Bandeinfasser Cover

Bandeinfasser an der Cover – welchen brauche ich?

Oft plant man schon vor dem Kauf der Cover oder Coverlock, einen Bandeinfasser zu verwenden. Diese Abschlüsse sehen eben einfach professionell aus. Aber bei der Auswahl den passenden zu finden ist gar nicht so einfach.

Wir möchten hier erklären, was man bei der Auswahl des Bandeinfassers beachten muss. Da es nicht für jede Covermaschine die gleiche Art von Einfasser gibt, sollten Sie das am besten bereits vor der Wahl des Modells beachten.

Viele Namen für ein Ergebnis

Die Suche nach dem richtigen Einfasser wird auch durch die verschiedenen Bezeichnungen erschwert, da es keine Norm dafür gibt. Daher finden Sie zum Beispiel diese Bezeichnungen:

  • Winkelbandeinfasser
  • Winkeleinfasser
  • Bandeinfasser
  • Faltschrägbinder
  • Binder

Und dazu die Zusätze:

  • Einfach-um, Einfachfalten-Bandeinfasser oder Einzelfaltschrägbinder
  • Doppelt-um, Doppelfalten-Bandeinfasser oder Doppelfaltschrägbinder
  • Raw

Bei der Auswahl des passenden Einfassers steht man vor allem beim ersten oft mit rauchendem Kopf da. Dann kauft man vielleicht den falschen und das Band wird nicht wie gewünscht umgeschlagen.

Wir haben hier schon eine Übersicht über die jeweils passenden Einfasser zu den verschiedenen Produktgruppen, hauptsächlich für Nähmaschinen:

Wichtig bei der Coverstich und für Bekleidung sind zuerst mal die Einfasser, die dehnbare Streifen gut verarbeiten.

Einfasser, die nur in der Mitte falten

Hier findet man oft die Bezeichnung RAW, was für die offenen Kanten des Bandes steht. Diese Faltung wird meist für vorgefalzte Schrägbänder verwendet, kann aber auch mit Falzgummi genutzt werden. Schrägbänder aus Webware werden mit der Cover eher selten angenäht. Vorgefalzte Bänder aus Jersey werden von diesen Einfassern oft schlecht vernäht, da der Tunnel sehr eng ist, um die dünneren Schrägbänder gut zu führen.

Folgende Einfasser fallen unter diese Bezeichnung:

Einfasser für nicht vorgefalzte Bänder

Die wohl meistgenutzte Art des Einfassens an der Cover ist das Annähen von selbst zugeschnittenen Streifen, die vom Einfasser in einem Arbeitsgang gefaltet und angenäht werden. Dabei kann jeder Einfasser nur eine Breite verarbeiten. Einzige Ausnahme: Der Bandleger von BROTHER kann zwei Breiten verarbeiten, da er von einfach um auf doppelt um umgebaut werden kann.

Bei den Bezeichnungen wird hier immer zuerst die Ausgangsbreite genannt und dann die Fertigbreite.

Beispiel:

Der Einfasser von JANOME mit 42/12. Das Band wird in 42 mm Breite zugeschnitten, die fertige Einfassung hat eine Breite von ca. 12 mm.

Die Ausgangsbreite

Je exakter die Breite Ihres Streifens dem angegebenen Wert entspricht, desto besser klappt auch die Verarbeitung. Die Streifen sollten daher am besten mit dem Rollschneider und einem Patchworklineal geschnitten werden. Fertige Streifen gibt es zwar zu kaufen, aber oft nicht in den gewünschten Breiten.

Je dicker Ihr Material ist, desto schmaler können Sie es zuschneiden. Bündchenware kann also durchaus auf 40 mm geschnitten werden, wenn es in einem 42 mm Einfasser verarbeitet wird. Vor allem, wenn die Rückseite unsauber wird, hilft schmaler zu schneiden oft.

Daher können Sie bei fertigen Streifen auch erst mal einen Testlauf machen, ein paar Millimeter Abweichungen sind je nach Material durchaus möglich.

Die Fertigbreite

Auch die Fertigbreite variiert. Weichere Stoffe werden oft zu breiten Einfassungen. Der Nähfußdruck beeinflusst auch das Ergebnis. Die Angabe der Fertigbreite sollte daher nicht zu genau genommen werden.

Einfach um oder doppelt um?

Eigentlich faltet ja schon ein RAW das Band bereits einmal. Trotzdem werden die Bezeichnungen „Einfach-um“ und „Doppelt-um“ bei anderen Einfassern verwendet.

Diese falten rohe Stoffstreifen in der Mitte und schlagen dann die Stoffkante einmal oder doppelt ein. Im Querschnitt sieht das so aus:

Der Stoff wird an der Kante vom Band eingefasst. Bei einem Einfach-um liegt das Band oben doppelt und unten einfach, beim Doppelt-um liegt es oben und unten doppelt.

Da die offene Kante in der Regel auf der linken Stoffseite liegt, kann man sich mit dieser Technik gut eine Lage Stoff sparen. Bei guter Einstellung (soweit möglich) des Einfassers wird die offene Kante dabei vom Greiferfaden verdeckt. Bei einem Doppelt-um kann durch die eingeschlagene Kante auch mit dem Kettstich gearbeitet werden, da sie nicht zwingend eingefasst werden muss.

Ein Beispiel für die Wahl zwischen Einfach-um und Doppelt-um:

Der Unterschied ist im markierten Bereich zu sehen, der Einfach-um hat keine weitere Führung für den unteren Umschlag.

