Hatch Mehrfachrahmung

WILCOM Hatch: Die Mehrfachrahmung – Stickmuster über mehrere Rahmen verteilen

Egal, wie groß der maximale Stickbereich der Stickmaschine ist, es kommt immer wieder mal vor, dass er zu klein ist. Dabei muss es noch nicht mal ein riesiges Motiv sein. Gerade Texte sind oft einfach mal ein kleines Stück zu lang oder man möchte eine Bordüre über ein normales Kissen sticken.

WILCOM Hatch 3 bietet hier im Composer und Digitizer die Möglichkeit, das Motiv auf mehrere Rahmen aufzuteilen. Und das geht auch ziemlich einfach.

Theoretisch kann man damit selbst große Flächenmotive noch gut aufteilen und ansetzen, aber wir möchten hier zuerst den Einstieg in die Mehrfachrahmung zeigen.

Am besten eignet sich für den ersten Versuch ein Motiv, bei dem es nicht so auffallen würde, wenn das Ansetzen nicht perfekt klappt. Mit etwas Übung und Erfahrung werden Sie sicher bald komplizierte Muster zusammensetzen.

Unser Schriftzug misst 41 Zentimeter in der Länge und wurde mit einer BERNINA Stickmaschine der Serie 5 gestickt. Er wäre also selbst für den Versatzrahmen zu lang.

Hinweis:

Bei dieser Technik wird mit Klebevliesen gearbeitet, der Stoff wird nicht eingespannt. Bitte berücksichtigen Sie dies bei der Auswahl für Ihr Projekt, nicht jedes Material ist für das Sticken auf Klebevlies geeignet.

Zusätzlich müssen Passkreuze gestickt werden, für empfindliche Materialien wie Leder, Kunstleder oder ähnliches ist diese Technik daher nicht geeignet.

Wir haben die Buchstaben in verschiedenen Größen geladen und nach Lust und Laune angeordnet. Das Verhältnis zum gewählten Rahmen ist gut zu erkennen – zu lang.

Ehe Sie mit dem Aufteilen beginnen, sollten Sie sich überlegen, welchen Rahmen Sie nutzen möchten. Da wir hier mit einer Spezialsticktechnik arbeiten, haben wir auch den passenen Stickfuß ausgewählt.

Wie funktioniert die Mehrfachrahmung?

Wenn das Motiv so weit ausgewählt ist, öffnen Sie den Reiter „Mehrfachrahmung“.

Der einfachste Weg ist die Automatik. Klicken Sie auf „Rahmensetzung berechnen“ und sofern möglich, wird die Software alles für Sie erledigen.

Das sieht dann im besten Fall so aus. Die abgedeckten Bereiche werden grün.

Und wenn Sie links im Reiter „Mehrfachrahmung“ auf „Rahmensetzungs-Vorschau“ gehen, erscheint rechts die Vorschau, wo sonst die einzelnen Farblagen angezeigt werden.

Dann können Sie das Muster schon an die Maschine übertragen! Das geht so wie bei einzelnen Stickdateien auch über „Datei – Stickmuster exportieren“.

Sobald Sie allerdings auf „Speichern“ klicken, wechselt die Ansicht. Es wird Ihnen eine Vorschau der einzelnen Dateien angezeigt. Wählen Sie dort „Alles jetzt speichern“.

Die automatische Rahmensetzung funktioniert nicht?

Erscheint bei der Automatik eine Fehlermeldung oder gefällt Ihnen die Aufteilung nicht, können Sie die Teilung auch manuell vornehmen.

Wählen Sie dazu „Rahmen hinzufügen“.

Sie können auch die unteren Funktionen nutzen (rechts hinzufügen, links hinzufügen usw.). Diese richten sich immer nach dem gerade aktiven Rahmen. Aber der gesetzte Rahmen kann, egal wie er erzeugt wurde, trotzdem einfach mit dem Mauszeiger angefasst und verschoben werden.

Auch das Drehen ist möglich, wie mit dem normalen Stickrahmen auch.

So können Sie jeden neuen Rahmen passend anordnen. Sobald alle Bereiche grün werden, kann jedes Element gestickt werden. Schwarze Elemente werden nicht abgedeckt.

So sieht das exportiere Motiv dann auf Ihrem USB-Stick aus. Bei EXP für BERNINA entstehen bei zwei Rahmen dann insgesamt sechs Dateien. Bei allen anderen Herstellerformaten zwei.

Wie stickt man die Mehrfachrahmung?

Übertragen Sie das Motiv an die Stickmaschine, hier per USB. Die Dateien werden von der Software mit der Reihenfolge versehen. Da die Nummer am Ende erscheint, ist es bei manchen Stickmaschinen sinnvoll, den Dateinamen zu kürzen.

