Wissenswert: Unsere Erfahrungen und Informationen zur JANOME Continental M7 Professional

Groß – größer – JANOME Continental M7 Professional. Von den Ausmaßen dieser Nähmaschine sind auch wir beeindruckt. Mit 34 Zentimetern rechts der Nadel bietet sie den derzeit meisten Platz unter den Haushaltsnähmaschinen.

Aber Größe ist ja bekanntlich nicht alles, daher haben wir die JANOME M7 Continental mal ganz genau unter die Lupe genommen. Unsere Erfahrungen können Sie hier gesammelt nachlesen. Auch die weiteren Beiträge zu dieser Nähmaschine werden hier am Ende des Beitrags verlinkt.

Aufbau und erster Eindruck

In der Bedienungsanleitung wird erklärt, wie man diese Nähmaschine tragen sollte. Mit über 17 Kilo und 65 Zentimetern Breite kein leichtes Unterfangen. Nur am Griff sollte sie daher nicht getragen werden. Es befinden sich kleine Griffmulden seitlich am Korpus, diese sind zum Transport gedacht.

Tipp vom Nähratgeber:

Der sicherste Transport einer Nähmaschine ist der Unterarmgriff. Greifen Sie dazu mit dem Unterarm durch den Freiraum Ihrer Maschine und ziehen Sie sie nah an den Körper. Dann können Sie mit der anderen Hand von unten stützen. Achten Sie darauf, keine Ketten oder andere kratzige Gegenstände zu tragen, das könnte das Display Ihrer Maschine beschädigen.

Die JANOME M7 ist eine Flachbettmaschine, das heißt, es gibt keinen Freiarm zum Nähen in geschlossenen Röhren. Für uns stellt das kein Problem dar, da wir geschlossene Projekte auf links ziehen und den Nähfuß als Freiarm verwenden (das nennt man auch „den kleinsten Freiarm der Welt“). Wir haben daher sofort den großen Anschiebetisch montiert, der die Nähfläche auf stolze 67 Zentimeter erweitert.

Besonders praktisch: Die integrierte Schublade im Anschiebetisch. So sind die meistgenutzten Zubehörteile immer griffbereit. Alles andere kommt in der mitgelieferten Box unter.

Der weitere Aufbau war keine große Sache. Fadenbaum ausziehen, einschalten, einfädeln. Die Fädelwege sind markiert und gut nachzuvollziehen. Für den Unterfaden gibt es eine separate Taste, daher muss nicht über das Menü oder die Start-/Stopp-Taste etwas aktiviert werden. So war die M7 schnell einsatzbereit.

Auf eine technische Besonderheit wird überall aufmerksam gemacht: Die JANOME M7 kann die Stichplatte automatisch über eine Berührung am Touchscreen ausheben. Die andere Stichplatte muss nur aufgelegt werden und wird durch Magneten an die richtige Stelle gebracht. Da es bereits jede Menge Videos von diesem Feature gibt, sparen wir uns an dieser Stelle die Bilder. Wir werden diese Funktion natürlich zeigen, wenn wir unser Video für die M7 drehen. 

Die Acuspark App

Die App, mit der die QR-Codes an der M 7 gescannt werden können, ist derzeit leider nur in Englisch erhältlich. Wer dieser Sprache mächtig ist, erweitert die Leistungsfähigkeit der M7 enorm. Egal, auf welcher Seite des Menüs Sie sich gerade befinden, über den QR-Code können immer die aktuellen Infos aufgerufen werden. Die App ist reich bebildert, daher ist fließendes Englisch gar nicht nötig. Dazu ist im Menü der JANOME M7 nahezu jedes Wort vom Englischen ins Deutsche übersetzt worden (sogar der Begriff Tapering), was auch zu einem besseren Verständnis beiträgt. Sollte die App auf Deutsch bereitstehen, werden wir Sie hier sofort informieren.

Software

Die M7 bringt drei Programme auf einer CD mit: Bildschirmschoner, Stitch Composer und Quiltblock-Advisor.

Wie man eigene Bilder als Bildschirmschoner verwendet, hat Igelnaht in diesem Tutorial erklärt:

Bildschirmschoner für Janome erstellen

Mit dem Stitch Composer können eigene Stiche entworfen werden. Dazu bringt er eine Auswahl an Zierstichen mit, die auch noch verändert werden können (gut als Übung zum Einstieg). Die Auswahl der M7 ist jedoch für den Anfang erst mal ausreichend.

Der Quiltblock-Advisor ist schon länger bekannt und wir finden, es ist eigentlich gar nicht nötig, ihn auf dem PC zu installieren. Denn die JANOME M7 hat dieses Programm bereits integriert und Sie können sich Ihre Zuschnittgrößen direkt an der Maschine anzeigen lassen. Zudem kann dann auch mit der Acuspark App weitergearbeitet werden, denn diese zeigt über den QR-Code dann auch gleich an, wie die einzelnen Teile zusammengenäht werden müssen. Zum Quiltblock-Advisor in der Maschine wird ein separater Beitrag folgen.

