Sublimieren Sticken

Sublimieren von Stickmustern

Sublimieren ist im Trend, hat aber einen kleinen Nachteil: Es geht nicht auf jedem Untergrund. Und schon gar nicht auf reiner Baumwolle. Zumindest nicht mit optimaler Farbbrillianz. Reines Polyester mag aber nicht jeder tragen und eine weitere Folie als Untergrund ist auch nicht die perfekte Lösung.

Daher finden wir die Idee von Kasia toll, mit Stickgarn einen Träger auf Stoff zu bringen, auf dem das Sublimationspapier wirken kann.

Sie bietet in ihrem Shop die passenden Papiere in verschiedenen Mustern an und auch geeignete Dateien.

Wer eine Sticksoftware besitzt, kann mit paar Grundkenntnissen im Digitalisieren aber auch seine eigene Schrift (oder welche Form auch immer) erstellen, sticken und sublimieren. Auch normale Stickmuster können sublimiert werden, probieren Sie es einfach mal aus. Für eine gleichmäßige Farbübertragung sollte die Oberfläche jedoch möglichst eben sein. 

Wir zeigen es hier an der BERNINA Designer Plus V8 und sticken die Schriftzüge mit der HUSQVARNA VIKING Designer Ruby 90. Als Untergrund zeigen wir Baumwoll- und Viskosejersey. Sie können diese Technik aber auf allen Materialien verwenden, die 190 Grad vertragen. 

Benötigtes Material:

Schriftzug erstellen

Öffnen Sie die Software.

Wählen Sie „Digitalisieren – Schriftzüge“ und suchen Sie sich dort die gewünschte Schrift aus. Geben Sie den Text ein und bestätigen Sie vorerst mit OK.

Jetzt legen Sie die Größe des Schriftzugs fest. Alles, was Sie auf diese Weise erstellen, wird mit der Farbe weiß gestickt, also in einem Durchgang. Bedenken Sie bei der Größe auch die Pressfläche Ihrer Transferpresse.

Ein Satinstich ist allerdings nicht der perfekte Träger, vor allem nicht auf dehnbaren Stoffen. Öffnen Sie daher erneut die Objekteigenschaften (Rechtsklick mit der Maus).

Dort stellen Sie unter „Füllstich“ die Füllstichart auf Steppstich. Je nach zu bestickendem Stoff passen Sie noch den Abstand an. Für Jersey nutzen wir meist 0.7 mm.

Wechseln Sie dann zu „Effekte“. Dort stellen Sie unter Unterlage 1 einen Randlaufstich ein, unter Unterlage 2 einen Steppstich. So wird bei Jersey die Form des Buchstabens erst mal auf dem Vlies fixiert, ehe sie ausgefüllt wird.

Hier können Sie im Simulator sehen, wie zuerst der Randlaufstich gestickt wird und dann die Steppstichunterlage.

So sieht unser Schriftzug jetzt aus. Je nach Schriftart können die Buchstaben unterschiedlich groß sein, hier gelten die selben Angaben wie für alle anderen Stickereien: Beachten Sie Stoff, Dichte und Form und machen Sie eine Probestickerei.

Jetzt exportieren Sie Ihre Datei und laden Sie in die Stickmaschine.

Stickrahmen vorbereiten

Für Sticken auf Jersey verwenden wir ein Schneidevlies, hier MADEIRA Weblon plus. Ein Vlies wie Super Web wäre hier nicht geeignet, da es nur bis 110 Grad gebügelt werden kann.

Sie können den Stoff mit dem Vlies einspannen, oder nur das Vlies und den Stoff mit Sprühkleber befestigen.

