Testbericht bernette b62 Cover

Betty: Braucht Frau eine Covermaschine?

Diese Frage habe ich mir schon vor einem Jahr gestellt. Je länger man näht, umso höher werden die Ansprüche und es wäre einfach „nice to have“. Aber wofür? Nur zum Säumen von Shirts, Pullis und vielleicht mal einer Leggings? Was anderes würde ich damit nicht machen. Ok, hier und da vielleicht mal eine Ziernaht, aber bitte nicht so auffällig, schließlich stehe ich eher auf schlicht. Dafür Geld ausgeben ? Natürlich kann Frau auch gut mit Zwillingsnähten leben, aber manchmal ist es müßig, wenn ausgerechnet die nicht gut halten, z.B. an den Beinabschlüssen von Leggings. Seraflex hin oder her, ich möchte keine weitere Garnsammlung anbauen.

Bei der Anschaffung ist nicht nur der finanzielle Aspekt eine Sache, vor allem ist es auch ein Platzproblem, wenn man am Esstisch näht. Sprich, bei mir muss eigentlich jede Maschine, alles an Zubehör in ein quadratisches Fach vom Möbelschweden passen. Und der fehlende Platz war der Grund, weshalb ich mir bisher noch keine Covermaschine angeschafft habe. Außerdem schimpfen einige Näherinnen über „Einstellungsprobleme“ und „Fehlstiche“. Und wir wissen ja alle, wie lange Fehlerbehebungen dauern können. Davor hatte ich etwas Respekt. Will ich mir das antun?

Ja, ich will!

Ich will es wissen. Ich will den Rib- und Viskosejerseys den Kampf ansagen. Meine Zwillingsnähte sind zwar schön, aber ich will mehr. Und der finanzielle Aspekt? Einfach weggewischt, schließlich trage ich zu 90% selbstgenähte Kleidung. Und es passt grad gut, denn es ist ein Zimmer frei geworden und ich hätte jetzt Platz für eine weitere Maschine. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wäre nur die Frage welche Maschine es werden soll. Gedankenaustausch mit der Maschinendealerin und der Drops ist gelutscht. Sie weiß, was Frauen wollen. Ich freue mich auf das Paket vom Nähpark, vergesse jedoch den Mann darüber zu informieren.

Und dann kam Ber(nett)e. In einem riesigen Karton, der Mann bekam Schnappatmung.

Was hab ich nur getan? Aber gut, ich hab es so gewollt. Ausgepackt, hingestellt, angeschlossen, angeschaltet, Anblick genossen.

Was für ein Schlachtschiff, im ersten Moment war ich etwas überrascht, macht aber einen kompetenten, soliden Eindruck.

Willst Du meine neue Freundin werden ? Ich bin auch nett, Bernette. Nett kann ich.

Erstmal einen Überblick verschaffen und erste Bedienhinweise lesen. Die Bedienungsanleitung gibt es leider nur im PDF Format auf der Bernette-Seite. Die werde ich mir wohl ausdrucken.

Besonders beeindruckt hat mich das Öffnen der Maschinenklappe. Viele Zubehörteile (Pinzette, Nadeleinfädler, Maschinennadeln) haben dort ihren Platz und sind sofort griffbereit. Und dann gibt es noch einen großen Anschiebe-Tisch, einen Kniehebel (brauche ich nicht) und das Sahnehäubchen, die Lufteinfädelung des Greiferfadens (Brauche ich das?). Mein Herz hüpft. Was für ein Luxus! Ich halte mich aber zurück, noch hat sie keine Naht genäht. Ich will mich nicht zu früh freuen.

Im Vorwege hatte ich mir schon diverse Infos zu Covermaschinen und zum Covern zusammengetragen und auch schon das ein oder andere You Tube Video geschaut. Es ist ja ein komplett anderes Nähen und andere Handgriffe.

Natürlich mussten zum Üben ein paar Probenähte getestet werden. Wie gut, dass die Restekiste gut gefüllt ist.

Für das erste Einfädeln habe ich das Video vom nähPark genutzt, was ich dann beim 2. Mal schon nicht mehr brauchte. Die Lufteinfädelung hat mich total fasziniert, jeder Schuss ein Treffer. Wirklich kinderleicht. Der „Sound“ ist auch ok, lauter als meine Overlock ist sie auch nicht, hat halt nur einen anderen Klang.

Die Nähte sehen gut aus, es darf in den „Echtbetrieb“ umgestiegen werden. Es musste ein schnelles Projekt her, ein Sommerrock aus Baumwolljersey. Meine erste „echte“ Saumnaht. Beginn und Ende der Naht sind kaum zu erkennen und über die Seitennähte hat Bernette b62 ganz loyal überweggecovert. Nicht ein Fehlstich. Ich bin begeistert!

Nächstes Projekt: eine kurze Hose aus French Terry. Ich merke, ich will mehr und obwohl ich ja keinen „Zierstich“ und auch keinen Kniehebel wollte, muss ich beides ausprobieren. Also cover ich die Saumnaht der Hosentasche von links. Ich glaube ich hätte auch die ganze Tasche auf den Hintern covern können, zu spät.

Anfangs will ich mit dem Kniehebel immer „Gas geben“ und ich hebe ungewollt den Maschinenfuß. Wahrscheinlich eine Übungs- und Gewöhnungssache. Das wird sich im Laufe der nächsten Wochen zeigen. Und nun werde ich fies.

Genug mit dem Kuschelmodus

Jetzt geht es dem Ribjersey an den Kragen. Hier habe ich nur den Differenzialtransport um einen Ticken erhöht und die Naht passt. Bravo!

Mein erstes Fazit nach vier Wochen mit der netten Bernette b62:

Eine wirklich kompakte Maschine, mit der es sich super gut covern lässt. Es bringt unheimlich viel Spaß, da die Nähte wirklich schön aussehen und ich freue mich über jede einzelne Naht, die ich gecovert habe. Fehlstiche hatte ich bisher nicht einen. Meistens nutze ich nur zwei Nadeln, sodass es wie eine Zwillingsnaht aussieht.

Es hört sich doof an, aber ich vermisse eine Abdeckhaube, auch wenn die in der Regel nicht schön aussehen, aber zum Anfang wäre es nett, Bernette vor Staub zu schützen. An den Kniehebel und den Maschinensound muss ich mich noch gewöhnen. Und ganz wichtig: Die Bernette b62 passt in ein quadratisches Regalfach vom Möbelschweden, wenn man den Fadenbaum abnimmt. Das sind doch für alle Esstisch-Näher gute Neuigkeiten.

Und nun wird der Alltagstest fortgesetzt, mal schauen, wie sich die Bernette b62 in meinen Alltag einfügt und wie oft ich sie tatsächlich nutze.

Eines ist sicher: Das Covern bringt richtig Spaß!

 

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19 hours ago

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Wie kommt das Stickmuster eigentlich in die Stickmaschine?
Da gibt es aktuelle ja verschiedenen Möglichkeiten, die gängigste ist der USB-Stick. Auch wenn das für erfahrene Sticker einfach klingt, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hat, gibt es da viele Fragen und auch einige Stolpersteine. Was ist FAT32? Warum zeigt meine Stickmaschine keine Muster an? Mein Computer kann diese Stickmuster ja gar nicht öffnen!
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