Eine Ausnahme bildet hier der Bandleger von BROTHER, mit ihm kann wahlweise einfach oder doppelt umgeschlagen werden.

Mit Rechen oder ohne?

Je nach Hersteller gibt es bei den Einfassern auch noch die Wahl zwischen mit Rechen und ohne.

Ein Rechen sorgt für gleichmäßigen Zulauf ohne Einrollen, braucht aber auch mehr Platz. Das muss vor allem dann beachtet werden, wenn Sie Zubehör eines anderen Herstellers montieren möchten. Bei einem Einfasser ohne Rechen raten wir zur Verwendung eines Schrägbandständers, damit das Band problemlos in den Einfasser laufen kann.

Die Montage

Die Befestigung der verschiedenen Einfasser ist sehr unterschiedich, weshalb auch nicht beliebig untereinander getauscht werden kann. Hier sehen Sie verschiedene Montagen im Vergleich:

Die BROTHER CV 3550 mit zwei verschiedenen Originaleinfassern. Bei diesem Modell werden alle Zubehörteile direkt am Gehäuse montiert, dafür gibt es einen Schlitz und zwei Schraublöcher.

Für die JUKI MCS-1500, MCS-1800 und auch die BERNINA L220 gibt es sowohl Einfasser zur Direktmontage, als auch die Möglichkeit über eine Montageplatte.

Hier sehen Sie den Doppelfaltschrägbinder von JUKI, der direkt angeschraubt werden kann. 

Und hier die Adapterplatte, die für die Einfasser mit Rechen benötigt wird. Durch die verschiedenen Schraublöcher kann auch anderes Zubehör befestigt werden. 

Bei JANOME wird für die Bandeinfasser immer eine Montageplatte benötigt, weshalb sie auch im Lieferumfang des Einfassers enthalten ist.

Bei Coverlockern, also der Kombi aus Overlock und Cover, wird in der Regel immer eine Montageplatte benötigt.

Hier sehen Sie die benötigten Kombinationen für die BERNINA L890, die PFAFF Admire Air 7000 und die HUSQVARNA VIKING Amber Air 6000. Bei der L890 wird der Adapter separat erworben, bei PFAFF und HUSQVARNA VIKING ist er beim Einfasser im Lieferumfang enthalten. 

Für den Anfang sollten Sie mit einer Originalmontage starten. Nur so kann man sicherstellen, ob die Maschine korrekt näht. Wenn die Verwendung klar ist, kann man auch versuchen, markenfremde Aufsätze an der Cover zu montieren.

Einstellbar oder nicht?

Auch wenn die Ausgangsbreite fest definiert ist, gibt es trotzdem Bandeinfasser, an denen Sie noch Einstellungen vornehmen können. Welche das sind, ist einfach zu erkennen. Bei uns im Shop sind alle Bandeinfasser einstellbar, die einen Rechen haben. Einfasser ohne Rechen können nicht eingestellt werden.

Mit den einstellbaren Einfassern ist es dann möglich, die hintere Kante exakt mit dem Greiferfaden zu verdecken, wie in diesem Video ab Minute 10:30 erklärt:

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Bei Einfassern, die nicht eingestellt werden können, kann die überstehende Kante bei der Version Einfach-um auch nach dem Nähen mit der Applikationsschere zurückgeschnitten werden.

Die seitliche Position, also wo die Nadeln einstechen, ist natürlich bei allen Einfassern frei wählbar.

Keine Regel ohne Ausnahme

Es gibt auch Nähfüße zum Einfassen. Hier ist die Nadelposition dann nicht veränderbar.

So zum Beispiel beim Bandeinfass-Fuß für die BERNETTE b42 und b48.

Welche Einfasser gibt es für meine Covermaschine?

Die Originalteile finden Sie ganz einfach über unseren Shop. Rufen Sie dort Ihr Modell auf und klicken Sie auf den Reiter „Sonderzubehör“. Bei älteren Modellen, die nicht mehr im Shop gelistet sind, gehen Sie über die Zubehörsuche: Wie finde ich das passende Zubehör?

Wenn Sie also vorher schon wissen, dass Sie bei der Cover mit einem Bandeinfasser arbeiten möchten, vergewissern Sie sich, dass es einen in der passenden Breite und mit der gewünschten Faltung gibt.

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Keine Angst vor Knopflöchern! Denn wenn die Nähmaschine es nicht mehr packt, kann man sie immer noch sticken.
Seit @einfach_carmelo stickifiziert wurde, standen die Knopflöcher bei ihm auf dem Plan, aber leider gab es kein passendes zu den gewünschten Knöpfen.
Das hat er von uns jetzt bekommen und da es auf Anhieb geklappt hat, dachten wir, es wär mal wieder Zeit, über Knopflöcher zu sprechen.
Warum sollte man die sticken?
Wo finde ich Knopflochdateien?
Kann das jede Stickmaschine?
Oder habt ihr noch andere Fragen dazu?

Dann sehen wir uns am Dienstag um 20 Uhr hier auf Instagram. Speichert euch über die Story gleich den Countdown! Und vielleicht springt ja für euch auch ein Knopfloch dabei raus 😉
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Der nähRatgeber wünscht euch einen schönen Valentinstag! Heute (und eigentlich jeden Tag) sollte jeder sich mit dem beschäftigen, was er/sie/es liebt 🥰
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