Bandeinfasser Cover

Probleme mit dem Bandeinfasser an der Cover?

Neben dem Säumen und Ziernähten ist das Einfassen einer der meistgenannten Gründe für die Anschaffung einer Covermaschine. Dann ist es umso schlimmer, wenn es nicht gleich klappt. Wie Sie den passenden Einfasser finden, haben wir Ihnen in DIESEM BEITRAG bereits erklärt. Hier möchten wir nun verschiedene Probleme beim Einfassen aufzeigen und was Sie dagegen tun können.

Die Stoffauswahl

Die Probleme beginnen oft schon vor dem eigentlichen Einfassen, nämlich bei der Stoffauswahl. Da wird vermehrt zu Bündchenmaterial gegriffen. Das gibt es ja in verschiedenen Versionen, aber ist zum Einfassen weniger gut geeignet.

Dieses Material ist dazu gedacht, doppelt gelegt als elastischer Abschluss angenäht zu werden und nicht, um vierfach eine Kante zu umfassen.

Einen Vorteil hat Bündchenware: Sie rollt sich nicht ein. Diese Eigenschaften bieten zum Beispiel aber auch andere Stoffe:

  • Interlockjersey

  • Romanitjersey

  • Jaquardjersey

Zum Einfassen sollten Stoffe verwendet werden, die sich nicht bei schon geringem Zug einrollen, sonst kann das auch im Einfasser passieren. Doppelt gewirkte Stoffe wie die oben genannten, bieten die perfekten Eigenschaften zum Einfassen. Auch Bündchenware ist doppelt gewirkt, aber achten Sie hier darauf, nur die dünnen und feinen Sorten zu verwenden und machen Sie immer eine Probe.

Wir haben zwei Streifen auf die gleiche Weise gedehnt. Oben Interlockjersey, unten Single-Jersey.

Der Single-Jersey hat sich ziemlich eingerollt, der Interlock ging in seine Ausgangsform zurück.

Aber auch einfach gewirkte Stoffe können genutzt werden, wie Sweat oder dickerer Single-Jersey, achten Sie jedoch darauf, die Streifen nicht mehr als nötig zu dehnen, ehe sie komplett im Einfasser sind.

Sehr dünne oder weiche Stoffe lassen sich, wenn sie denn unbedingt für ein Projekt benötigt werden, vorher mit ODIF Fabric Booster versteifen.

Ein Schrägbandständer verhindert, dass sich das Band unkontrolliert verwindet oder gedehnt wird.

Die Breite des Stoffstreifens

Mit jedem Einfasser kann nur eine Breite verarbeitet werden und diese sollten Sie so exakt wie möglich zuschneiden. Wir raten hier zum Schneiden mit Patchworklineal und Rollschneider. Die Schere oder die Overlock ist hier oft zu ungenau.

Alles klappt, aber beim Einfassen tauchen Probleme auf!

Während Sie beim Säumen auf zwei Lagen nähen oder beim Absteppen von Nahtzugaben auf drei, nähen Sie beim Einfassen auf vier oder sogar fünf Lagen. Und das auch noch auf einem schmalen Bereich, rechts daneben befindet sich kein Stoff, links nur eine Lage.

Man kann also nicht erwarten, mit den exakt gleichen Einstellungen vom Säumen auch ein Band annähen zu können.

Die Einstellungen zum Bandeinfassen

Das Differenzial

Da man bei Einfassungen in der Regel Abschlüsse näht, die nicht stark gedehnt werden, sollte das Differenzial auf 1.0 (oder neutral) stehen. Die vielen Lagen stabilisieren meist den Stoff. Mussten Sie also bei einem Projekt zum Säumen das Differenzial erhöhen, um Wellen auszugleichen, kann das beim Einfassen schon wieder anders sein.

Haben Sie dagegen einen eher festen Stoff genäht und fassen ihn dann ein, kann sich das Projekt unter dem Nähfuß stauen und Sie müssen zum Einfassen das Differenzial senken.

