Schnellnäher Vergleich

Welcher Schnellnäher ist der Beste?

Es ist noch nicht so lange her, da gab es bei den Haushaltsnähmaschinen unter den Schnellnähern nur die Wahl zwischen zwei Modellen. Eine von Janome, eine von Juki.

Derzeit gibt es vier zur Auswahl und gerade, seit Brother nun auch wieder in diesem Segment mitmischt, erreichen uns viele Fragen zur Entscheidung.

Wir wollen hier die Unterschiede aufzeigen, damit Ihnen die Wahl leichter fällt.

Was haben sie alle gemeinsam?

Es handelt sich um Geradstichmaschinen. Sie können also nur einen Stich. Aufgrund dessen sind Nähfuß und Transporteur sehr schmal, was besonders beim Nähen von Taschen ein großer Vorteil ist. Die hohen Geschwindigkeiten werden zwar auch bei langen Strecken wie Gardinen oder Hosenbeinen genutzt, aber vor allem beim Quilten kann man so doch ordentlich was schaffen.

Alle haben relativ wenig Elektronik verbaut. Ganz ohne geht es natürlich nicht, sonst gäbe es keinen Nadelstopp unten oder einen automatischen Fadenschneider. Aber man muss beim Fadenschneider nicht erst warten, bis die Nadel hoch-runter-hoch-usw. erledigt hat und auch beim Einschalten ist so ein Schnellnäher sofort da.

Wenn Sie diesen Artikel lesen, haben Sie sich sicher schon entschlossen, sich demnächst einen Schnellnäher zuzulegen, es geht nur noch darum, welchen. Daher verlinken wir Ihnen unten weitere Beiträge zu den Schnellnähern und konzentrieren uns hier auf die Unterschiede.

Was begeistert uns an den jeweiligen Modellen?

Die Janome HD9 Professional V2

Die HD9 wirkt modern und ist im Styling den anderen Janome-Modellen angepasst, die den Zusatz „Professional“ tragen. Mit 12,7 mm Höhe unter dem Nähfuß (wenn er mit dem Hebel maximal angehoben wird), bietet sie reichlich Platz für dicke Projekte.

Als einziger Schnellnäher verfügt sie über einen separaten Spulmotor und dieser kann über eine Taste gestartet werden. Die Spulen sind ein bisschen größer als bei den anderen Schnellnähern.

Der Klassiker unter den Schnellnähern, zu dem es ja auch das große Pendant gibt. Aber der Zusatz „Mini“ verniedlicht diese Nähmaschine eigentlich zu sehr, denn sie leistet Großes.

Sie näht mit dem Standardnadelsystem, verfügt über einen Nadeleinfädler und ein Multifunktionspedal. Es kann einfach per Fersendruck geschnitten werden.

Außerdem ist sie im Standardlieferumfang sehr gut ausgestattet.

Man könnte meinen, sie sei der Nachfolger der TL-2200, aber es gibt beide parallel. Erweitert wurde dieses Modell um den Microlifter, mit dem die Höhe des Nähfußes geregelt werden kann, unabhängig vom Nähfußdruck.

So kann die TL-2300 problemlos über Stufen oder auf weichen Stoffen nähen. Die Fadenschnittfunktion ist von der Ferse auf ein Zusatzpedal gewandert, was für die meisten Nutzer als angenehmer empfunden wird.

Die Brother PQ1600S

Wenns schwammig wird, packt die PQ1600S besser zu. Eine kleine Nadel, die von unten kommt, sichert die Stofflagen bei der Bewegung nach hinten. Diese Funktion braucht man selten, aber manchmal rettet sie einem doch die eine oder andere Naht.

Zudem gibt es für den Transporteur zwei Stufen. Leichte Stoffe werden mit dem niedrigen Stand geschont, feste Stoffe mit dem hohen Stand besser angepackt. Für den Stifttransport bringt die PQ1600S einen weiteren Nähfuß mit, der noch schlanker ist, als der Standardfuß.

Was gefällt uns nicht so?

