Trapunt Stickmuster Schrift erstellen

Nicole: Wie geht denn eigentlich Trapunto?

Oder: wie ich innerhalb von einer Handvoll Monaten das Nähen und Sticken für mich neu erfunden habe.

Ich verfolge den nähRatgeber schon seit einiger Zeit und fand einige der besonderen Sticktechniken also schon schön, als ich noch keine Stickmaschine hatte.

Im letzten Sommer habe ich mir eine Brother Stickmaschine gekauft. Völlig blauäugig stolperte ich hier in Norddeutschland ins Stickabenteuer und erkannte, dass Sticken nicht „mal eben so“ ist.

Ich habe also das die Wissensdatenbank des nähRatgebers, das Internet und Tanja Stürmer gequält und ausgequetscht und konnte recht schnell die ersten kleinen Motive sticken und sah meine Mühen also mit Erfolg gekrönt.

Die Software wartet noch immer auf weiteres Begreifen, aber ich taste mich weiter und weiter voran. Ich habe beim Sticken begriffen, dass gute Kenntnis des Nähens nicht viel bringen und sowohl Geduld, als auch „einfach Ausprobieren und Machen“ angesagt sind. Meine reine Stickmaschine von Brother hat es mir hier allerdings auch leicht gemacht.

Im Spätherbst habe ich erste Applikationen ausprobiert und jeder, der von mir beschenkt wurde, hatte ein besticktes Teil mit der Zipfelmütze dabei. Das machte Spaß!

Ich hatte das Gefühl, langsam könnte ich auch mal welche von den speziellen Spezialtechniken in Angriff nehmen. Da gerade viel über „Couching“ geschrieben wurde, wollte ich damit starten. Die Motive sahen alle so cool aus und ich finde, die passen auch für Erwachsene richtig gut (ich nähe überwiegend Kleidung für mich).

Parallel habe ich angefangen, ein bisschen zu quilten (war völlig neu für mich, aber auch hier gibt es gute Anleitungen und Projekte, z.B. die LENE von der Nähgang). Dabei habe ich die Grenzen meiner Nähmaschine aufgezeigt bekommen und mir die Frage gestellt, ob ich mir ggf. doch irgendwann eine Bernina Maschine zulegen sollte. Geliebäugelt hatte ich damit schon länger …

Die Tatsache, dass meine Stickmaschine kein „Couching“ kann hat dann die Entscheidung, es mal mit einer Bernina Kombimaschine zu versuchen, vereinfacht. Es ging kein Weg daran vorbei – und 60 Tage Testzeit sind eben einfach so klasse!

Im Prinzip ging dann ja alles von vorn los … nur dass ich mich jetzt erstmal mit der neuen Maschine zurechtfinden musste und also zu Beginn nur genäht habe. Allein die Auswahl der Nähfüße, die Spulenkapsel … alles war neu und anders. Ich habe mir schon das eine oder andere Mal die Haare gerauft, aber schnell erkannt, dass wir Freunde werden. Und was mir an der alten Maschine beim Quilten Falten auf die Stirn warf, war mit der neuen Maschine einfach kein Thema.

Also ging es dann auch an das Sticken. Hier ist alles anders, als ich es an der Brother kennengelernt habe – und ich erkenne, dass ich beim Sticken echt noch Anfängerin bin. Einige Dinge heißen hier einfach anders und ich brauche Zeit, bis ich damit vertraut werde. Ich habe mich sicherlich ganz schön dusslig angestellt.

Aber auch hier habe ich dann mit ein paar einfachen Stickereien angefangen und mir Videos beim nähPark-YT-Kanal angeschaut, so dass ich schnell vorangekommen bin.

Endlich sollte also eine der Spezialtechniken zum Einsatz kommen und ich zog den Stickschaum für Trapunto aus der Schublade, den ich schon seit Monaten parat liegen hatte.

Es ging also los mit „Trapunto-Sticken mit Stickschaum – kleine Füße“

Ein Freebie zum Testen. Ich habe mir die Anleitung komplett durchgelesen und los ging es mit dem ersten Rätsel … die Lösung war, dass Sprungstiche bei Bernina Verbindungsstiche heißen. Das herauszufinden hat mich einen halben Abend gekostet, verrückt.

Ich habe das Prinzip von Trapunto verstanden:

  • eine Träger-Schicht unten (kann Stoff oder Vlies sein)
  • darauf kommt aus Stickschaum das Motiv, was später erhaben zu sehen ist
  • darauf dann der eigentliche Stoff, der zwingend Strickware / elastisch sein muss.

Also ging es los mit den beiden Füßen. Der Stickschaum wird auf die Trägerschicht gelegt und mit kurzem Dreifachstich festgestickt. Die kurzen Stiche perforieren die Kontur des Stickschaums, der Dreifachstich hält das Motiv fest.

Anschließend wird alles vom Stickschaum entfernt, was nicht zum Motiv gehört (heißt beim Plotten „Entgittern“). Das ist die mühsamste Aufgabe beim Trapunto-Sticken; man muss auch vorsichtig dabei sein, damit auf der Trägerschicht bleibt, was zum Motiv gehört und alles andere wegkommt, damit eine schöne Kontur entsteht.

Als nächstes kommt dann der sichtbare Stoff. Hier habe ich dann auch gleich die Fehler gemacht, die nötig sind. Der Stoff hat sich verschoben, so dass Falten in der Kontur entstanden (rechter Fuß).