Starten Sie daher beim Einfassen am besten mit einem neutralen Wert beim Differenzial und passen Sie an einem Probestück diese Einstellung an, unabhängig von den vorherigen Nähten an diesem Werk.

Die Stichlänge

Durch die vielen Lagen verkürzt sich meist die genähte Stichlänge. Für ein gleiches Stichbild auf der Einfassung wie auch auf den anderen Nähten, muss daher der Wert in vielen Fällen erhöht werden.

Der Nähfußdruck

Vor allem bei weichen Stoffen können Sie den Nähfußdruck vorab schon etwas reduzieren. Haben Sie den Fußdruck vorher für eine andere Naht erhöht, stellen Sie ihn auf den Standardwert zurück.

Greifervorspannung

Gibt es diese Einstellmöglichkeit bei Ihrer Covermaschine (JANOME, BROTHER), stellen Sie sie für feste Stoffe ein. Auch wenn Sie mit dehnbaren Stoffen arbeiten, durch die vielen Lagen wird das Ganze kompakt.

Die Nadeln

Auch hier macht sich die Anzahl der Lagen bemerkbar. Überlegen Sie, ob der gewählte Nadeltyp und vor allem die Stärke für das Projekt ausreichend ist.

Auch die Größe kann ausschlaggebend sein!

Bei der Wahl des Einfassers zum Projekt müssen Sie auch die Breite beachten:

Je schmaler die Einfassung, desto schwiergier ist sie zu nähen. Je nach seitlicher Position wird der Einfassstreifen eventuell nicht vollständig von den Transporteurzähnchen erfasst.
Je mehr Lagen, desto schwieriger ist der Transport und die Stichbildung. Muss es wirklich ein Doppelt-um sein?

Nun liegt das Projekt bereit, Sie haben den passenden Einfasser, Stoff, Einstellungen und Nadeln und trotzdem treten Probleme auf. Daher haben wir hier ein paar Probleme mit den jeweiligen Lösungen aufgelistet:

Es wird nicht transportiert

Am Nahtanfang

Ziehen Sie das Band ein gutes Stück nach hinten, ehe Sie losnähen. Beim Einfassen sollten Sie immer reichlich Band vorbereiten. Starten Sie auf dem Band und nähen Sie ein Stück. Hier können Sie die Position des Einfassers bereits korrigieren, alle Nadeln sollten auf dem Band nähen. Legen Sie dann erst den Stoff dazwischen.

Wenn hier schon nicht richtig transportiert wird:

  • Stichlänge erhöhen.
  • Nähfußdruck reduzieren.
  • Spannung am Greifer reduzieren.
  • Differenzial verändern.
  • Nadelposition wechseln.
  • Band schmaler zuschneiden.

Im Projekt

Manchmal näht man schon ein Stück und plötzlich wird nicht weiter transportiert. Kontrollieren Sie dann, ob das Band noch locker durch den Einfasser läuft. Oft hat es sich verwunden, weil es rechts unkontrolliert nach unten hängt. Hier würde ein Schrägbandständer helfen.

Weitere Korrekturen:
  • Ablauf der Fäden kontrollieren, vor allem bei Bauschgarn.
  • Stichlänge erhöhen.

An Nahtkreuzungen

Wenn die Einfassung über eine Seiten- oder Schulternaht geht, staut es sich da gerne mal. Eine gute Vorbereitung kann hier schon helfen:

  • Nahtzugaben auseinanderbügeln, nicht zur Seite.
    Schnittbreite der Overlock erhöhen, längere Stufen werden meist besser übernäht.
  • Nahtzugaben mit einem Gummihammer flach klopfen oder mit einer Kunststoffbackenzange pressen. Aber nicht zu sehr, denn dadurch verdichten Sie das Material, was das Nähen dann wieder erschwert.
  • Über die Stufe helfen

Hebamme anlegen oder Nähfuß mit dem Daumen hochdrücken. Das Hochdrücken sehen Sie hier ohne Einfasser, da es mit der Montage sehr eng um den Nähfuß zugeht. Bei manchen Modellen kommt man mit dem Daumen gar nicht in die Nähe des Nähfußes. Dann lieber die Hebamme anlegen.