Der Nähberater

Egal, wie lange man schon näht, es kommt immer wieder mal vor, dass man sich nicht sicher ist, welche Naht und welche Einstellung gerade die richtige wäre. Hierfür (und auch einfach für eine leichtere und schnellere Bedienung) bietet die JANOME M7 einen Nähberater. Tippen Sie dazu einfach auf das T-Shirt im Stichmenü.

Dort finden Sie drei weitere Reiter.

Jetzt können Sie Ihr Projekt auswählen:

Reiter 1 - Nähen

Wir finden die ersten beiden Bezeichnungen unpassende, es sollte „zusammennähen“ heißen, nicht Saum. Es folgen noch zweit weitere Seiten, wenn man den Pfeilen folgt.

Reiter 2 - Quilten

Auch hier hat man es mit dem Übersetzen gut gemeint. FMQ oder Free Motion Quilting ist den meisten Quiltern ja ohnehin ein Begriff.

Reiter 3 - Option

Unter dem Reiter 3 verbergen sich die Techniken, die mit Sonderzubehör ausgeführt werden können.

Ruft man eine Nahtart auf, kann man meist noch die Stoffart wählen. Die Nähberaterfunktionen, die wir bis jetzt getestet haben, haben immer zu einem guten Ergebnis geführt.

Rulerwork

Die Technik des Rulerwork verbreitet sich bei den Haushaltsnähmaschinen immer mehr. Die M7 bringt den passenden Nähfuß gleich mit. Und anstatt die Einstellungen für Rulerwork manuell vorzunehmen, kann sie einfach über den Nähberater aufgerufen werden.

Wählen Sie dann noch das passende Material aus.
Die Continental M7 versenkt dann automatisch den Transporteur und es erscheint ein Feld, in dem man die Höhe des Stickfußes einstellen kann.

Dann kann es auch schon losgehen! Die große Nähfläche der M7 macht das Führen des Quiltsandwichs zu einer angenehmen Angelegenheit. Man muss nicht ständig überlegen, in welche Richtung man mit dem Ruler besser zurecht kommt. So kann man auch etwas größere Ruler verwenden, ohne dass die kippeln. Die voreingestellte Fadenspannung war bei diesem Sandwich ideal, bei einem etwas festeren Sandwich mussten wir die Oberfadenspannung reduzieren.

Hier haben wir abwechseln Kreise und Quadrate mit den entsprechenden Rulern gequiltet und diese freihand mit Linien gefüllt. 

Vergleich zur JANOME 6700P

Die 6700P ist eine der beliebtesten JANOME-Maschinen unter den Quiltern. Wir werden wohl deshalb immer wieder gefragt, was die Unterschiede zwischen der 6700P und der M7 sind. Ein paar davon möchten wir hier nennen, hierbei zählen wie die Verbesserungen der M7 auf:

  • 8,5 Zentimeter mehr Platz rechts der Nadel
  • Variabler Zickzack über den Kniehebel
  • AcuSpark App
  • Farbtouchscreen
  • Bessere Ausleuchtung der Nähfläche
  • Automatischer Stichplattenaushub
  • Elektronische Nähfußdruckanpassung
  • 1300 Stiche maximal
  • Stitch Composer und Quiltblock Advisor
  • AcuFeed Flex HP2 und Rulerfuß inklusive
  • Bürstenloser Motor (ruhiger bei max. Geschwindigkeit, haltbarer)
  • Fadenschneider-Pedal

Die Geschwindigkeit

Angegeben ist die JANOME M7 mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1300 Stichen pro Minute. Dies betrifft, wie bei allen anderen Nähmaschinen, den Geradstich ohne weitere Einstellungen. Interessant war für uns aber auch die Geschwindigkeit im Zickzackstich. Das haben wir dann einfach selbst gemessen, und zwar mit dem Stich Nr. 9 ohne weitere Einstellungen. Im Schnitt kam die M7 hier auf eine Geschwindigkeit von 1000 Stichen pro Minute. Sie näht also den Zickzack zwar langsamer, aber immer noch schneller als manch andere Nähmaschine den Geradstich.

Unterfadenwächter

Der neue Unterfadenwächter meldet sich, wenn noch ca. 10 cm Restfaden auf der Spule sind. Leider lässt es sich dann auch nach Wegdrücken der Meldung nicht mehr weiternähen, die Maschine stoppt mit halb gesenkter Nadel.

