Ich möchte eine Nähmaschine – aber welche? Unsere Tipps zum Nähmaschinenkauf

Welche Nähmaschine soll ich kaufen?
Welche Nähmaschine ist die richtige für mich?
Ich möchte eine Nähmaschine – aber welche?

Die richtige Wahl zu treffen ist gar nicht so einfach. Die Auswahl ist so groß, verschiedene Hersteller, unterschiedliche Ausführung, mal mehr, mal weniger Zubehör. Schließlich möchte man ja ein paar Jahre damit zufrieden arbeiten. Damit Ihnen die Wahl der ersten (und jeder weiteren) Nähmaschine leichter fällt, haben wir hier ein paar Punkte gesammelt, über die Sie sich Gedanken machen sollten.

Hinweis:

Viele Fakten, die wir Ihnen hier vorstellen, können Sie bei uns im Shop einfach überprüfen. Zu jedem Modell gibt es einen Reiter „Datenblatt“, in dem wir eigenständig die technischen Funktionen des jeweiligen Modells eintragen. So können Sie ganz schnell prüfen, ob die gewählte Nähmaschine Ihren Wünschen entspricht. Wir kopieren hier nicht nur die Angaben des Herstellers, sondern gehen jedes neue Modell bei Ankunft persönlich durch. 

Kommen wir zuerst zur Wunschliste

Welche Nähmaschine darfs denn sein? Am besten eine, die zu Ihnen passt. Machen Sie sich daher eine Wunschliste, was sie damit machen möchten und auch, was Sie sich für die nächsten Jahre so vorstellen könnten. Wir haben hier ein paar Punkte aufgelistet, auf was man bei der Auswahl achten sollte.

Die Bedienbarkeit

Wer will schon eine komplizierte Nähmaschine? Die meisten Kunden geben zu, dass sie kaum einen Blick in die Anleitung werfen. Nur, wenn es Probleme gibt. Eine Nähmaschine soll intuitiv zu bedienen sein, wir sind es in Zeiten smarter Geräte ja so gewohnt. Je nach Leistungsumfang kann sich das von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Die kleineren Modelle sind meist sehr übersichtlich gestaltet und daher einfach zu bedienen.

Mit einem Drehregler sind die Stiche schnell ausgewählt. Überlegen Sie, ob Sie mit einem kleinen Grafikdisplay zufrieden sein werden.

In der oberen Preisklasse, in denen die Maschine größtenteils über ein Display bedient wird, kann das Bedienen schon komplizierter werden. Hier empfehlen sich dann Modelle, die eine integrierte Hilfefunktion besitzen.

Kapazitives Display an der PFAFF Performance Icon

Resistives Display an der HUSQVARNA VIKING Brilliance 75Q

Beachten Sie, dass es unter den Nähmaschinen auch verschiedene Touchscreentypen gibt: Ein resistives Display wird mit einem Stylus, dem Fingernagel oder der Fingerkuppe durch Druck bedient, ein kapazitiver Bildschirm mit der Fingerkuppe oder einem Sensorstift. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Ein kapazitiver Bildschirm ist weniger empfindlich, der resistive kann auch mit Handschuhen (zum Beispiel beim Quilten) bedient werden.

Achten Sie auch darauf, wo genau sich das Display befindet. Mittig angeordnet ist es schneller zu sehen, große Displays gibt es jedoch meist nur rechts eingebaut.

Satin oder Leder?

Natürlich möchte jeder eine Nähmaschine, die von einer Lage Organza bis hin zu 10 Lagen Denim alles gleich gut verarbeitet. Mit vielen Modellen ist es möglich, ein sehr breites Spektrum abzudecken, wobei dann aber oft auch mehr oder weniger Einstellungen an der Nähmaschine vorgenommen werden müssen. Überlegen Sie sich, welche Stoffart Sie meistens verarbeiten. Ihr Modell sollte diese Stoffe dann problemlos vernähen, für alle anderen kann man Vorkehrungen treffen.

Hier ein kleines Beispiel: Die Taschennäherin ist mit dieser BERNINA gut versorgt. Möchte Sie doch mal ein T-Shirt nähen, muss der Nähfußdruck gesenkt werden (nicht nur ein bisschen, ziemlich weit sogar) oder ein Obertransport montiert werden. So kann die BERNINA auch problemlos Jersey verarbeiten.

Bei der Kundin, die leidenschaftlich mit ihrer HUSQVARNA VINING (ohne Overlock) Kinderkleidung näht, muss für das Kürzen einer Jeans die Fadenspannung, Nadel und Garn optimal ausgewählt werden und eine Hebamme hilft sicher über die Stufe.

