

Am Ende einen normalen Abschluss machen und schon ist der Streifen fertig. Jetzt die Gürtelschlaufen auf Wunschlänge zu schneiden und annähen.

Geht auch mit dehnbaren Stoffen

Man kann nicht nur Gürtelschlaufen damit falten, sondern auch Kordeln für Kapuzenpullover. Diesen Strickstoff haben wir vorher mit etwas ODIF Fabric Booster versteift und längs in Streifen geschnitten.

Durch das Versteifen hat das Einbügeln gut geklappt und die Kordel war ganz fix genäht.

Einziehen, Enden doppelt einschlagen und festnähen, fertig ist der Pullover.

(Schnittmuster Raglanhoodie Lillesol & Pelle, Stickdatei selbst erstellt)

Unser Fazit:

Ein Gürtelschlaufenfalter ist praktisch, die Schrägbandführung eine nette Zugabe, aber für unsere Zwecke nicht flexibel genug. Zumal das Falten der Gürtelschlaufen auch ohne Anschiebetisch gut funktioniert, das Aufnähen von Bändern dagegen eher weniger. Für Gürtelschlaufen und selbstgemachte Hoodie-Kordeln ist dieses Zubehör eine echte Arbeitserleichterung.

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SDX oder DX? 1350 oder 1550? Wenn ihr nicht wisst, welcher Plotter von Brother der richtige für euch ist, schaut mal rüber auf den nähRatgeber (Link in Bio).
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Der Obertransportfuss ist eine praktische Sache, aber ab und an hören wir, dass er nicht richtig transportiert. Meist ist dann die Gabel nicht eingehängt. Warum das aber wichitg ist, sehr ihr hier.
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