Damit die Stickfolie nicht verrutscht, können Sie sie mit einem Heftrahmen befestigen. Hier sollten Sie dann allerdings nicht direkt um das Design heften, da das Sublimationspapier noch über die Stickerei gelegt wird und auf keinen Fall den Stoff berühren darf. Durch die Löcher des Heftrahmens könnte Farbe fließen. Wir verwenden hier MADEIRA Avalon Ultra. Sticken Sie mit SULKY Ultra Solvy, sollten Sie zwei Lagen verwenden. Unsere Tests haben gezeigt, dass bei einer Lage Sublimationstinte durch die Folie dringen kann.

Sticken Sie das Motiv, nehmen Sie den Stoff aus dem Rahmen.

Reißen Sie nicht die wasserlösliche Folie ab! Diese brauchen Sie, um den Stoff vor der Sublimationsfarbe zu schützen. Wie Sie hier sehen können, muss es nicht unbedingt eine normale Schrift sein. Wir haben ein Negativ erstellt, dessen Fläche wie auch die Schrift oben mit 0,7 mm Stichabstand erstellt wurde. Das geht auch mit geometrischen Formen.

Heizen Sie die Transferpresse auf 190 Grad vor.

Breiten Sie den Stoff auf der Unterlage aus und legen Sie das Sublimationspapier mit der bedruckten Seite nach unten auf die Stickerei. Das Papier muss die Stickerei vollständig bedecken, darf aber nicht über die Stickfolie hinausragen.

Kleben Sie das Papier am besten mit hitzebeständigem Klebeband fest.

Decken Sie alles mit einer Abdeckfolie (oder Backpapier) ab und pressen Sie für 60 Sekunden.

Nach dem Pressen ist das Avalon Ultra hart und das Papier klebt darauf ziemlich fest. Lassen sie alles abkühlen. Je nach Musterung kann es auch sein, dass das Motiv jetzt auf der Oberseite auch zu sehen ist.

Ziehen Sie das Avalon Ultra vom Stoff, bis hin zur Stickerei, entfernen Sie das Klebeband.

Entfernen Sie dann das Papier und das Avalon Ultra von der Stickerei. Die Stickfolie ist brüchig und mit dem Papier verschmolzen, daher ist das Entfernen vor allem in Innenöffnungen nicht so einfach. Verwenden Sie hier am besten eine Pinzette.

Weiter außen ist das Avalon Ultra noch weich, daher schneiden Sie dort am besten mit einer Schere einen Schlitz bis an die Stickerei, dann lässt es sich leichter abreißen.

Zupfen Sie so viel von der Stickfolie ab, wie möglich, aber jeder Schnipsel muss nicht sein. Die Reste lösen sich dann ja im Wasser auf.

Spülen Sie die Folie im lauwarmen Wasser ab. Weichen Sie das Projekt nicht (wie sonst zum Beispiel bei Freestanding-Lace-Stickereien) lange ein, sondern entfernen Sie die Reste nach kurzem Einweichen unter fließendem Wasser. Eventuelle Reste spürt man dabei, da sie noch hart sind. Spülen Sie ab, bis keine Kanten mehr zu fühlen sind. Am besten waschen Sie das Projekt nach dem Auswaschen von Hand auch gleich in der Waschmaschine.

Wir haben die Stickerei zum Test auch ohne vorheriges Abspülen gleich in die Waschmaschine gegeben, dabei kam es vereinzelt aber zu Abfärbungen bei weißen Stoffen.

Wenn Sie dabei andere Stoffe mitwaschen, sollten die nicht heller sein als die Sublimationsfarbe. Wir legen dann gerne Farbfangtücher bei. Die Farbe auf der Stickerei ist zwar dauerhaft fixiert, aber die Reste der Stickfolie enthalten noch Farbe, die durch das Auflösen freigegeben wird. Bei weiteren Waschgängen färbt also nichts mehr ab.

Geschafft! Die Stickerei ist sublimiert.

