Tutorial: Ecken covern mit der BROTHER CV 3550

Ecken mit der Cover und Deckstich geht nicht? Stimmt nicht ganz. Natürlich kann man bei einer Drei-Nadel-Maschine den Stoff nicht einfach drehen und das Ergebnis wird schön. Beim Deckstich kommt noch das Problem hinzu, dass der Deckstichfaden beim Drehen von den Führungen rutschen und Fehlstiche entstehen können. 

Das heißt jedoch nicht, dass es nicht geht. Wir zeigen Ihnen hier zwei Möglichkeiten, Ecken zu covern. Eine aufwändige mit etwas Handarbeit, aber so ergibt es exakte Ecken und es sind steilere Winkel möglich. 
Und eine Möglichkeit für Ecken auf die Schnelle, die dann aber nicht so scharfkantig werden. 

Exakte Ecken mit der BROTHER CV 3550

Ausgangspunkt ist in unserem Beispiel ein einfaches Shirt mit angeschnittenen Ärmeln und rundem Halsausschnitt. Darauf möchten wir einen Fake-V-Ausschnitt covern. Dafür wurde ein Beleg angenäht und dieser von innen mit MADEIRA Wash Away mit der Nähmaschine geheftet.

Eine Markierung der Ecke ist unerlässlich. Nur so wird das Ergebnis auch exakt. Möchten Sie nur auf einer Lage covern, verwenden Sie als Stabilisator wasserlösliches Vlies oder ODIF Fabric Booster.

Beim ersten Versuch sollten Sie unterschiedliche Farben beim Garn verwenden, so wird das Vernähen von Hand am Ende etwas einfacher.

Dann geht es schon an die Cover. Diese wird für den 3fach-Deckstich vorbereitet. Das Prinzip ist ähnlich dem Nähen in der Runde bei geschlossenen Projekten. Das Video dazu finden Sie am Ende des Beitrags.

Wir nähen hier mit GÜTERMANN Bulky-Lock 80 in Greifer, Deckstich und Nadeln.

Die Naht wird von der Ecke her begonnen. Legen Sie den Stoff unter den Nähfuß (hier empfiehlt sich die Verwendung des Klarsichtfußes). Die Nadeln sollten ca. 1 cm vor der Ecke zum ersten Mal einstechen. 

Sind Sie genau an der markierten Ecke angelangt, nehmen Sie den Deckstich hinzu.

Nähen Sie nur ein paar Stiche. Bei der BROTHER CV 3550 ist langsames Nähen möglich. 

Tipp vom Nähratgeber:

Für bessere Kontrolle des Fußpedals sichern Sie es vor Wegrutschen, zum Beispiel durch Gummibänder oder Anti-Rutsch-Matten. Ist die Nadel in der tiefsten Stellung, ist es noch leichter, langsam mit dem Nähen zu beginnen.

Ziehen Sie den Anfangsfaden des Deckstiches unter dem Nähfuß heraus.

Nach ein paar Zentimetern Naht ziehen Sie den Faden auch aus der Nähfußöffnung heraus. Da am Ende viele Fäden vernäht werden müssen, ist es besser, schon am Anfang ordentlich zu arbeiten. Haben Sie die Fäden versehentlich mit eingenäht, wird es am Ende kompliziert.

Jetzt nähen Sie einmal um den Halsausschnitt herum, bis Sie wieder an der Ecke ankommen.

Bereiten Sie sich den Anfang noch etwas vor. Trennen Sie die ersten Stiche einzeln auf, bis sie nicht mehr über die Ecke hinaus ragen. Das gelingt am besten von der Rückseite her und kann auch schon gemacht werden, ehe Sie wieder an der Ecke ankommen. 

Nun empfiehlt es sich, mit dem Handrad zu arbeiten. Nähen Sie genau bis über die Ecke. 

Dann trennen Sie den Deckstichfaden ab. Nicht zu kurz, er muss später noch von Hand vernäht werden. Legen Sie ihn zur Seite und nähen Sie dann mit dem Handrad noch einen Stich. Halten Sie mit den Nadeln in der höchsten Position an.

Nun wird die Naht beendet, wie gewohnt: Mit einem flachen Gegenstand die Nadelfäden nach vorne ziehen, abschneiden und den Stoff mit einem kleinen Ruck nach hinten ziehen. So werden die Nadelfäden gleich durch den Stoff gezogen und die Naht ist gesichert.

Das Ergebnis der Ecke sieht immer etwas anders aus, je nachdem wie angesetzt und beendet wurde. Überschüssige Stiche trennen Sie auf (entwirren Sie dazu die Fäden auf der Rückseite), fehlende Stiche ergänzen Sie mit den Restfäden von Hand. 

So sieht unsere Ecke nach dem Auswaschen des Heftfadens aus. 

Zu aufwändig? 
Gerade für Ecken an Hosentaschen bietet sich eine Alternative an: Den Stoff einfach drehen.

Schnelle Ecken mit der BROTHER CV 3550

Diese Möglichkeit ist vor allem dann praktisch, wenn mehrere Ecken hintereinander genäht werden sollen. Es wurde bereits mit der Deckstichnaht begonnen.

Natürlich sollte auch hier die Naht markiert werden. An der gewünschten Stelle angekommen wird mit den Nadeln in höchster Position angehalten. Der Nähfuß wird angehoben.

Nun wird der Stoff mit beiden Händen straff gehalten und gedreht. Wie weit auf einmal gedreht werden kann, hängt von Stoffdicke und Garnspannung ab, daher ist auch hier eine Probe unerlässlich. Wir haben die schönsten Ergebnisse erreicht, wenn wir zwei Mal um 45 Grad gedreht haben, wenn wir eine 90-Grad-Ecke wollten. 

Also drehen, einen Stich  mit dem Handrad, wieder drehen, weiternähen. 

Testen Sie verschiedene Möglichkeiten. Mit zwei Nadeln gelingt das Drehen noch einfacher. Flachere Winkel können Sie auch mit einmal Drehen nähen. Notieren Sie sich Ihre Einstellungen fürs nächste Mal. 

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