Ganz wichtig:

Um dehnbare Stoffe verarbeiten zu können, braucht eine Nähmaschine einen anpassbaren Nähfußdruck. Dieser hilft aber auch bei allen anderen Stoffarten, den Transport zu optimieren. Hat Ihr Wunschmodell diese Funktion nicht, stellen Sie sicher, dass Sie zumindest einen Obertransportfuß nachkaufen können, dieser hilft in vielen Fällen weiter.

Die Stichauswahl

„Ich brauche nicht viele Zierstiche.“ Ja, nun. Was sind viele? Keine Nähmaschine wird billiger, wenn man Zierstiche weglässt. Oft sind es auch einfach so viele, weil ja jeder einen anderen toll findet. Und unter den Zierstichen befinden sich dann auch Stiche, die man für andere Techniken nutzen kann, wie zum Beispiel zum Säumen. Viel wichtiger sind da die Nutzstiche. Je nachdem, was Sie nähen möchten und welche Maschinen Sie noch besitzen, benötigen Sie eine andere Auswahl. Lesen Sie hierzu bitte auch unseren Beitrag "Der Dreifachgeradstich".

Sind Sie im Besitz einer Overlock und Cover, müssen Sie nicht so sehr auf das Stichmenü der Nähmaschine achten.

Besitzen Sie dagegen keine Overlock, sollte Ihre Nähmaschine Stiche besitzen, mit denen Sie dann alternativ versäubern können. Am besten bringt die Nähmaschine den passenden Nähfuß gleich mit.

Hier sehen Sie eine Stichauswahl zum Versäubern und einen Overlockfuß mit dem entsprechenden Steg. 

Haben Sie keine Cover, sollte Ihre Nähmaschine mit einer Zwillingsnadel nähen können und am besten auch gleich das passende Nähprogramm anbieten. Zudem bieten sich hier bestimmte Stiche als Alternative an.

Welche Stiche das sein können, erklären wir auch in diesem Beitrag:
Jersey nähen mit Bernina Nähmaschinen

Der Kniehebel

Leider hören wir immer wieder, dass er ungenutzt in der Verpackung liegt. Dabei ist nähen mit dem Kniehebel eine sehr komfortable Angelegenheit. Egal, ob mechanisch oder elektronisch, mit dem Kniehebel können Sie den Nähfuß anheben und absenken. So haben Sie die Hände frei, um den Stoff zu führen. Auch wenn Sie sich im Moment nicht vorstellen können, mit einem Kniehebel zu arbeiten, wenn sich eine Maschine mit Kniehebel in Ihrer engeren Auswahl befindet, halten Sie sich die Möglichkeit offen und probieren Sie es mal zu Hause in Ruhe aus.

Nähen ohne Pedal?

Viele Nähmaschinen können derzeit auch ohne Fußpedal nähen. Das ist nicht nur praktisch, wenn man das Fußpedal vergessen hat, sondern auch bei langen Reihen eine echte Erleichterung. Achten Sie daher darauf, dass die Start-/Stopp-Taste gut für Sie zu erreichen ist. Sind Sie ein Fan des Nähens ohne Pedal, sollten Sie einen weiteren Punkt beachten: Es gibt Modelle, bei denen muss das Pedal ausgesteckt werden, um mit der Taste zu nähen. Andere Modelle dagegen können beides kombinieren, Sie können mit der Taste losnähen und mit einem Druck aufs Pedal die Maschine anhalten.

Der Obertransport

Eingebaut oder nicht? Oder beides? Schauen Sie sich die verschiedenen Varianten gut an.

Integrierter Obertransport:

Beispiel: PFAFF IDT, BERNINA Dualtransport, JUKI Kirei

Dieses System greift mit einem kleinen Füßchen mittig hinter der Nadel. So wird bereits vernähter Stoff besser nach hinten raus transportiert. Es kann jederzeit (bei passendem Nähfuß) zugeschaltet werden.

Teilintegriertes Obertransportsystem:

Beispiel: JANOME

Hier muss der passende Fuß angebaut werden, dafür gibt es die Möglichkeit, einen Fuß zu montieren, der vor der Nadel bereits greift und so die obere Stofflage sicher zur Nadel hin transportiert.

Anbaubarer Obertransportfuß:

Gibt es für fast alle Marken

Diese Nähfuß ähneln sich unter den Marken sehr, können jedoch aufgrund unterschiedlicher Montage nicht ohne weiteres getauscht werden. Es gibt sie in verschiedenen Breiten, zum Teil mit austauschbaren Sohlen. Alle Systeme greifen mit zwei kleinen Füßchen rechts und links der Nadel, meist ein bisschen davor.