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10 Antworten auf „Sublimieren von Stickmustern“

Es hat mir einfach keine Ruhe gelassen und ich hab es noch einmal probiert. Ich habe das Freebie mit dem “wilden Herzen” gestickt, mit Nähgarn, gleiche Vorgehensweise wie schon beschrieben. Allerdings habe ich die Temperatur etwas höher gestellt und auch etwas länger als 60 sec gepresst. Es hat super geklappt und ist richtig schön geworden. Ich werde das auf jeden Fall weiter testen.

Prima!
Dann liegt es vielleicht doch daran, dass eine Bügelpresse die Temperatur nicht so exakt halten kann wie eine Transferpresse. Am besten die Einstellungen für das nächste Mal notieren.
Viele Grüße
Ihr Team vom nähRatgeber

Die Einstellungen hab ich mir gleich für’s nächste Mal aufgeschrieben, ich vergesse nämlich so etwas sehr leicht -grins-. Und ich werde nur noch mit Nähgarn sublimieren, dann weiß ich wenigstens, dass es funktioniert.
Ich wünsche dem Team noch eine schöne Vorweihnachtszeit.
Liebe Grüße, Birgit

Hallo,
ich hab das dieser Tage mal ausprobiert. Es hat aber nicht geklappt. Kann es sein, dass es bei Polyestergarnen auch Unterschiede gibt? Die Folie – Avalon Ultra – um das Stickmotiv herum war nämlich eingefärbt, die weiße bestickte Fläche nicht.

Hallo!
Wir haben verschiedene Garne getestet und es hat immer geklappt. Welches Garn war es denn genau? Denn selbst Mischgarne werden gefärbt, nur eben heller und es hält nicht so gut. Liegt das Problem vielleicht woanders? Temperatur, Papier, Farbe?
Viele Grüße
Ihr Team vom nähRatgeber

Hallo,
es war weißes Stickgarn , size 40, von Alterfil, lt. Beschreibung aus Polyester, steht bloß nicht drauf, ob 100% oder weniger. Temperatur zwischen 190 und 200 Grad, Presszeit 50-60 sec., Papier von MädebyKasia. Allerdings habe ich keine Transferpresse, sondern eine normale Bügelpresse. Ich habe unter das Stickmotiv ein altes Holzbrett gelegt, Backpapier drauf, dann das Stoffteil mit dem Stickmotiv, noch einmal Backpapier und dann gepresst. Plottereien aufbügeln klappt auf diese Weise super. Deshalb habe ich es so auch fürs Sublimieren gemacht. Es wundert mich halt bloß, dass die Folie um das Stickmotiv herum wunderschön eingefärbt war, die Stickerei aber nicht. Darum denke ich, dass es am Garn liegt.

Hallo!
Das wird sich am besten beim Test mit einem anderen Garn zeigen. Dafür können Sie auch Nähgarn nehmen (wenn es aus Polyester besteht). Wir vermuten allerdings eher, dass es an der Bügelpresse liegt. Für das Sublimieren wird eine konstante, gleichmäßige Temperatur benötigt. Die Folie liegt dabei flächig am Papier an, während das Garn eine unebene Fläche aufweist.
Viele Grüße
Ihr Team vom nähRatgeber

Danke, ich werd es weiter probieren. Der Tipp mit dem Nähgarn ist gut, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen.

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Katja testet für uns den Brother SDX1550. Ihr bisheriger Plotter stand meist nur rum, es sieht so aus, als würde sich das jetzt ziemlich ändern 😁
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Jetz sind sie endlich zu haben, die zwei neuen Stickrahmen für Bernina! Auf ww.naehratgeber.de erklären wir euch, wofür sie gedacht sind. Wenn wir sie selbst getestet haben, gibt es natürlich weitere Infos dazu. Und da immer wieder die Frage zum Freiarmsticken mit allen Rahmen aufgetaucht ist, findet ihr am Ende des Beitrags auch das Video zum Freiarmsticken. Das geht auf diese Weise ja jetzt schon bei den 7ern, 8ern und den neuen 5er Stickmaschinen.
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