Fehlstiche

Wenn Sie vorher bereits problemlos an diesem Projekt genäht haben, sollten Sie auf die Nadeln achten. Wenn möglich, dann eine Nadelstärke höher verwenden und die Fadenspannung an den Nadeln senken. Bei Modellen, die eigentlich mit dem System 130/705 arbeiten, können ELx705 helfen. Zusätzlich den Nähfußdruck erhöhen. Falls Sie mit einem Klarsichtfuß arbeiten, mal die Version aus Metall testen.

Gegen Fehlstiche an Nahtkreuzungen:

Kurzfristiges Erhöhen des Differenzials auf das Maximum kann helfen. Die Maschine befördert dann vorne mehr Material unter den Fuß, es wird weniger hinten herausgeschoben.

Band rutscht weg

Am Anfang stimmt die Ausrichtung, aber je weiter genäht wird, desto mehr kommt das Band vom Weg ab.

Führung verbessern

Für manche Covermodelle gibt es eine Nähfuß mit einer Führung auf der rechten Seite, die das Wegrutschen nach rechts verhindert.

Wenn das Band rechts rausgequetscht wird und es für Ihre Cover oder diesen Einfasser keinen speziellen Fuß mit einer Führung gibt, kleben Sie die Stichführung von CLOVER rechts dicht an den Nähfuß.

Nadelposition ändern

Wenn Sie mit der linken und der mittleren Nadeln nähen, befindet sich in der Regel mehr Material unter dem Nähfuß und wird besser transportiert, als mit Mitte und rechts.

Kurven nähen klappt nicht

Besonders bei engen Kurven rutscht das Band weg. Das Einfassen im Bogen geht nur bis zu einem gewissen Punkt, aber mit etwas Übung ist viel möglich (bis zum Träger am Strampler). Wie das geht, zeigen wir in diesem Video:

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Rückseite wird nicht getroffen

Im Idealfall verdeckt der Greiferfaden die rückwärtige Kante des Einfassbandes.

Bei Einfassern mit Rechen können die Führungszungen so eingestellt werden, dass die hintere Kante vom Greiferfaden verdeckt wird. Vor allem beim Einfach-um lohnt sich diese Arbeit.

Wie das geht, erklären wir in diesem Video ab Minute 10:30:

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Bei Einfassern ohne Rechen kann die Rückseite nicht eingestellt werden.

Bei diesen Einfassern raten wir zur Version Einfach-um, dann kann der Überstand auf der Rückseite zumindest mit einer Schere schön zurückgeschnitten werden.

Es muss nicht immer der Einfasser sein

Einfassen ist ein bisschen Übungssache und es kann immer mal vorkommen, dass die Kombination aus Stoff, Projekt und Einfasser so ungünstig ist, dass einfach ein optimales Nahtbild erzeugt werden kann. In diesem Fall kann man dann zur Not ja auch noch ohne Einfasser die Kante versäubern, das zeigen wir hier: Ausschnitte mit der Cover einfassen – ohne Bandeinfasser.

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Welchen Schnellnäher soll ich kaufen? Welche Geradstichmaschine ist die Beste?
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Es kommt darauf an, was man damit nähen möchte und auch, wie. Jedes unserer vier Modelle hat seine Stärken und Schwächen und die besprechen wir in neuesten Beitrag auf www.naehratgeber.de. Wenn ihr später reinschaut, findet ihr ihn in der Kategorie Ratgeber - Nähen.
Wenn ihr dann noch Fragen habt, immer her damit!
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