Weitere Infos: Bei deaktivierten Dualtransport kann bei BERNINA der zusätzliche Obertransportfuß auch montiert werden. 

Je nach Modell ist es teilweise sogar möglich, den integrierten Obertransport differenziert zum unteren Transporteur laufen zu lassen, für noch besseren Ausgleich bei verschobenen Stofflagen (BERNINA B880, JANOME M7).

Das Zubehör

Achten Sie bei der Wahl der Nähmaschine auch auf das Zubehör. Manche Marken statten ihre Modelle mit sehr viel Zubehör aus (z. B. JANOME). Das klingt erst mal verlockend, sollte dann aber auch benutzt werden. Das mitgelieferte Zubehör ist bei uns im Shop immer abgebildet und aufgelistet. Überprüfen Sie, ob das von Ihnen benötigte Zubehör dabei ist, zum Beispiel der automatische Knopflochfuß.

Dann sollten Sie auch in weiser Voraussicht schauen, welches Zubehör noch dazugekauft werden kann. Dies finden Sie bei uns unter dem Reiter „Sonderzubehör“ oder über die Zubehörsuche. Wäre doch schade, wenn Sie spontan Lust auf Kreise hätten und ausgerechnet für Ihr Modell kein Kreisnäher zu bekommen ist.

Wie Sie das passende Zubehör finden, erklären wir Ihnen hier: Die Zubehörsuche.

Ist Sticken eine Option?

Bei der Suche nach einer Nähmaschine stößt man unweigerlich auch auf Stickmaschinen. Beides gibt es auch als Kombigerät, Sie können Ihre Nähmaschine also zur Stickmaschine umbauen. Auch wenn Sie noch nie gestickt haben, mit einem Kombimodell können Sie sich die Möglichkeit offen halten. Viele Näh- und Stickmaschinen haben zudem eine bessere Ausstattung, auch im Nähbereich. Der Unterfadenwächter ist bei vielen Kombis Grundausstattung, bei reinen Nähmaschinen fehlt er oft bis in die oberen Klassen. Oder Sie suchen Sich ein Modell aus, für das die Stickeinheit später einzeln nachgekauft werden kann (z. B. BERNINA).

Wie groß darf sie sein?

Hat die Nähmaschine einen festen Platz oder wird sie täglich weggeräumt? Beachten Sie hierbei die Außenmaße und auch, ob eine Kofferhaube im Lieferumfang enthalten ist. Werfen Sie zudem einen Blick auf das Gewicht und ob es einen passenden Trolley zum Transport gibt. Bei Näh- und Stickmaschinen muss  der Platz nach hinten ebenfalls überprüft werden, damit der Stickrahmen nicht an der Wand anstößt.

Möchten Sie Quilten? Dann achten Sie unbedingt auf den Platz rechts der Nadel. Auch dieser ist in unserem Datenblatt zu finden. Mit der richtigen Technik bekommt man zwar einen Deckenquilt durch eine kleine Nähmaschine, aber komfortabel ist doch anders. Quilten soll ja auch entspannen.

Bei uns im Shop finden Sie bei jeder Produktbeschreibung ein Bild mit einer Skala. So ist gleich klar, wie groß eine Nähmaschine ist. 

Notwendig oder tolles Extra?

Nähmaschinen bieten heutzutage viel Komfort:

  • Automatischer Fadenschneider
  • Elektronische Oberfadenspannung
  • Fadenwächter
  • Integrierter Einfädler
  • Nähberater
  • Stichspeicher
  • Stichdesigner
  • Separater Spulmotor
  • Programmierbares Fußpedal
  • Automatisches Heben und Senken des Fußpedals
  • Programmierbare Nadelstellung
  • Laserpointer
  • Projektor
  • Passende Apps

und noch vieles mehr. Was einer als zwingend nötig ansieht, ist für den anderen absolut sinnfrei. Überlegen Sie sich genau, was Ihnen wichtig ist (oder wäre) und auf was Sie verzichten können. Manche Funktionen bringen automatisch andere mit, manche gibt es erst ab einer gewissen Preisklasse. Hat man sich erst mal an eine Funktion gewöhnt, ist es oft schwer, wieder darauf zu verzichten. Nachrüsten ist bei den oben genannten Features meist nicht möglich.

