Pfaff Icon 2 Projektor Nähen

PFAFF Creative Icon 2 – Der Projektor im Nähmodus

Mit einem Knopfdruck kann an der PFAFF Creative Icon 2 ein Projektor gestartet werden. Im Stickmodus kann er eine Vorschau auf den Stoff werfen und zum leichteren Positionieren verwendet werden.

Im Nähmodus wirft er ein Gitter zur Orientierung auf den Stoff, aber auch zwei Hilfslinien und eine Stichvorschau.

Wie der Projektor eingestellt werden kann, haben wir Ihnen in einem Video gezeigt, dies finden Sie am Ende des Beitrags. Hier geht es um verschiedene Anwendungsmöglichkeiten beim Nähen anhand von ein paar Beispielen.

Projektor starten

Sie können den Projektor auf zwei Arten starten. Am Bildschirm finden Sie rechts in der Leiste das Projektorsymbol (hier orange), dadurch öffnet sich dieses Fenster. Dort müssen Sie noch auf „Ein“ tippen.

Schneller geht es über die Taste über der Nadel. Dann startet der Projektor direkt und das Fenster öffnet sich ebenfalls am Bildschirm.

Sie können Sich die Projektion auf verschiedene Arten einstellen, um den bestmöglichen Kontrast auf dem Stoff zu erreichen.

Neben den vorgegebenen Schnellfarben kann die Farbe auch ganz individuell angepasst werden.

Sie können sich eine Vorschau des Stiches anzeigen lassen und zwei Stichführungslinien, die unabhängig voneinander eingestellt werden können. Hier ist auch die Strichstärke wählbar.

Für jeden Bereich gibt es einen eigenen Reiter und alle Einstellungen können über einen Finger-Tipp auf den Standardwert zurückgesetzt werden.

Maxistiche

Bei Stichen bis neun Millimetern Stichbreite ist die Nutzung des Projektors relativ selbsterklärend. Aber wie hilft er bei Maxistichen? Denn die Projektion bewegt sich ja nicht mit. Hält man also mitten im Stich an, weiß man nicht, an welcher Linie man sich orientieren kann. Man sieht zwar, ob die Naht im Moment gerade ist, aber leichtes Abschweifen fällt so einfach nicht auf. Die Vorschau des Stiches liegt dann ja auch weitab der Markierung.

Maxistich einzeln gerade nähen

Auch ohne Projektor kann man überbreite Stiche schon mit dem Einzelmuster-Programm leichter nähen. Denn dann hält die Maschine nach jedem Rapport an und man kann überprüfen, ob man noch auf der aufgezeichneten Linie näht.

Wenn nur ein Rapport ausgewählt ist, wird auch nur einer projiziert.

Da jeder Stich etwas anders genäht wird, starten wir immer mit einer Wiederholung, bis wir etwas Erfahrung beim Nähen gesammelt haben. Manche Muster- und Projektkombinationen weichen schneller ab als andere.

Wir nähen, bis die ganz linke Stelle des Stiches erreicht wurde. Das sind in unserem Fall fünf Dreifachstiche, also relativ einfach herauszufinden, bzw. abzuzählen. Wir halten an. Jetzt liegt der Stichleitfaden neben unserer Markierung. Wir verschieben ihn soweit, bis er wieder auf der Markierung liegt.

Wir nähen bis zur ganz rechten Stelle und stellen dort den zweiten Stichleitfaden auf die Markierung ein.

Hier ist nochmal gut zu erkennen, warum der Projektor in der einfachen Anwendung außer der ungefähren Ausrichtung am Gitter nicht viel hilft. Die Stichvorschau wird immer passend zur Nadel projiziert, der Versatz durch den Quertransport wird nicht eingerechnet.

Was bringen unsere Stichleitfäden dann?

Wir können jetzt gemütlich vor uns hin nähen und müssen nur darauf achten, dass die Stichleitfäden nicht unsere Markierung überschreiten. Sie markieren quasi den Randbereich, in dem sich der Maxistich bewegen darf.

Wir empfehlen, dazu die Leitfäden auch auf 30 mm zu kürzen. Weiter vorne ist die Abweichung zu groß und irritiert mehr, als dass sie nützt. Überkreuzt ein Ende eines Leitfadens die Markierung, wird (nach Aktivierung des Einzelmuster-Programms) angehalten und wir richten unseren Stoff nach der mittleren Linie des Gitters aus. Dann bleiben wir bei einer bis zwei Wiederholungen, bis der Stich nach jedem Rapport auf der Linie landet.