Die Lösung hier ist, den oberen Stoff ein wenig mit Sprühkleber zu fixieren und einfach gaaaaanz langsam zu sticken! Links hat es dann schon besser geklappt. 

Von hinten sieht die ganze Geschichte übrigens ziemlich wild aus. Es liegen ja aber viele Fadenschnitte dicht beieinander, vielleicht wäre es hier besser, das Sprungstichschneiden abzuschalten. 

Eigenes Motiv erstellen

Mein zweites Projekt sollte ein Schriftzug werden, den ich auf ein Sweatshirt sticken wollte. Hier habe ich mich mit dem Tutorial „Trapunto-Stickereien erstellen mit der Bernina Designer Plus“ auseinandergesetzt. Da ich die Software noch nicht wirklich gut kenne, gab es hier natürlich ebenfalls Stolperfallen, die ich hier erkläre. Vielleicht kann ich dem einen oder anderen Ersttäter damit „Trial and Error“ ersparen. Und wie man sehen kann, geht es auch mit dem Creator, nicht nur mit dem Designer.

Ich habe offenbar Kontur und Füllung in der gleichen Farbe gehabt und somit im Farbfilm keine zwei Farben gesehen. Die Kontur des Schriftzugs sollte in einer anderen, als der ersten Farbe gewählt werden, damit im Farbfilm der eigentliche Schriftzug separat zu sehen / zu löschen ist (das kann man direkt im Fenster „Konturen und Versetzungen machen).

Danach habe ich jeden Schritt nach der Anleitung gearbeitet und erst beim Duplizieren wieder etwas getüftelt.

Duplizieren funktioniert durch den Befehl über den Reiter „Bearbeiten“. Unmittelbar nach dem Befehl Duplizieren muss man unten direkt die Farbe ändern und hat erst dann beide Schriftzüge im Farbfilm! Dann kann man den zweiten markieren und die geänderten Einstellungen für die Stiche und Sprungstiche vornehmen.

Nochmal sticken

Dann geht es ans Sticken wie beschrieben, wobei es ganz wichtig ist, sich an alle Schritte zu halten, damit es ein perfektes Ergebnis wird. Ich würde nur ergänzen, dass ich die letzte obere Lage im zweiten Versuch mit ganz niedriger Geschwindigkeit gestickt habe.

Im ersten Versuch hatte ich den Unterfaden nicht gewechselt (er war also weiß), so dass er sichtbar ist.

Im Shirt selbst habe ich sowohl mit schwarzem Vlies, als auch mit passendem Unterfaden und Sulky Tender Touch (zum Abdecken der Stickerei auf der Rückseite) gearbeitet.

Tender Touch hier in weiß (stört ja innen keinen, aber inzwischen habe ich mir schwarzes beim nähPark bestellt).

Das Ergebnis ist super geworden. Ich habe meine Markierungen hier mit weißem Aqua-Trickmarker gearbeitet, um den Schriftzug genau mittig platziert zu bekommen. Und leider lässt der sich nicht gut entfernen (ich habe es sowohl mit dem Wasserstift, als auch mit Auswaschen per Hand versucht). Auf den Fotos ist mit schwarzem Edding „kaschiert“. Glücklicherweise ist der weiße Stift ist in der Maschinenwäsche doch rausgegangen.

Die Ösen habe ich mit der Datei vom nähPark gestickt.

Die Ärmelbündchen habe ich aus dem Sweat genäht und einfach vier Biesen eingenäht. Das ist schlicht und schick. War für mich ein Test, gefällt mir richtig gut.

Somit ist mein erstes eigenen Trapunto-Projekt doch gut gelungen und ich werde mich weiter mit den Funktionen meiner Software und der Näh- und Stickkombi beschäftigen. 

Eure Nicole

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Wo geschnitten wir, fallen Fusseln. Also gehört bei der Overlock das gründliche Reinigen noch öfter auf den Plan als bei der Nähmaschine. Im neuesten Beitrag zeigen wir euch, die ihr die Juki MO-3500 Sumato gründlich reinig und wo im Anschluss das Öl hinkommt.
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Wo geschnitten wir, fallen Fusseln. Also gehört bei der Overlock das gründliche Reinigen noch öfter auf den Plan als bei der Nähmaschine. Im neuesten Beitrag zeigen wir euch, die ihr die Juki MO-3500 Sumato gründlich reinig und wo im Anschluss das Öl hinkommt.
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So eine Simulation ist fast so entspannend, wie der Stickmaschine beim Sticken zuzusehen 😊
Wir können es jedenfalls kaum erwarten, die Muster zu sticken. Hier seht ihr einen Entwurf unserer nächsten Quilty Fillers, die ihr euch ja gewünscht habt. Rahmenfüllende Quiltmuster, perfekt für kleine Quiltprojekte wie zum Beispiel Täschchen. Damit jeder die volle Fläche nutzen kann, wird es sie für fast alle Stickrahmengrößen unserer Hersteller geben (ab 15x15).
Bis Samstag habt ihr noch Zeit, euch als Probesticker zu bewerben! Vielleicht könnt ihr dann auch noch euer Wunschdesign hinzufügen?
Dafür müsst ihr nur zeigen, was ihr mit den Quilty Fillers 1 gemacht habt und @naehpark und @naehratgeber markieren, damit wir das auch sehen.
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