Das kann manchmal zu ziemlich unschönen Stellen im Projekt führen. Besonders ärgerlich, wenn man ein paar Stiche weiter die Möglichkeit des neu Ansetzens hätte.

Tipp vom Nähratgeber:

Wenn der Unterfadenwächter sich zum ersten Mal meldet, gehen Sie in das Einstellungsmenü und schalten Sie ihn ab. Dann blockiert die Nadel beim Weiternähen nicht auf halber Höhe und Sie können noch ein paar Stiche weiter nähen. In der Regel befinden sich bei der ersten Meldung noch 10-20 cm Restfaden auf der Spule.

Die Sticheinstellungen

Die JANOME M7 bietet 91 Nadelpositionen und ist somit sehr fein einstellbar. Leider kann trotz der vielen Positionen ein Stich mit seitlicher Bewegung nicht verschoben werden. So haben Sie beim Zickzackstich nur die Wahl zwischen Mitte und rechts. Nur der Geradstich kann über das Bedienfeld oder den Drehregler seitlich verschoben werden. Spiegeln des Geradstichs ist nicht möglich.

Hier ist Spiegeln möglich (erkennbar an den zwei Halbkreisen rechts unten neben dem Stich).

Hier ist kein Spiegeln möglich und auch keine seitliche Verschiebung.

Zum Einnähen eines Reißverschlusses bietet die JANOME M7 aber eine praktische Funktion: 

Rufen Sie den Reißverschluss über den Nähberater auf, können Sie zwischen rechter und linker Seite wählen und die Nadel spring sofort an die geeignete Position passend zum Reißverschlussfuß. 

Letzte Einstellung aufrufen

Sie haben die Wahl: Möchten Sie bei einem Neustart den zuletzt genutzten Stich aufrufen oder ins Standardmenü zurück? Hierfür müssen Sie in den Einstellungen unter "Vorherige Einstellung" zwischen ON und OFF wählen. 

Möchten Sie nur eine vorgenommene Einstellung für später speichern, bietet die M7 für jeden Stich zwei Speicherplätze für veränderte Einstellungen. Das geht jedoch nur, wenn "Sticheinstellungen speichern" auf ON steht. 

Möchten Sie in einem Stich vorgenommene Einstellungen zurücksetzen, tippen Sie dafür auf DFT.

Die Balanceeinstellung für das AcuFeed Flex System

Um das Verschieben mehrerer Lagen zu vermeiden, reicht es meist schon, mit dem AcuFeed Flex System zu nähen. Sollte sich dann trotzdem noch etwas verschieben, kann dies über die Balanceregelung ausgelichen werden:

Dicke Materialien vernähen

Natürlich musste die JANOME M7 gleich zeigen, wie sie mit dicken Materialien zurecht kommt. Hier haben wir 2 mm starkes Leder erst mit MADEIRA Decora12 verziert und dann zu einer Geldbörse vernäht, bei der drei Lagen zusammengenäht werden mussten. Die war überhaupt kein Problem für die M7. Sie hat alles mit einer 80er Universalnadel sauber verarbeitet.

Hier handelt es sich zwar nur um Kunstleder, aber es waren immerhin 8 Lagen plus Reißverschluss. Die klebrige Oberfläche war kein Thema für den Doppeltransport.

Der neue AcuFeed-Flex-Fuß HP2 ist gut geeignet zum schmalkantigen Absteppen, auch auf Kunstleder. Nahtkreuzungen sind hier ebenfalls kein Problem. 

Dünne und dehnbare Stoffe

Wir haben dünne Blusenstoffe, Baumwolljersey, Viskosejersey und Modaljersey mit der M7 genäht. Sie näht selbst knapp am Anfang und bis zum Ende sicher und ohne den Stoff in das Stichloch zu schieben. Auch hier passen die Voreinstellungen des Nähratgebers immer sehr gut. 

Positiv und negativ

Um die passende Nähmaschine zu finden, sollte man die Vor- und auch die Nachteile kennen. Diese haben für jeden Nutzer einen anderen Stellenwert, aber vor allem die weniger guten Punkte sollte man vor dem Kauf kennen.

Daher listen wir hier mal die Aspekte auf, die uns bis jetzt an der JANOME M 7 aufgefallen sind:

POSITIV

  • enormer Platz
  • Hilfe über App
  • näht zuverlässig von dünn bis dick
  • schnell
  • reichlich Zubehör und praktisch verstaubar
  • personalisierbar
  • guter Einfädler

NEGATIV

  • App derzeit nur in Englisch
  • Teilweise schwierige Menüführung oder fehlende Einstellmöglichkeiten 

Das war eine grobe Übersicht über unsere Erfahrungen mit der JANOME M7. Wir werden uns weiter intensiv mit der Maschine beschäftigen und alle Folgebeiträge hier verlinken, schauen Sie also immer wieder mal rein.

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