In unserem Fall meldet die BERNINA, dass die Datei zu groß ist, sobald wir den passenden Stickfuß auswählen. In diesem Fall stickt sie trotzdem, es ist nur ein Warnhinweis.

Manchmal liegt ein Problem im Stickbereich auch an den Passkreuzen, die die Software erstellt. Dann können Sie in den Optionen die Lage der Passkreuze verändern.

 

Hinweis:

Entfernen Sie den Haken bei „Passkreuze in der Ausgabe hinzufügen“ nicht, sonst können Sie das Motiv nicht mehr korrekt ansetzen.

In der Rahmensetzungs-Vorschau ist der Abstand der Kreuze zum Rand zu erkennen.

Wie spannt man für eine Mehrfachrahmung ein?

Auch bei der Mehrfachrahmung kann positioniert werden, es geht allerdings etwas schwerer als bei Einzelrahmungen. Daher raten wir dazu, in diesem Fall immer erst zu sticken und dann zuzuschneiden. Zur Orientierung können Sie sich für jedes Teilmotiv eine Vorlage ausdrucken.

Spannen Sie Klebevlies in den Rahmen ein und befestigen Sie den Stoff im Rahmen.

Dann sticken Sie das erste Teilmotiv bis auf die letzte Farbe.

Die letzte Farbe sind die Passkreuze. Sie werden am Ende des Projekts wieder entfernt. Für den Anfang verwenden Sie am besten eine Kontrastfarbe.

Damit ist der erste Teil geschafft und Sie können das Projekt aus dem Rahmen entfernen.

Nächstes Teil ansetzen

Laden Sie die nächste Datei und spannen Sie neues Klebevlies ein. Kleben Sie noch keinen Stoff auf!

Sticken Sie die erste Farbe auf das Klebevlies. Es sind neue Passkreuze.

Nehmen Sie den Rahmen aus der Maschine und holen Sie sich zwei Stecknadeln.

Stecken Sie die Nadeln durch die Passkreuze bei Teil 1. Legen Sie Ihr Projekt so hin, wie es auch gestickt werden soll.

Dann legen Sie den Stoff mit Teil 1 so auf den Rahmen, dass die Stecknadeln über den Passkreuzen liegen.

Mit diesen Nadeln positionieren Sie die Kreuze von Teil 1 jetzt genau auf den Kreuzen von Teil 2. Stecken Sie die Nadeln durch das Klebevlies, dann liegen die Kreuze übereinander und streichen Sie dann den Stoff fest.

So sieht das dann aus und der Rahmen kann wieder in die Stickmaschine geschoben werden.

Sticken Sie Teil 2. Bei mehreren Rahmensetzungen werden am Ende wieder neue Passkreuze gestickt.

Hier unser Schriftzug noch im Rahmen 2. Der Ansatzpunkt ist zwischen C und H und sieht doch perfekt aus, oder?

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Bearbeiten mit Hatch und beim anschließenden Sticken!

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2 days ago

Geschützt vor Staub und trotzdem ein Blickfang - eine selbstgenähte Overlockhaube macht einfach was her! Täschi hat euch neulich schon gezeigt, wie man so eine Haube für eine große Bernina Overlock näht, jetzt kommt noch die Variante für die kompakten Modelle mit Abschrägung nach vorne. Und so eine Haube ist doch ein perfekter Platz für einen FPP-Block, oder?
www.naehratgeber.de/taeschis-naehstube-overlockhaube-naehen-2-79998/
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Geschützt vor Staub und trotzdem ein Blickfang - eine selbstgenähte Overlockhaube macht einfach was her! Täschi hat euch neulich schon gezeigt, wie man so eine Haube für eine große Bernina Overlock näht, jetzt kommt noch die Variante für die kompakten Modelle mit Abschrägung nach vorne. Und so eine Haube ist doch ein perfekter Platz für einen FPP-Block, oder?
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Wie kommt das Stickmuster eigentlich in die Stickmaschine?
Da gibt es aktuelle ja verschiedenen Möglichkeiten, die gängigste ist der USB-Stick. Auch wenn das für erfahrene Sticker einfach klingt, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat, gibt es da viele Fragen und auch einige Stolpersteine. Was ist FAT32? Warum zeigt meine Stickmaschine keine Muster an? Mein Computer kann diese Stickmuster ja gar nicht öffnen!
Wir zeigen jetzt auf dem nähRatgeber Schritt für Schritt, wie das Stickmuster vom PC auf die Stickmaschine kommt. Ihr findet diesen Beitrag, wie viele andere interessante Themen rund um das Sticken und die Technik dazu, auf www.naehratgeber.de in der Kategorie "Ratgeber - Sticken". Ihr habt noch Fragen? Immer her damit!
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Großes M mal drei 🤩
Die Janome Continental M gibt es jetzt in drei verschiedenen Ausführungen. Aber worin liegen die Unterschiede, abgesehen von der Farbe?
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