So gelingen auch überbreite Stiche ganz einfach.

Mehrere Maxistiche parallel nähen

Bitte beachten Sie dabei, dass die Stichleitfäden nur bis 30 mm seitlich verstellt werden können, allzu groß darf der Abstand also nicht sein. Für größere Abstände markieren Sie eine neue Mittellinie auf dem Stoff und nähen, als wäre noch kein weiterer Stich auf dem Stoff.

Bei geringen Abständen:

Wir möchten den zweiten Stich mit 12 mm Abstand zum ersten nähen. Dabei richten wir uns nach der Projektion und verschieben den Stoff, bis es passt. Dann stellen wir das Gitter so ein, dass das erste Gitter genau am fertigen Stich anliegt.

Dann nähen wir bis zur linken Seite des Stichs und positionieren den ersten Stichleitfaden auf der Kante des fertigen Stiches.

Wir nähen bis zur rechten Seite des Stiches und stellen den zweiten Stichleitfaden ebenfalls auf die Kante des fertigen Stiches.

Dann aktivieren wir noch die Einzelmuster-Funktion und stellen auf eine Wiederholung. Wir nähen dann weiter und achten darauf, dass die Stichleitfäden, wenn wir den rechten oder linken Rand erreicht haben, genau auf der Kante des fertigen Stiches liegen. Wenn die Maschine anhält, kontrollieren wir, ob die Linie des Gitters immer noch auf der Kante landet. Wenn nicht, richten wir den Stoff neu aus und nähen einen weiteren Rapport.

Hier nochmal bei der nächsten Reihe. Wir haben den Stichleitfäden verschiedene Farben gegeben, um zu erkennen, was der rechte und der linke Rand ist.

Weiß: Linke Seite des Zierstichs ist erreicht. Rot: Rechte Seite des Zierstichs ist erreicht.

Kontrolle der Ausrichtung am Gitter.

Bänderstiche mit mehr als 9 mm Stichbreite nähen

Bei den Bänderstichen kann die Verwendung der Einzelmuster-Funktion zu Verwirrung führen, da hier ja auch um Anlegen des Bandes angehalten wird. Genau das kann man aber zum geradeaus nähen nutzen:

Dieser Bänderstich hat eine Breite von 18,5 mm. Diese Stiche starten immer in der Mitte, aber diese ist später ja nicht mehr zu erkennen (es sei denn, Sie würden wie oben die Einzelmuster-Funktion verwenden).

Markieren Sie eine Linie auf dem Stoff.

Aktivieren Sie die Nadel-unten-Stellung und nähen Sie, bis die Maschine von alleine anhält. Ehe Sie jetzt das Band anlegen, stellen Sie einen der Stichleitfäden auf die Markierung ein.

Legen Sie das Band an und nähen Sie weiter, bis die Maschine anhält. Stellen Sie jetzt den zweiten Stichleitfaden auf Ihre Markierung ein, legen Sie das Band auf die andere Seite und nähen Sie weiter.

Das war es dann schon. Nähen Sie den Bänderstich wie gewohnt und kontrollieren Sie bei jedem Stopp, ob der Stichleitfaden auf der Markierung liegt. Falls nicht, wie im ersten Bild, drehen Sie ihren Stoff leicht, so dass der Leitfaden wieder auf die Markierung trifft.

Maxi-Bänderstiche parallel nähen

Wenn Sie mehrere Reihen dieser Stiche nähen wollen, stellen Sie die Stichleitfäden auf den vorherigen Stich ein, wie oben bei den normalen Maxi-Stichen beschrieben.

Wir haben die Stichvorschau mitten im Projekt genutzt, um den passenden Stich und den Abstand auszusuchen. Die 20-mm-Markierung soll entlang des dicken Garns laufen.

Dann nähen wir, bis die PFAFF Creative Icon 2 das erste Mal anhält und stellen den ersten Stichleitfaden auf die Spitze der Zierstiche ein. Weiternähen und den zweiten Stichleitfaden ebenfalls auf die Spitzen einstellen (Band einlegen nicht vergessen).

Und schon läuft das parallele Nähen von überbreiten Maxistichen wie am Schnürchen.

Viele Nähmaschinen haben mittlerweile überbreite Zierstiche, aber bis jetzt war es immer relativ schwierig, mehrere davon parallel nebeneinander zu nähen. Mit dem Projektor der Icon 2 in Kombination mit der Einzelmuster-Funktion finden wir es jetzt aber ganz leicht!

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