Was sie noch beachten sollten

Nun haben Sie alle Ihre Wünsche notiert und vielleicht ein paar Extras im Hinterkopf. Dann ist es an der Zeit, sich noch über ein paar Eckdaten klar zu werden:

Die Marke

Eigentlich sollte es egal sein, was auf der Nähmaschine steht, denn sie soll so nähen, wie Sie es möchten. Lassen Sie sich daher nicht vom Markennamen beeindrucken. Es ist egal, mit was Ihre Freundinnen nähen, denn mit der neuen Nähmaschine müssen nur Sie zurecht kommen. Allerdings kann man dem Markennamen oft auch einige Eigenschaften zuschreiben. Die meisten PFAFF-Modelle haben einen integrierten Obertransport, die meisten BERNINAS keine Probleme mit Leder. Trotzdem sollte die Marke nur eine grobe Orientierung sein, denn auch hier gibt es unterschiedliche Baureihen, die immer wieder anders funktionieren.

Wo soll ich die Nähmaschine kaufen?

Natürlich im Fachhandel mit kompetenter und persönlicher Beratung. Aber gerne auch online! Wenn Sie wissen, welches Modell sie haben möchten, ist die neue Nähmaschine nur ein paar Mausklicks entfernt. Lassen Sie sich nicht einschüchtern von Kommentaren im Internet „Kaufe im Fachhandel – nicht online!“, denn das eine schließt das andere nicht aus:

Wir sind ein zertifizierter Fachhandelspartner mit einem Ladengeschäft im schönen Cham. Ist Ihnen das zu weit, erreichen Sie uns per Telefon oder Mail und können auch so eine Beratung genießen. Passt es zeitlich nicht, können Sie sich Ihr Wunschmodell liefern lassen und zu einem späteren Zeitpunkt zur Einweisung vorbeikommen. Gibt es Probleme mit der Nähmaschine, kann sie von unserem Versandpartner DHL an Ihrer Haustüre abgeholt werden.

Unterschieden Sie bei der Suche zwischen reinen Versandunternehmen und einen Fachhandel, der zusätzlich auch einen Onlineshop betreibt. So wie wir.

Der Preis

Denken Sie über Ihr Budget nach. Wieviel möchte ich ausgeben, was wäre für ein paar tolle Extras noch drin? Beachten Sie hierbei auch das Zubehör, denn oft sind die Maschinen unterschiedlich gut ausgestattet. 

„Die muss nicht teuer sein, ich will nur ab und an T-Shirts nähen oder eine Jeans kürzen.“

Und genau das ist das Problem. Die wenigsten günstigen Nähmaschinen schaffen diese Kombination. Was passiert dann? Man versucht es ein paar Mal und die Nähmaschine steht danach unbeachtet in der Ecke, man wendet sich anderen Hobbys zu. Schade.

Auch wenn Sie gerade am Anfang Ihrer Nähkarriere stehen, sparen Sie nicht am falschen Ende. Lässt Ihr Budget mehr zu, nutzen Sie es. Denn sollte sich irgendwann zeigen, dass Nähen doch nicht Ihr Ding ist, können Sie eine qualitativ hochwertige Maschine oft noch gut weiterverkaufen. Soll es eine günstigere Nähmaschine sein, entscheiden Sie mit Hilfe unserer Tipps, auf welche Funktion Sie verzichten können und was Ihnen wirklich wichtig ist.

Gerade hochwertige Nähmaschinen, die Sie vielleicht auch noch auf Nähtreffen oder zu Nähkursen mitnehmen, sollten versichert werden. Hier finden Sie Infos zu unserer Versicherung: Nähpark Vollkasko.

Neu oder gebraucht?

Die größere Auswahl haben Sie natürlich bei neuen Nähmaschinen. Haben Sie Zeit bei der Suche, kann es auch mal eine Gebrauchte sein, ein Ausstellungsstück oder ein Vorführmodell. In unserem Shop finden Sie immer wieder gebrauchte Nähmaschinen, auf Veranstaltungen haben wir oft Vorführmodelle zu direkten Kauf dabei. Sprechen Sie uns an, wenn Sie auf der Suche nach einem bestimmten Modell sind. Denn unserer Gebrauchten, Aussteller und sonstige Rückläufer haben einen Vorteil: Sie waren alle in unserer eigenen Werkstatt und sind auf ihre Funktionalität geprüft.

Nun können Sie sich gedanklich auf die Suche nach der passenden Nähmaschine machen. Wir hoffen, unser Beitrag erleichtert Ihnen die Suche und ermöglicht die Wahl des perfekt passenden Modells. Für alle weiteren Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeitern gerne zur Verfügung.

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