Die Janome HD9

Der Transporteur der HD9 ist nicht versenkbar. Das sorgt sicher für mehr Stabilität, allerdings muss der Transporteur zum Quilten dann abgedeckt werden und es bleibt immer diese kleine Unebenheit. Zudem wird etwas gespart, denn der Anschiebetisch muss ebenso extra erworben werden wie das Fadenschneidepedal.

Die Juki TL-2200 QVP Mini

Es gibt keinen separaten Fädelweg für dicke Garne.

Was nicht heißt, dass sie diese nicht vernäht, es muss einfach ein bisschen mehr eingestellt werden. Wer häufig die Fadenstärke wechselt, könnte davon mit der Zeit genervt sein.

Die Juki TL-2300 Sumato

Auch wenn Rundkolbennadeln in der Industrie weit verbreitet sind, als Pluspunkt sehen wir das bei der TL-2300 bis jetzt noch nicht. Man könnte das Stichbild noch durch Drehen der Nadel beeinflussen und grundsätzlich sind Rundkolbennadeln stabiler, was das Vernähen von festen Materialien beeinflussen könnte. Allerdings gab es in unseren Tests bis jetzt noch keine Situation, in der die Rundkolbennadel einen gravieren Vorteil erbracht hätte. Nur einen Nachteil: Der Einfädler fehlt.

Die Brother PQ1600S

Beim günstigsten Schnellnäher muss man auch auf etwas verzichten. Für die PQ1600S gibt es kein Fadenschneidepedal und die Nadelpositionstaste funktioniert nicht so umfangreich wie bei den anderen Schnellnähern:

Während man bei den drei anderen Modellen durch Drücken der Taste die Nadel hoch oder tief stellen kann, kann man bei Brother nur einstellen, ob sie beim Anhalten unten oder sofort anhält (mehr dazu in den Testberichten unten).

Übersicht Unterschiede

Wir haben die Unterschiede hier nochmal in einer Tabelle für Sie zusammengefasst.

Dabei haben wir die Pluspunkte grün hinterlegt und die Nachteile rot markiert. Diese Tabelle können Sie hier auch herunterladen und ausdrucken:

Vergleich Schnellnäher

Stofflagen – Vergleich

Auch wenn wir das nicht gerne machen, es war einfach gewünscht. Um für einen fairen Vergleich zu sorgen, haben wir bei allen vier Schnellnähern das gleiche Garn eingefädelt und einmal mit einem festen Denim, normalem Kunstleder und Echtleder aus der Schuhfabrikation genäht.

Alle vier Modelle verarbeiten die Materialien gleich gut. Hier sticht nur die Janome HD9 heraus, da sie mit dem Hebel noch höher gestellt werden kann, als die anderen Schnellnäher. So lassen sich dicke Projekte einfach leichter unter dem Nähfuß positionieren.

Die Juki TL-2300 erleichtert dagegen das Losnähen an dicken Kanten mit Hilfe des Microlifters.

Ein Video dazu ist in Arbeit, dann werden wir diesen Beitrag dahingehend ergänzen. 

Es gibt für uns keinen “besten” Schnellnäher!

Da es im täglichen Gebrauch ja oft sehr auf das Projekt ankommt, können wir hier nur wieder auf die 60-tägige-Testmöglichkeit des nähParks hinweisen. Mit Hilfe unseres Beitrags können sie einen der Schnellnäher aussuchen und sollte dieser wider Erwarten doch nicht die perfekte Lösung sein, geben Sie ihn zurück und versuchen es mit einem Alternativmodell.

Hier finden Sie zudem noch unsere bisherigen Beiträge zu den Schnellnähern/Geradstichmaschinen:

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Welchen Schnellnäher soll ich kaufen? Welche Geradstichmaschine ist die Beste?
Das werden wir oft gefragt und die Antwort lautet, wie so oft: Kommt darauf an ...
Es kommt darauf an, was man damit nähen möchte und auch, wie. Jedes unserer vier Modelle hat seine Stärken und Schwächen und die besprechen wir in neuesten Beitrag auf www.naehratgeber.de. Wenn ihr später reinschaut, findet ihr ihn in der Kategorie Ratgeber - Nähen.
Wenn ihr dann noch Fragen habt, immer her damit!
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